Mit Apps Geld verdienen?

Mit sogenannten Microjob-Apps leicht von zu Hause aus Geld verdienen. Das klingt zu schön, um wahr zu sein. Ist es auch. Denn die Anbieter sind auf persönliche Daten aus und locken mit unseriösen Angeboten. Für die Nutzer endet das mit einer bösen Überraschung.

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Frau mit Smartphone

Welche Aufgaben hat man bei Microjobs zu erledigen?

Die Anbieter der Microjobs-Apps geben den Nutzern gewisse Aufgaben vor und belohnen sie dafür mit Punkten. Diese können zu einem späteren Zeitpunkt in Gutscheine oder Gutschriften umgewandelt werden. Das Aufgabenspektrum beinhaltet zum Beispiel das Herunterladen und Bewerten von Apps, die Teilnahme an Umfragen oder das Anschauen von Werbevideos. Auf den ersten Blick alles eher sinnlose Tätigkeiten. Aber darum geht es den Anbietern auch nicht.

Worum geht es wirklich? Die Verbraucherzentralen bringen Licht ins Dunkel. Dort gingen massenhaft Beschwerden über die Anbieter der Microjob-Apps ein, denn nicht alle scheinen seriös zu sein. Vor diesem Hintergrund haben die Marktwächter der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz drei Micro-Job-Apps auf den Prüfstand gestellt – „Goldesel", „Cash Pirate" und „Gift Wallet". Alle drei Apps sind recht beliebt und wurden von Nutzern jeweils mehr als eine Million Mal im Google Play Store heruntergeladen.

Punkte sammeln ist mühsam

Bei der Überprüfung der Apps stellten die Tester fest, dass das Sammeln von Punkten mit großem Zeitaufwand verbunden ist. Bei der App „Goldesel“ müssen mindestens 5.000 Punkte auf dem Konto sein, um eine Auszahlung von fünf Euro zu beantragen. Die meisten Micro-Jobs bringen aber nur Punkte im einstelligen oder niedrigen zweistelligen Bereich. Hinzu kommt, dass die Punkte für durchgeführte Aufgaben nicht immer gutgeschrieben wurden – die Gründe dafür bleiben unklar.

Den Testern war es auch bei den anderen Apps („Cash Pirate“ und „Gift Wallet“) innerhalb von mehreren Wochen nicht möglich, die Mindestpunktzahl zu erreichen, um eine Auszahlung zu beantragen.

Keine Auszahlung dafür aggressive Werbeanrufe und Spam-Mails

Viele Nutzer beschweren sich im Google Play Store, dass die Betreiber der App „Goldesel“ die verdienten Punkte nicht auszahlen. Auch den Testern wurde der Gutschein innerhalb mehrerer Monate Wartezeit nicht ausgezahlt. Stattdessen bekamen sie aggressive Werbeanrufe und mehrere Tausend Spam-Mails. Der Grund: Bei der Teilnahme von Gewinnspielen oder Umfragen werden oftmals persönliche Daten abgegriffen. Das Ausfüllen dieser Daten ist aber zum Erledigen dieses Jobs notwendig.

Wie man sich schützt: Immer die Bewertungen lesen

Wer sich vor unseriösen Microjob-Apps schützen möchte, sollte am besten die Finger davonlassen. Wer es dennoch versuchen möchte, sollte unbedingt die Bewertungen anderer Nutzer im App Store beziehungsweise Play Store lesen. Ebenso sollte man sich vor einer Registrierung darüber informieren, welchen Gegenwert es für das Bearbeiten der Jobs gibt. Persönliche Daten wie Name, Telefonnummer, Geburtsdatum und Adresse sollten nicht für die Erledigung einer Aufgabe benutzt werden. (schl)

Stand: September 2020