Clubhouse – Social Media mal anders

Der Hype um Clubhouse ist längst in Deutschland angekommen: Die neue Audio-Konferenz-Anwendung gehört zu den beliebtesten im App Store von Apple und verspricht gute Unterhaltungen und Diskussionen zu unterschiedlichsten Themen. Wie funktioniert die App und welche Risiken entstehen durch die Nutzung?

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Clubhouse App Icon

Was ist Clubhouse?

Clubhouse ist eine innovative Social-Media-App, die seit 2020 verfügbar ist. Das Besondere bei Clubhouse ist, in dem Netzwerk werden ausschließlich Audio-Inhalte in Form von Konferenzen angeboten. Das klingt erst einmal merkwürdig, doch die App zählt mittlerweile zu den beliebtesten Apps im Store von Apple. Nutzer können sich Vorträge anhören oder aber auch live an Diskussionen und Gesprächen teilnehmen. Dabei gibt es verschiedene Räume, in denen Unterhaltungen zu bestimmten Themen stattfinden. Die Themen sind sehr vielfältig, von Politik über Sport bis hin zu Tipps für das Berufsleben ist alles dabei. Bei Clubhouse gibt es im Gegensatz zu gängigen Social-Media-Plattformen wie Twitter, Facebook und Co. aber keine Like- oder Kommentarfunktion. Einige Nutzer bezeichnen die App dennoch bereits als ein „zweites Twitter“, nur mit Ton statt Text. Seit Anfang 2021 steigen die Nutzerzahlen in Deutschland rapide an, seit bekannte Influencer die App für sich entdeckt haben. In Amerika trugen Prominente wie der Unternehmer Elon Musk zur Verbreitung bei. So entstand der Hype.

Wie kann man Clubhouse nutzen?

Die Gründer von Clubhouse, Paul Davison und Rohan Seth, arbeiteten in der Vergangenheit bereits beim Suchmaschinen-Riesen Google und haben sich eine exklusive Nutzung für ihre Anwendung überlegt. Denn wer Clubhouse nutzen möchte, der kann die App zwar einfach herunterladen und installieren, aber nicht direkt nutzen. Für die Nutzung wird immer eine Einladung durch einen bereits bestehenden Nutzer benötigt, dieser kann aber nur eine begrenzte Anzahl an Einladungen versenden. Außerdem ist Clubhouse im Moment ausschließlich für iOS von Apple verfügbar, an einer Android-Version arbeitet der Betreiber nach eigenen Angaben.

Clubhouse und der Datenschutz

Der größte Kritikpunkt an der kostenlosen App ist der Datenschutz, denn Clubhouse verlangt den Zugriff auf die eigenen Kontakte. Wer andere Menschen einladen möchte, muss Clubhouse zunächst den Zugriff auf die eigene Kontaktliste erlauben. Das ist in mehrfacher Hinsicht bedenklich. Weiterhin zeichnet Clubhouse alle Gespräche auf. Zwar sollen die Mitschnitte mit Ende der Talk-Runde gelöscht werden, sobald aber eine einzige Beschwerde wegen Missbrauch eingereicht wird, wird der gesamte Mitschnitt gespeichert. So sollen beispielsweise rassistische oder sexistische Verstöße verfolgt werden können.

Welche Daten erfasst Clubhouse?

Stiftung Warentest hat die App unter die Lupe genommen, um zu ermitteln, welche Informationen die App sammelt und wo die Daten gespeichert werden.

Ergebnis: Clubhouse erfasst viele Daten – unter anderem:

  • was für ein Handy Sie nutzen,
  • bei welchem Mobil­funkanbieter Sie sind,
  • welche Chaträume Sie besucht haben,
  • wie lange Sie dort waren,
  • wann und wie lange Sie die App insgesamt verwendet haben.

Dabei werden Daten an die Clubhouse-Server gesendet, aber einige landen auch bei Daten-Auswertungs-Firmen im amerikanischen Silicon Valley.

Warum ist Clubhouse so beliebt?

Clubhouse ist ein Paradebeispiel dafür, wie man im digitalen Zeitalter und vor allem in Zeiten von Corona einen Hype auslösen kann. Die Menschen möchten in diesen schwierigen Zeiten unterhalten werden und aktiv mitmachen können. Außerdem ermöglicht die App Diskussionen mit Prominenten wie beispielsweise Gesundheitsminister Jens Spahn, der bekannte TV-Star Thomas Gottschalk oder der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder zu führen. Da die Nutzung der App mit Daten bezahlt wird, bleibt aktuell ein bitterer Beigeschmack. Clubhouse verstößt damit gegen die Datenschutzgrundverordnung, daher gehen Verbraucher- und Datenschützer aber bereits gegen den amerikanischen Anbieter der App vor. (schl)

Stand: Februar 2021