Vivy - eine App, die Gesundheitsdaten verwaltet und ans Impfen erinnert

Welche Impfung muss gemacht werden und wann steht die nächste Vorsorgeuntersuchung an? Fragen, die zukünftig Ihr Smartphone beantworten soll. Rund 13 Millionen Krankversicherte können mit der App „Vivy“ ihre Gesundheitsdaten verwalten. Doch es gibt Sicherheitsbedenken.

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Vivy Gesundheitsapp

Was kann Vivy leisten?

Die App verwaltet sämtliche Gesundheitsdaten, wie Blutwerte, Allergien, Röntgenbilder und Befunde und speichert sie auf dem Smartphone. Die digitale Gesundheitsakte ist somit immer verfügbar und kann von Arztpraxen, oder Krankenhäusern ausgelesen werden.

Vivy speichert aber nicht nur die Daten, sondern erinnert gleichzeitig auch an die Einnahme von Medikamenten, anstehende Impfungen oder Vorsorgeuntersuchungen. Fast 50 Prozent aller Bundesbürger kennen die für sie empfohlenen Vorsorgemaßnahmen nicht, dies geht aus einer Forsa-Umfrage hervor. Weiterhin wissen zwei von drei Patienten nicht, wann die nächste Impfung ansteht.

Wer kann Vivy nutzen?

Die Vivy-App ist schon für Android und iOS  in den Stores verfügbar und kann heruntergeladen werden. Allerdings kann man sie nur nutzen, wenn man einen Einladungscode für die Testphase von einer teilnehmenden Krankenversicherung bekommen hat. Vivy ist eine offene Plattform für alle Versicherungen. Sollte Ihre Krankenkasse allerdings nicht daran teilnehmen, haben Sie die Möglichkeit sich auf eine Warteliste eintragen zu lassen. Die AOK und die Techniker Krankenkasse setzen dagegen auf eigene Apps. Sie befinden sich ebenfalls in der Testphase.

Wie kommen die Daten in die App?

Die App bietet Patienten die Möglichkeit Dokumente, die sie in Papierform zu Hause haben, einzuscannen bzw. abzufotografieren. Weiterhin gibt es die Funktion, Daten von Ärzten, Laboren und Krankenhäusern anzufordern.

Wie steht es um die Datensicherheit?

Die Verantwortlichen garantieren höchste Sicherheitsstandards. Die Daten werden nur verschlüsselt übertragen und es gelten die strengsten Datenschutzbestimmungen. Wer die Daten einsehen darf und wozu sie genutzt werden dürfen, bestimmt ausschließlich der Nutzer selbst. So können weder die Versicherungen noch die Betreiber der App oder andere Dritte auf die Daten zugreifen.

Vivy wurde unter anderem vom TÜV Rheinland als sichere Plattform zertifiziert und vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte als Medizinprodukt zugelassen.

IT-Sicherheitsforscher Mike Kuketz untersuchte die App und stellte fest, dass gleich nach dem Start der Anwendung unterschiedliche Daten an Analysefirmen in den USA gesendet werden, so genannte Tracker. Bei den Daten handelt es sich zwar nicht um Gesundheitsdaten, sondern nur um Gerätedaten, Installationszeitpunkt etc., doch Kuketz sieht den Einbau von solchen Trackern kritisch. Da der Fall eintreten kann, dass durch den eingebauten Quellcode von Drittanbietern Fehler passieren können und somit Daten weitergegeben werden, die nicht weitergegeben werden sollten, rät der Experte von der Nutzung der App ab.

Fazit:

Gesundheitsdaten sind sensible Daten, daher sollte mit ihnen auch sorgsam umgegangen werden. Tracker und Analysedienste haben in solchen Anwendungen nichts zu suchen. Jeder sollte daher für sich selbst entscheiden, ob er die App benutzen will.

Tipp: Möchte man dennoch an Impfungen oder Medikamenteneinnahmen erinnert werden, lassen sich einfache Kalender-Apps mit Erinnerungsfunktionen nutzen.

(Stand: Oktober 2018)