Laut und wenig effizient: Mobile Klimaanlagen

Mobile Klimaanlagen sind nach landläufiger Meinung vor allem Stromfresser, ineffizient, laut und unpraktisch. Aber sie verkaufen sich wie geschnittenes Brot. Immer neue Geräte kommen auf den Markt. Was ist dran an den Vorurteilen, und gibt es auch Vorteile? Wir haben die Antworten.

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Thermomether vor blauem Himmel

Kondenswasser und dicke Abluftschläuche

Es ist Sommer. Die Sonne brennt, im Gebäude ist es stickig und heiß – und eine Klimatisierung der Räume existiert nicht. Wer in dieser Situation nach Abkühlung lechzt, greift häufig zu mobilen Klimageräten. Doch diese haben nicht nur bei Verbraucher- und Naturschützern einen schlechten Ruf, insbesondere wegen des hohen Stromverbrauchs.

Aber auch andere Nachteile müssen Käufer dieser Geräte in Kauf nehmen, etwa die vergleichsweise hohe Lärmemission sowie eine gewisse Unhandlichkeit durch das hohe Gewicht und die zum Teil dicken Schläuche für die Abluft und das beim Betrieb entstehende Kondenswasser. Trotzdem erfreuen sich mobile Klimageräte insbesondere in heißen Sommermonaten einer großen Beliebtheit, so dass nicht selten deren Lagerbestände bei den Händlern bereits ab Mitte Juli geräumt sind.

Da auch für mobile Klimageräte gilt, dass man nicht alle(s) über einen Kamm scheren kann, sollen im Folgenden für interessierte Verbraucher Anwendungsbereiche, Technik und Funktionsweise, Betriebskosten sowie Umweltaspekte der Geräte beleuchtet werden.

Anwendungsbereiche

Mobile Klimageräte – so besagt es bereits die Bezeichnung – sind schon aufgrund der hohen Geräuschentwicklung von bis zu 65 Dezibel nicht für den stationären, sondern den mobilen und temporären Einsatz konzipiert. Häufig werden sie dazu genutzt, einen (wechselnden) Raum zu Hause oder am Arbeitsplatz in der Größenordnung 15 bis 30 Quadratmeter um einige Grad herunter zu kühlen. Diese Kühlleistung genügt in aller Regel auch, denn die meisten Klimageräte entziehen der Raumluft gleichzeitig Feuchtigkeit, so dass die Luft kühler empfunden wird.

Wer dauerhaft einen bestimmten Raum – beispielsweise das Schlafzimmer – klimatisieren will, ist mit einem so genannten Splitgerät in der Regel besser bedient, da dieses deutlich leiser und auch effizienter als ein mobiles Klimagerät arbeitet. Bei Splitgeräten sind Kühlkompressor und Raumluftansaug- beziehungsweise Gebläse-Einheit baulich getrennt. Zwischen beiden Einheiten zirkuliert über eine Schlauchverbindung das Kältemittel. Der Kompressor, der auch die warme Abluft nach außen abgibt, wird beispielsweise an der Hauswand montiert und über einen Wanddurchbruch mit dem Innenteil, das auch die Steuerung enthält, verbunden.

Technik

Mobile Klimageräte werden auch als Monoblöcke bezeichnet. Das bedeutet, dass die Geräte Kompressor, Lüfter und Kältemittel in einem Gerät vereinen. Die bei der Kühlung erzeugte warme Abluft muss durch einen relativ dicken, flexiblen Schlauch nach Außen abgeführt werden. Dies geschieht in der Regel durch ein einen Spalt weit geöffnetes Fenster. Nachteilig ist dabei, dass warme Luft von außen durch das teilweise geöffnete Fenster in den Raum strömen und somit den Kühleffekt reduzieren kann. Deshalb ist es wichtig, den Spalt so gut wie möglich abzudecken. Viele Hersteller liefern entsprechende Abdeckhilfen mit, die jedoch für Kippfenster in der Regel ungeeignet sind. Das bei der Kühlung und Entfeuchtung der Raumluft gleichfalls entstehende Kondenswasser wird je nach Gerätetyp durch einen dünnen Plastikschlauch ebenfalls nach außen abgeführt oder in einem regelmäßig zu entleerendem Behälter im Gerät gesammelt.

