Festplatte, USB-Stick, CD-ROM: Wie lange bleiben Daten verfügbar?

Urlaubsfotos, die Steuererklärung oder eine selbst verfasste Geburtstagsrede – diese Daten werden heute digital gespeichert. Viele denken nicht daran, dass eine Festplatte kaputt gehen kann und die Daten verloren sind. Welche Speichermedien gibt es? Mit diesen Tipps können Sie sich auch noch in vielen Jahren an den diesjährigen Urlaubsfotos erfreuen.

CD Schloss brenngeschuetzt bilderbox - Fotolia.com_.jpg

Vorhängeschloss sichert einer CD mit einer Kette

Den Text, den Sie gestern geschrieben haben, möchten Sie heute weiter bearbeiten. Doch aus unerklärlichen Gründen ist er nicht mehr da. Ihr Computer hat die Datei gelöscht, verschluckt oder etwas anderes damit gemacht. Damit wird klar, dass gespeicherte Daten auf der Festplatte nicht für alle Zeiten sicher und abrufbar sind. Wenn Sie sicher gehen wollen, sollten Sie Ihre Daten regelmäßig extern abspeichern.

Wie können Daten verloren gehen?

Es gibt mehrere Ursachen, wie Daten verloren gehen:

  • Datenverlust beim Arbeiten am PC:
    • Daten werden versehentlich gelöscht.
    • Daten werden irrtümlich überschrieben.
    • Computer wird einfach ausgeschaltet und nicht vorschriftsmäßig heruntergefahren.
    • Zerstören der Daten durch Computerviren
       
  • Äußere Einflüsse auf den PC:
    • Erschütterungen des PCs z.B. beim Umzug
    • PC steht in der Nähe von elektromagnetischen Feldern
       

Durch Diebstahl des Laptops auf Reisen, Hackerangriffe oder Wohnungseinbrüche können die Daten ebenfalls verloren gehen.

Welche Speichermedien eignen sich für private Zwecke?

Für die Speicherung von privaten Daten sind vor allem externe Festplatten, CD-ROM, USB-Sticks oder DVDs zu empfehlen. Da Daten meist längerfristig archiviert werden sollen, ist die Lebensdauer des Speichermediums zu beachten. So wird angenommen, dass auf einer DVD Daten bis zu 100 Jahren haltbar sind, was aber nicht nachprüfbar ist.

Folgende Lebensdauer wird für die einzelnen Speichermedien angenommen:

Speichermedium Ursachen für Defekte Lebensdauer
Festplatte intern Wärme im Betrieb 5-10 Jahre
Festplatte extern Feuchtigkeit, Stöße, Magnestismus 10 Jahre
DVD Wärme, Licht Feuchtigkeit, Kratzer 30 Jahre
USB-Stick Begrenzte Schreibzyklen 30 Jahre
CD-ROM Wärme, Licht, Feuchtigkeit, Kratzer 30 Jahre
Blu-ray Wärme, Licht, Feuchtigkeit, Kratzer 50-100 Jahre
Cloud-Speicher Zugriff durch Dritte, Pleite des Anbieters Theoretisch unbegrenzt

Ist die Software zum Abspielen der Daten noch Jahre später verfügbar?

Das Aufbewahren der Lieblingsfotos oder notwendiger Schriftstücke auf geeigneten Speichermedien macht aber nur dann Sinn, wenn die gespeicherten Daten auch nach Jahren oder Jahrzehnten mit der geeigneten Software noch abgerufen werden können. Dies ist jedoch häufig nicht möglich, denn Software-Programme oder Betriebssysteme werden nach wenigen Jahrzehnten ausgemustert, manche Programme auch bereits nach zehn Jahren.

Deshalb müssen gespeicherte Daten rechtzeitig in aktuelle Datenformate überspielt werden

Tipps zum Schutz vor Datenverlusten

Beim Arbeiten am PC

  • Den „Papierkorb“ des Betriebssystems und der Anwenderprogramme nicht automatisch leeren, sondern immer zuvor prüfen, ob dorthin versehentlich wichtige Dokumente verschoben wurden.
     
