Nachhaltig Renovieren: Wie geht das?

Ein neues Outfit für die eigenen vier Wände? Vielleicht den Traum vom neuen Fußbodenbelag verwirklichen? Oder das Bad wieder auf Vordermann bringen? Es bieten sich viele Möglichkeiten an, das eigene Wohnumfeld zu verschönern. Mit ein bisschen Recherche und Planung lassen sich viele dieser Vorhaben sogar nachhaltig umsetzen.

evondue Pixabay clean-paintbrushes-2249289_1920.jpg

Malerpinsel unterschiedlicher Größe, neu und gebraucht

Ökologische Aspekte

Die ökologischen Gesichtspunkte einer nachhaltigen Vorgehensweise beziehen sich auf eine Ressourcenschonung, den Energieeinsatz und die ökologische Unbedenklichkeit des Vorhabens. Dabei wird die gesamte Kette an Maßnahmen betrachtet: von der Planung der Renovierung über die Herstellung, Beschaffung und Verwendung der eingesetzten Materialien bis zu Rückbau und Entsorgung der eingesetzten Baustoffe.

Ökonomische Aspekte

Wer glaubt, dass Kosten für nachhaltiges Renovieren keine Rolle spielen, liegt falsch. So würden hohe Nachfolgekosten einer Renovierung dem Gedanken der Nachhaltigkeit entgegenstehen. Ein nachhaltig produziertes Panoramafenster, das aber wenig isolierend wirkt und damit im Nachgang für hohe Heizkosten sorgt, würde wahrscheinlich früher ausgetauscht werden. Eine Alternative sollte in diesem Beispiel sowohl die Produktion als auch den Einsatz des Produktes betrachten. Damit würde dem Ziel der Nachhaltigkeit eher entsprochen werden, auch wenn die Alternative beim Kauf erstmal teurer ist. Denn ein weniger gut isoliertes Panoramafenster würde natürlich auch die CO2-Bilanz der Renovierung verschlechtern.

Soziale Aspekte

Im Umfeld größerer Baumaßnahmen werden soziale Aspekte relativ schnell offenbar. So stellt sich beispielsweise die Frage beim Hausbau, ob das geplante Objekt ein Nachbargrundstück stark beschattet und damit die Lebensqualität Dritter negativ beeinflusst. Aber auch Renovierungsarbeiten in der Mietwohnung können soziale Aspekte haben. Ein Fußbodenbelag ohne Trittschalldämmung kann die Wohn- und Lebensqualität in den Räumlichkeiten unter der eignen Wohnung massiv beeinträchtigen. Auch die gesundheitlichen Auswirkungen einer Renovierungsmaßnahme werden in den sozialen Aspekten betrachtet.

Den ersten Schritt machen

Dass nachhaltiges Renovieren eine vielfältige Betrachtungsweise voraussetzt muss nicht abschrecken. Meist werden Renovierungsarbeiten nur in Teilen der Wohnung vorgenommen. Oder es werden bestimmte Einzelvorhaben durchgeführt wie Tapezieren/Streichen, einen Fußboden neu verlegen oder ein Fensteraustausch steht an.

Entscheidend ist, den ersten Schritt zu tun und Nachhaltigkeit als wichtigen Punkt einer Renovierung zu begreifen und zu handeln. Beratung erhalten Heimwerker beispielsweise im Nachhaltigen Warenkorb.

Wer gleich die ganze Wohnung oder das komplette Eigenheim nachhaltig in Angriff nehmen möchte, sollte sich fachkundigen Rat einholen. Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen bietet umfangreiches Informationsmaterial zu den Facetten des nachhaltigen Bauens an. Auch hält der Verein eine Datenbank vor, in der Interessierte nach regionalen Beratern suchen können.

Die hessische Architekten- und Stadtplanerkammer bietet neben Daten und Fakten zum Thema Nachhaltiges Bauen auch ein paar außergewöhnliche Best-Practice Bauprojekte auf ihren Seiten an.

Nicht versäumt werden sollte ein Besuch der Seiten der Förderbank des Bundes KfW zu den Möglichkeiten, Projekte im privaten Wohnungs- und Haus finanziell zu unterstützen. Dort werden zu zahlreichen Vorhaben Zuschüsse oder günstige Kredite angeboten.

Informationen zur Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Hessen sind auf der Website des Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zu finden. (Eck)

Stand Dezember 2020