Identitätsdiebstahl bei Online-Bewerbungen

Betrüger nutzen gefälschte Stellenanzeigen, um an persönlichen Daten zu kommen. Mit den Daten stehlen sie die Identität der Bewerber und eröffnen Bankkonten für kriminelle Zwecke. Wie funktioniert diese Masche und wie kann man sich davor schützen?

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Frau füllt Bewerbung am PC aus

Immer mehr gefälschte Stellenausschreibungen kursieren in Internet-Jobbörsen, Kleinanzeigen-Portalen oder werden per E-Mail verschickt. Sie sind eine neue Betrugsmasche von internationalen Betrügerbanden. Die Betrüger missbrauchen dabei den Namen von großen seriösen Firmen, um Bewerber anzulocken. Täuschend echt sind die Anzeigen, mit nur einem Ziel, nämlich an die persönlichen Daten der Bewerber zu gelangen.

Dabei fordert der vermeintliche Arbeitgeber zunächst übliche Bewerbungsunterlagen, wie Lebenslauf und Passbild an. Im weiteren Verlauf werden jedoch Fotos von Vorder- und Rückseite des Personalausweises angefordert, sowie ein Selfie mit einem Ausweisdokument in der Hand.

Nach erfolgreicher Übermittlung aller gewünschten Dokumente erhält der Bewerber die Information, dass seine Bewerbung erfolgreich war und er für die ausgeschriebene Stelle in Betracht gezogen wird. Dazu soll man sich per Video-Ident-Verfahren identifizieren.  Dieses Verfahren wird  auch von seriösen Banken genutzt um online ein Konto zu eröffnen. Man umgeht damit die Identitätsfeststellung über den Postweg und beschleunigt dadurch den Vorgang.

Missbrauch der Daten - Betrüger eröffnen Bankkonten

Dieses Verfahren nutzen die Betrüger für ihre Zwecke aus. Mit den persönlichen Daten des Bewerbers stellen sie einen Antrag bei einer Bank für die Eröffnung eines Kontos. Zugleich wird der E-Mailverkehr auf eigene Accounts umgeleitet. In einem weiteren Schritt wird der Bewerber dazu aufgefordert eine Video-ID-App  auf seinem Handy zu installieren und das Video-Ident-Verfahren abzuschließen. Während der Mitarbeiter des Video-Ident-Verfahrens davon ausgeht, dass der Jobsuchende ein Konto bei einer Bank eröffnen will, glaubt der Bewerber, er sei nun dabei, sich lediglich für die Bewerbung zu identifizieren. Doch sobald das Verfahren erfolgreich abgeschlossen wurde, haben die Täter ein Bankkonto, über das sie frei verfügen können.

Darauf sollten Sie achten

Die Verbraucherzentrale Hessen rät zur Vorsicht, wenn bei einem Bewerbungsprozess ein Video-Ident-Verfahren durchgeführt werden soll.

Warnsignale für Identitätsdiebstahl bei der Jobsuche:

  • Hinweise für gefälschte Stellenanzeigen sind oftmals schnelle und positive Rückmeldungen.
  • Ein Video-Ident-Verfahren wird noch vor Zusendung des Arbeitsvertrages verlangt.
  • Viele Rechtschreibfehler in der Stellenausschreibung können ein Zeichen für eine Fälschung sein.
  • Haben Sie in der Bewerbungsphase keinen persönlichen Kontakt zum Arbeitgeber, sollten Sie keine Identifizierungsverfahren abschließen.
  • Die Aufforderung ein Video-Ident-Verfahren bei einer Bank durchzuführen, um den Job zu bekommen, ist ein weiterer Hinweis für einen Betrug.

Haben Sie bereits bei einem Bewerbungsprozess ein Identifizierungsverfahren durchgeführt?

  • Kontaktieren Sie schnellstmöglich die Bank und prüfen Sie Unregelmäßigkeiten.
  • Sperren Sie das Konto.
  • Melden Sie den Fall der Polizei.

(Stand: August 2018)