Staub in der Wohnung: Nur lästig oder auch gesundheitsschädlich?

Staub gibt es in jeder Wohnung: Auf dem Regal, unter dem Bett und auf der Fensterbank. Kaum hat man ihn weggewischt, ist er schon wieder da. Doch woher kommen die grauen Flusen? Beeinträchtigt Staub die Gesundheit? Und warum vertragen sich Staub und Computer nicht?

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Staub auf Finger

Die Sonne bringt es an den Tag: Da flirren kleinste Partikel in der Wohnung umher – saugen und staubwischen scheint zwecklos. Wohnungsstaub ist ein lästiges Grundübel. Auch wenn sich täglich im Durchschnitt pro Quadratmeter nur rund sechs Milligramm Staub bilden, auf die Dauer stört er doch. Da die Quellen für die Staubbildung sehr zahlreich sind, kann Hausstaub auch aus vielen verschiedenen Stoffen bestehen. Und nicht alle sind harmlos.

Was ist Staub?

Kein Staub ist gleich, denn Staub ist eine Mischung aus verschiedenen Stoffen. Diese können organischer Natur sein (zum Beispiel Brötchenkrümel, Pollen oder eine tote Spinne) oder anorganischer Art wie Schadstoffe aus Teppichböden oder lackierten Möbeln. Wie Staub zusammengesetzt ist, hängt somit stark von der Gestaltung und Nutzung der Räumlichkeiten im Haus ab, aber auch von der Umgebung um das Gebäude. In einem ländlichen Gebiet besteht somit eine andere Staubbelastung als in einem Industriebezirk an einer Hauptverkehrsstraße. Auch das Vorhandensein von tierischen Mitbewohnern wie Hund, Vogel und Katze hat Einfluss auf die Staubzusammensetzung.

Woher kommt der Staub im Haus?

Der Staub in der Wohnung hat verschiedene Quellen:

Staub kommt von draußen in die Wohnung:

  • Aus Schornsteinen von Gebäuden, Auspuffen von Autos oder Blättern und Blüten von Pflanzen werden kleinste Teilchen in die Luft abgegeben. Diese gelangen bei jedem Öffnen von Fenstern oder Türen ins Haus. Auch allerlei Insekten und Spinnen kommen ins Haus, die irgendwann in einer Ecke verhungern und sich dann zersetzen.

Der Mensch selbst ist ein ständiger Staubproduzent:

  • Da die Haut sich ständig erneuert, werden täglich ein bis zwei Gramm abgestorbene Hautpartikel in die Luft abgegeben.
  • Zudem trägt man mit Kleidung und Schuhen feinste Staubteilchen von draußen in die Wohnung.

In der Wohnung selbst entsteht durch die Gegenstände und deren Nutzung auch Staub:

  • Durch das Gehen von einem Zimmer in ein anderes, dem Sitzen und Aufstehen auf dem Stuhl oder dem Arbeiten am Schreibtisch entsteht ein Abrieb von Fasern und Fusseln von Teppichen, Polstermöbeln, Kleidung und anderen Gegenständen.
  • Auch beim Kochen, Backen und Toasten oder Handwerken entstehen Stäube.
  • Staubquellen im Haus sind auch brennende Kerzen oder der Toaster.
  • Beim Heizen (z.B. Heizungsanlagen, Kaminen und Kaminöfen) wird Ruß gebildet.

Warum liegt in der Raummitte weniger Staub?

In einem Raum ist die Raummitte meist wärmer als die wandnahen Bereiche. Aus diesem Grund steigt im Zimmer vorhandener Staub zunächst mit der warmen Luft nach oben, um dann in Wandnähe mit der kühleren Luft wieder abzusinken. Dabei bleibt der herabsinkende Staub an Bilderrahmen, Schränken oder Regalen in Wandnähe hängen. Dadurch verstauben sie stärker als Möbel mitten im Raum.

Wie entstehen Staubflusen, auch Wollmäuse genannt?

An Oberflächen jeglicher Art wie Fußboden, Glasvitrinen, Möbeln oder Lampenschirmen haften die Staubteilchen leicht. Streicht nun ein Luftzug oder gar ein Wind über eine verstaubte Fläche, lösen sich die Staubteilchen vom Untergrund und ballen sich zusammen. Diese Staubansammlungen werden auch als Staubflocken, Staubflusen oder Wollmaus bezeichnet. Da insbesondere unter Schränken und Betten ein flacher Luftzug herrscht, entstehen hier besonders viele Wollmäuse.

Geht von Staub ein Gesundheitsrisiko aus?

