Viele Halogenlampen vor dem Aus – ab September Ende der Produktion

Nachdem vor sechs Jahren das Aus für die klassischen Glühlampen eingeläutet wurde, sind jetzt die Halogenleuchten dran: Seit September 2018 sind viele der beliebten Halogenbirnen nicht mehr für den Handel in der EU zugelassen. Welche Leuchtmittel sind betroffen? Welche bleiben erlaubt?

Halogen-Glühlampen © Coloures-Pic - Fotolia.com_.jpg

Halogen-Glühlampen

Werden Halogen-Leuchtmittel komplett vom Markt verschwinden?

Nein. Die sechste Stufe der EU-Verordnung 244/2009 schreibt zwar zunehmend strenge Regeln für den Stromverbrauch von Leuchtmitteln vor, aber davon sind nicht alle Halogen-Birnen betroffen. Erlaubt bleibt, wofür es noch keine oder nur unzureichende LED-Ersatzprodukte gibt oder was nur 12 Volt Spannung benötigt – so genannte Niedervolt-Varianten. Und das betrifft eine ganze Reihe von Leuchtmitteln.

Das verschwindet aus dem Verkauf:

  • Seit 1. September 2018 werden klassische Halogenleuchtmittel in Birnenform mit Metallgewinde (E27-Sockel) nicht mehr produziert.
  • Bereits seit 2016: Halogen-Reflektorleuchten mit GU10-Sockel (Bajonettverschluss)

Vorläufig weiter produziert werden:

  • Niedervolt-Leuchten (zwölf Volt) mit vorgeschaltetem Trafo und Stiftsockel (z.B. G4-Sockel).
  • Leuchtmittel mit R7s- oder G9-Sockel (Energieeffizienzklasse C oder besser) und maximal 450 Lumen.

Restbestände dürfen noch verkauft werden

Was an nicht mehr für die Produktion zugelassenen Leuchtmitteln noch im Handel ist, darf auch nach dem 1. September 2018 verkauft werden, so lange der Vorrat reicht. Selbstverständlich dürfen sowohl Halogen-Leuchten als auch klassische Glühbirnen zu Hause aufgebraucht und weiter verwendet werden.

LED-Leuchtmittel sparsamer, langlebiger und teurer

Da es mittlerweile auch LED-Leuchtmittel für R7s- und G9-Sockel gibt, lohnt sich der zeitnahe Umstieg auf die neue Technologie, denn die LED-Leuchten verbrauchen deutlich (ca. 80 Prozent) weniger Energie als vergleichbare Halogen-Leuchtmittel. Auch die Haltbarkeit ist bedeutend besser; die LED-Varianten haben eine wesentlich höhere Lebensdauer. Langfristig rechnet sich der Wechsel daher - trotz des höheren Anschaffungspreises.

Watt ist nicht gleich Lumen

Bisher wurde die Helligkeit einer Leuchte in Watt (W) angegeben. Diese Zahl ist gleichbedeutend mit dem Stromverbrauch von klassischen Glühbirnen oder Halogenleuchten. Da der Energieverbrauch bei LED-Leuchten deutlich geringer ist als die Lichtausbeute, macht die alte Angabe keinen Sinn mehr. Die Helligkeit von LED-Leuchtmitteln wird daher in Lumen angegeben.

Ist LED-Licht „kälter“ als Halogen- oder Glühlampen-Licht?

Das kommt auf die Lichtfarbe an. Diese wird in der Einheit Kelvin angegeben. Je höher die Kelvin-Zahl ist, desto „kälter“ ist das Licht und umgekehrt (ausführliche Infos hierzu im Beitrag „Lumen, Watt oder Kelvin – wir bringen Licht ins Dunkle“ unter „Links“).

Leuchtmittel entsorgen – (k)ein Problem?

Traditionelle Leuchtmittel wie Glühlampen oder Halogenlampen haben gegenüber Energiesparlampen und LED-Leuchten den Vorteil, dass sie am Ende ihrer Lebensdauer über den normalen Hausmüll entsorgt werden können. Sowohl LED- als auch Energiesparlampen müssen wegen der enthaltenen umweltschädlichen Bestandteile als Sondermüll entsorgt werden.

Stand: September 2019