Mähroboter – praktische Gartenhelfer oder gefährliche Umweltsünder?

In vielen Hausgärten sind sie stundenlang unterwegs – häufig bei Tag und manchmal sogar in der Nacht: Mähroboter, die den Hauseigentümern das mühsame Rasenmähen abnehmen sollen. Doch der Einsatz rund um die Uhr ist weder einer guten Nachbarschaft noch der Natur zuträglich. Was sollten Grundstückseigentümer vor der Inbetriebnahme eines Mähroboters beachten?

Mähroboter USA-Reiseblogger - Pixabay.jpg

Mähroboter auf dem Rasen

Elektronische Heinzelmännchen für die Rasenpflege

Mähroboter sind Akku-betriebene Rasenmäher, die nach entsprechender Programmierung selbständig Rasenflächen bis zu 800 Quadratmeter mähen können. Das Mähen mit diesen Geräten dauert allerdings deutlich länger als mit konventionellen Mähern (bis zu sechs Stunden für rund 200 Quadratmeter). Außerdem müssen sie bauartbedingt den Rasen viel häufiger, das heißt, mehrmals pro Woche mähen.

Praktisch und fast überall einsetzbar

Trotz dieser und anderer Problematiken kann der Betrieb von Mährobotern sinnvoll und vor allem komfortabel sein. Vor allem für Berufstätige, ältere oder körperlich eingeschränkte Menschen sind sie unter bestimmten Voraussetzungen eine Hilfe bei der Bewältigung der Gartenpflege. Die bei fast allen Modellen notwendige Verlegung von Signaldraht, der zur Begrenzung der Mähfläche notwendig ist, übernehmen im Bedarfsfall Fachbetriebe. Diese können auch die erforderliche Erstinstallation und Programmierung des Mähroboters vornehmen.

Vor der Anschaffung ist außerdem zu beachten, dass die Geräte im Regelfall mindestens einen Meter Durchfahrtsbreite (entspricht dem Abstand zwischen zwei Signaldrähten) benötigen um von einer Rasenfläche zu einer anderen zu gelangen. Das ist dann von Bedeutung, wenn zum Beispiel sowohl die Hauptrasenfläche hinter dem Haus als auch der über einen gegebenenfalls schmalen Durchgang erreichbare Vorgartenrasen vom Roboter gemäht werden soll. Mäher, die ausschließlich sensorgesteuert betrieben werden, brauchen zur Orientierung und als Begrenzung der Rasen- beziehungsweise Grundstücksfläche feste Gegenstände wie Steine oder ähnliches.

Pflege, Wartung und Klimabedingungen

Wie alle technischen Geräte braucht auch ein Mähroboter etwas Wartung und Pflege. Ist das Messer stumpf oder beschädigt, sollte es umgehend ausgetauscht werden. Nach einigen Einsatzstunden sollte das Gerät gereinigt und einer Sichtkontrolle unterzogen werden. Diese Arbeiten sind in wenigen Minuten erledigt. Einmal pro Jahr bringt man den Mähroboter wie andere Rasenmäher zur Inspektion in die Werkstatt.

Ein Betrieb bei Regen ist aus nachvollziehbaren Gründen nicht empfehlenswert, allerdings haben einige Mäher einen entsprechenden Sensor eingebaut, der das verhindert. Auch extreme Temperaturen mögen die Geräte nicht. Ist es unter zehn Grad kalt, ist die Ladefähigkeit des Akkus reduziert. Bei großer Hitze altert der Akku besonders schnell.

Viele Sicherheitsmängel

In einem Test der Stiftung Warentest offenbarten sämtliche der elf geprüften Produkte auch namhafter Hersteller zahlreiche Sicherheitsmängel. Zwei Testkandidaten mussten sogar mit „mangelhaft“ bewertet werden, da sie beispielsweise Kinderfüße nicht rechtzeitig erkannten.

Auch Wildblumen und Tiere wie Igel oder viele Insekten sind vor den Geräten nicht sicher, insbesondere dann nicht, wenn die Mähroboter nachts oder in der Dämmerung ihren Dienst tun. Doch mit ihrem Einsatz außerhalb der üblichen Gartennutzung sind noch weitere Probleme verbunden. So ist das stundenlange Umherfahren sowohl tagsüber als auch auch an Wochenenden, aber vor allem spätabends, frühmorgens oder gar in der Nacht für die unmittelbare Nachbarschaft sehr störend und somit konfliktträchtig.

Flora und Fauna schützen

Sowohl zum Schutz von nachtaktiven Tieren im Garten als auch im Sinne einer guten Nachbarschaft sollten Gartenbesitzer einen Mähroboter nur tagsüber und nicht sonntags einsetzen. Außerdem ist Vorsorge zu treffen, dass ihm spielende (Klein-)Kinder nicht zu nahekommen können.

Auf einem Teil der Rasenfläche sollte ein Bereich für Wildblumen und –kräuter reserviert bleiben. Das sieht nicht nur hübsch aus, sondern bietet Insekten und damit Vögeln eine notwendige Nahrungsgrundlage.

Rasendüngung auf Mährobotereinsatz abstimmen

Ein Mähroboter produziert ständig eine gewisse Menge Gründünger (Mulch), da er keine Fangvorrichtung für den Rasenschnitt besitzt. Doch die Schnittdüngung alleine reicht dem Rasen zur Nährstoffversorgung nicht aus, zumal der Verrottungsprozess der Halme eine gewisse Zeit dauert. Experten empfehlen daher den Einsatz sogenannter Aktivdünger. Dieser enthält Mikroorganismen, die helfen, den Gründünger in verwertbare Nährstoffe umzuwandeln.

Fazit

Mähroboter sind für viele Gartenbesitzer eine segensreiche Erfindung. Beim Gebrauch müssen sicherheitsrelevante Dinge jedoch ebenso bedacht werden wie ein umwelt- und sozialverträglicher Einsatz. Auch die Rasendüngung sollte entsprechend angepasst werden. (ack)

Stand: Juni 2020