Enthält der Staub organisches Material wie Essenskrümel, Pflanzenteilchen oder Hautschuppen, fühlen sich auch Milben und andere Minilebewesen wie Bakterien und Schimmelpilze wohl. Wird dieser nicht entfernt bzw. reduziert, entwickelt sich ein gutes Kleinstbiotop, in dem sich diese unerwünschten Mitbewohner gut und gerne vermehren. Im Hinblick auf die Gesundheit sind Hausstaubmilben wie auch Schimmelpilze im Staub von Bedeutung:

  • Die Hausstaubmilbe – genauer gesagt, ihr Kot, kann zu allergischen Reaktionen führen. Gerade das Kopfkissen bietet ideale Lebensbedingungen für die Hausstaubmilbe, gibt es da doch reichlich Hautschuppen, Wärme und Feuchtigkeit vom Kopf der schlafenden Person. Eine Hausstaubmilbe hinterlässt pro Tag etwa 20 Kotkügelchen während ihres sechswöchigen Lebens. Da sie besonders leicht sind, gelangen sie beim Aufschütteln des Kissens in die Luft. Wird nur der Bezug gewaschen, nicht aber das Kopfkissen, kann nach jahrelangem Gebrauch das Gesamtgewicht des Kopfkissens aus bis zu zehn Prozent von lebenden und toten Milben bestehen.
     
  • Schimmelpilze können beim Menschen allergische Reaktionen auslösen, aber auch Symptome wie Atemwegsbeschwerden oder Husten. Durch die Untersuchung des Hausstaubs kann festgestellt werden, wie stark Innenräume mit Schimmelpilzen belastet sind.

An Staub können sich auch chemische Stoffe binden wie zum Beispiel Weichmacher, die sich aus Möbeln und Farben gelöst haben, oder Rückstände, die beim Verbrennen von Kaminholz entstehen. Zu diesen Rückständen aus Verbrennungsvorgängen gehören so genannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), von denen ein Krebsrisiko ausgeht.

Staub ist brandgefährlich

Durch elektrostatische Aufladung können sich Staub und Fasern ansammeln. Dies ist bei wärmeabgebenden Geräten wie Fernseher oder Computer gefährlich, da dies im harmlosesten Fall zu einem technischen Defekt führen kann, aber auch einen Brand auslösen kann.

Gerade die zahlreichen Verkabelungen am Computer erschweren ein gründliches Saubermachen, so dass sich hier leicht Staub ansammeln und zusammenballen kann. Gelangen diese Staubflusen in den Ansaugstrom des Lüfters des PC oder eines anderen Gerätes, kann dies die Kühlung beeinträchtigen und zu Folgeschäden führen. Damit dies nicht passiert, sind luftgekühlte Geräte mit einem Staubfilter ausgestattet. Doch in den feinen Kühlrippen des Filters kann sich bei jahrelangem Gebrauch dennoch Staub ablagern. Während man die rückseits am Gerätegehäuse angebrachten Lüftungsgitter selbst von außen reinigen kann, sollte die Reinigung des Innenlebens eines PC einem Fachmann überlassen werden.

Wie lässt sich Staub im Haus vermeiden?

Die wirksamsten Mittel gegen den Staub sind Lüften und Reinigen:

  • Mit Lüften lässt sich am besten Staub aus der Wohnung entfernen. Dies klingt zunächst widersprüchlich, da mit Lüften auch von draußen Staub in die Wohnung gelangt. Doch im Allgemeinen gelangt beim Lüften viel mehr Staub von drinnen nach draußen als umgekehrt. Wer an einer stark befahrenen Straße wohnt, sollte nach Möglichkeit in verkehrsärmeren Zeiten die Fenster zum Lüften öffnen.
    Um mit dem Lüften einen deutlichen Staubabtransport aus der Wohnung zu erzielen, ist regelmäßiges Lüften, am besten morgens und abends, wichtig. Der Effekt wird noch erhöht, wenn durch Öffnen von mehreren Fenstern und Innentüren eine Durchzugslüftung möglich ist.
     
  • Reinigen hilft gegen Staub. Ein feuchtes Tuch ist am besten, da es den Staub besser bindet als ein trockenes Tuch. Auch regelmäßiges Staubsaugen hilft beim Kampf gegen den Staub. Dabei sind Staubsauger mit Zusatzfilter zu bevorzugen, da sonst ein Teil des aufgesaugten Staubes gleich wieder in die Raumluft gelangt.

Durch eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit in der Wohnung lässt sich die Staubbildung vermindern, da Staub keine feuchte Luft mag. Darauf ist vor allem im Winter zu achten, wenn durch das Heizen die Raumluft besonders trocken wird.

Die Belastung mit Staub lässt sich auch vermindern durch
- mehr Zimmerpflanzen
- weniger Staubfänger wie Dekoartikel und Kissen
- Rauchverzicht in der Wohnung
- richtigen Umgang mit Kerzen (beim Brennen nicht rußen lassen, keine Zugluft beim Abbrennen)
- Kauf emissionsarmer Geräte wie zum Beispiel Drucker (erkennbar am Symbol „Blauer Engel“)

Stand: März 2019