Effizienz

Die Stiftung Warentest hat im Jahr 2018 unter anderem fünf Monoblock-Klimageräte getestet. Hauptkritikpunkte waren zum einen der hohe Stromverbrauch von bis zu 1.000 Watt pro Stunde. Die im Vergleich zu fest installierten Splitgeräten hohen Geräuschpegel sowie die geringere Effizienz der Monoblöcke wurden ebenfalls kritisiert: Während ein gutes Splitgerät im Test knapp zehn Minuten benötigte, um einen 14 m2 großen Raum von 35 auf 25 Grad abzukühlen, brauchten die mobilen Geräte für die gleiche Leistung 45 bis 106 Minuten.

Kosten

Mobile Klimageräte sind im Vergleich zu den Splitgeräten deutlich günstiger in der Anschaffung, da letztere von fachkundigen Monteuren installiert werden müssen. Je nach Aufwand sind hierfür etwa 1.000 bis 1.500 Euro zusätzlich zu veranschlagen. Monoblöcke verbrauchen jedoch deutlich mehr Energie. Laut Stiftung Warentest kommt ein Splitgerät unter Testbedingungen mit etwa 38 Euro Betriebskosten in zwei Monaten auf weniger als die Hälfte der Kosten eines Monoblocks, der bis zu 84 Euro Stromkosten im gleichen Zeitraum verursacht. In der Modellrechnung hat Stiftung Warentest etwa 28 Cent Stromkosten pro Betriebsstunde für ein unter Volllast betriebenes, mobiles Klimagerät errechnet.

Umwelt

Das in einem Klimagerät klassischer Bauart zirkulierende Kältemittel ist je nach Gemisch mehr oder weniger stark umweltschädlich. So entstehen bei Entweichen von 500 Gramm eines bestimmten Mittels (R 410A) Klimaschäden, die ein Passagier auf dem Flug von Frankfurt nach Dubai verursachen würde. Andere im gleichen Umfang entweichende Mittel schädigen das Klima „nur“ so stark wie eine Bahnfahrt von rund 50 Kilometern. Verbraucher sollten daher beim Kauf unbedingt auch auf die Umwelteigenschaften der Geräte achten. Hat ein mobiles Klimagerät eines Tages ausgedient, muss es sachgerecht wie ein Kühlschrank entsorgt werden.

Eine Besonderheit stellen Geräte dar, die mit Eis oder mit Kühl-Akkus als Kühlmittel betrieben werden. Beide Betriebsarten sind zwar besonders umweltfreundlich und sparsam, erfordern jedoch einen vergleichsweise hohen Wartungsaufwand.

Gesundheit

Häufig hängt Klimageräten der Nimbus einer „Keimschleuder“ an. Dies ist jedoch pauschal so nicht richtig. Im Gegenteil: Wird ein Klimagerät regelmäßig fachgerecht gewartet und gegebenenfalls desinfiziert, enthält die gekühlte Raumluft sogar weniger Keime und Allergene als die Luft eines nicht-klimatisierten Raums.

Alternativen

Wer auf den Einsatz mobiler Klimaanlagen verzichten will, kann auf klassische Ventilatoren zurückgreifen. Diese kühlen zwar nicht die Raumluft, aber sorgen durch die Luftbewegung für einen als Kühlung wahrgenommenen Effekt. Grundsätzlich empfiehlt es sich, an heißen Tagen abends und vor allem in den frühen Morgenstunden gründlich durchzulüften, danach die Fenster zu schließen und von außen zu beschatten.

Fazit

Wer ein Klimagerät nur zeitweilig und womöglich in wechselnden Räumen nutzen möchte, kann auf ein mobiles Klimagerät zurückgreifen. In Kauf zu nehmen sind jedoch die im Vergleich zu Split- bzw. Einbaugeräten höheren Energiekosten, eine geringere Effizienz sowie eine deutlich höhere Geräuschentwicklung der Monoblock-Geräte. Letztere sind jedoch in der Anschaffung günstiger als die von einem Fachbetrieb zu installierenden Splitgeräte. Wer sich für die Anschaffung eines mobilen Klimagerätes entscheidet, sollte darauf achten, dass es mit einem wenig umweltschädlichen Kühlmittel betrieben wird. Der Betrieb von Klimageräten ist gesundheitlich unbedenklich, sofern die Anlage regelmäßig gewartet und desinfiziert wird. (ack)

Stand: Juli 2019