  • Werden vorhandene Textdateien als Vorlage für neue Dokumente genutzt, ist darauf zu achten, dass der neue Text unter einem neuen Dateinamen abgespeichert wird, sofern die alte Textversion behalten werden soll.
     
  • Wichtige Dokumente mit Passwort sichern, damit anderen sie nicht versehentlich löschen können.
     
  • Schutz vor Computerviren bietet eine aktuelle Virenschutzsoftware, eine aktivierte Firewall und das Nicht-Öffnen von verdächtigen Mails.
     
  • Die selbst erstellten Dateien sollten auf einer anderen Festplatte gespeichert werden als die System- und Programmdateien.
     
  • Es ist regelmäßig zu überprüfen, ob die gespeicherten Daten mit der vorhandenen Software noch gelesen werden können.

Beim Umgang mit dem PC und den Speichermedien:

  • CDs und DVDs sind möglichst am Rande anzufassen, um keine Fingerabdrücke zu hinterlassen. Vorhandene Fingerabdrücke reichen bei empfindlichen Abspielgeräten bereits aus, damit diese nicht mehr die Scheibe abspielen können.
     
  • Eine verschmutzte CD oder DVD ist mit einem weichen Tuch zu reinigen. Ist der Schmutz hartnäckiger, kann die Scheibe mit einer warmen Seifenlauge abgewaschen werden.
     
  • Speichermedien sind trocken und kühl zu lagern und nicht dem direkten Sonnenlicht auszusetzen. Am besten werden sie in einem Schrank aufbewahrt. Auch wenn als Aufbewahrungstemperatur für CD, DVD und Blue-ray der Bereich von minus 5 Grad bis plus 30 Grad angegeben wird, so liegt die optimale Aufbewahrungstemperatur bei exakt 25 Grad.
    Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 40 und 60 Prozent liegen.
     
  • Während des Computerbetriebes sind Erschütterungen zu vermeiden, aber auch offline. Dies gilt insbesondere beim Transportieren eines PCs (z.B. beim Umzug).
     
  • Computer nicht in die Nähe von Elektromotoren oder Lautsprechern wegen der starken elektromagnetischen Strahlen stellen.
     
  • Es ist zu empfehlen, mehrere Kopien von Speichermedien an unterschiedlichen Orten aufzubewahren. So sind die Daten noch vorhanden, wenn zum Beispiel durch einen Wasserrohrbruch eine Kopie verlorengeht.
     
  • Nach dem Erstellen einer Kopie ist zu überprüfen, ob auf dem Speichermedium auch wirklich der gesamte Inhalt vorhanden ist und sich abrufen lässt.
     
  • Die Speichermedien sollten sorgfältig  mit Inhalt und Datum der Sicherung beschriftet werden.
     
  • Wer zum Beschriften Etiketten mit einer Klebeschicht verwendet, sollte wissen, dass darin chemische Lösungsmittel die Oberfläche beschädigen. Zudem lassen sich die Scheiben mit Aufkleber nicht mehr so rund abspielen.
     
  • Auch harte Stifte sind zum Beschriften direkt auf der Scheibe wegen der Kratzergefahr nicht geeignet. Besser sind CD-Marker mit weicher Spitze und unschädlicher Tinte.

Daten kontinuierlich speichern

Am besten ist es jährlich eine Sicherungskopie von wichtigen Daten anzufertigen. Wird dies ein paar Jahre gemacht, dann hat man Kopien mit unterschiedlichem Lebensalter. Sobald Kopien der letzten fünf Jahre vorhanden sind, kann man jährlich die älteste Kopie entsorgen.

Und was tun, wenn die Festplatte kaputt ist?

Wenn Daten versehentlich gelöscht sind oder die Festplatte beschädigt ist, hilft meist ein Datensicherungsprogramm auch nichts mehr. So genannte „Datenretter“, eine spezielle Software, kann dann die letzte Rettung sein. Wer sich nicht zutraut, mit diesem „Datenretter“ umzugehen, kann sich auch an eine Firma wenden. Auch wenn dies ziemlich teuer werden kann, so ist es doch eine Chance, wichtige Dokumente oder persönliche Erinnerungen wieder zu erhalten.

Stand: September 2017