Kellerlüftung – im Sommer ist Vorsicht geboten

Schimmel im Keller ist leider keine Seltenheit. Wer den feuchten Keller im Sommer lüftet, verschlimmert das Problem. Die "Hessische Energiespar-Aktion" informiert, warum es gerade im Sommer zu Feuchtigkeitsschäden kommen kann.

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Schimmelbefall an einer Mauer

Bei warmer Außenluft steigt die Gefahr, dass es bei der Kellerlüftung zu Feuchtigkeitsschäden kommt. Gerade im Sommer, wenn viel gelüftet wird, werden die Wände, Decken oder Fußböden vieler Keller schnell feucht. Die Hessische Energiespar-Aktion nennt die Gründe dafür.

Warme Luft kühlt sich an kalten Kellerwänden ab

Die Ursache: Die Kellerwände sind kalt und die beim Lüften herein strömende Außenluft im Sommer warm und feucht. Diese feuchtwarme Luft kühlt sich an den Kellerwänden und übrigen Bauteilen ab und „schwitzt“, weil der in der Luft enthaltene Wasserdampf kondensiert. Da kältere Luft weniger Wasserdampf enthält als warme, kommt es zum Niederschlag an allen kalten Bauteilen. Dieses Kondenswasser bildet dann feuchte Flecken im Putz. Man fragt sich: "Wo kommen die her, ich habe doch gelüftet?"

Kondenswasser im Putz bildet Flecken

Dass die Kellerlüftung im Sommer gerade die Ursache für die Feuchtigkeitsbildung ist, wissen die wenigsten.

„Bei alten Häusern mit Natursteinmauern oder auch kalten Steinböden gibt es dasselbe Problem. An einer alten bayrischen Klosterkirche hing im Sommer das Schild: „Tür bitte wegen Lüftung offen halten“. Der Küster sagte, sie hätten unerklärlicherweise jeden Sommer Feuchtigkeit in der Kirche und deshalb lüfteten sie. Was er nicht wusste: Damit wurden die Schäden erst verursacht oder verstärkt“, so Werner Eicke-Hennig, Leiter der „Hessischen Energiespar-Aktion“.

Ein Beispiel verdeutlicht den Ablauf: Eine Flasche „beschlägt“, wenn sie im Sommer aus dem Kühlschrank genommen wird. Genau so entstehen auch feuchte Keller. Bei dem typischen Wasserdampfgehalt der Sommerluft genügen 12-14 °C kalte Oberflächen der Kellerbauteile und es kann bereits zu Feuchteflecken kommen.

Tipp: Messen Sie die Temperatur der Kellerbauteile im Sommer mit einem kleinen Laserthermometer aus dem Bau- oder Elektronikmarkt. Damit bekommen Sie ein Gefühl für die Verhältnisse. Bei kühlen Bauteilen unter 12 °C in den Monaten Mai bis September heißt es, die Kellerfenster lieber geschlossen halten.

Richtig lüften und Schimmelpilzbildung vermeiden

  • Optimal wird der Keller im Sommer nur in den frühen Morgenstunden oder kühlen Nächten gelüftet.
  • Dies ist auch an kühlen Regentagen möglich, denn Regen befeuchtet die Luft nicht, der Wasserdampf in der Luft ist hingegen unsichtbar.
  • Eine intensive Lüftung der Kellers ist an kühleren Tagen im Frühjahr oder Herbst auf jeden Fall zweckmäßiger als in den Sommermonaten. Der beste Lüftungserfolg findet im Winter statt.
  • Wenn im Keller gewaschen, getrocknet und gebügelt wird, ist regelmäßiges Stoßlüften wichtig. 
  • Mit gekipptem Fenster zu lüften ist bei unbeheizten Kellerräumen im Winter sinnvoll solange es nicht friert.
  • Bei Außenwänden im Keller gilt genauso wie in den Wohnräumen: Möbel nicht zu dicht an die Kellerwand rücken, damit auch die Luft dahinter zirkulieren kann.
  • Ist ständig Feuchtigkeit im Keller, sollten sich Hausbesitzer auf die Suche nach der Ursache machen, denn sonst sind Bauschäden und Schimmelpilzbildungen vorprogrammiert.
  • Eine Abdichtung der Kellerwände gegen Feuchtigkeit, kann bei einer Kellersanierung nachträglich eingebaut werden.

Die Energiesparinformation Nr. 08 "Lüftung im Wohngebäude" enthält weitere Informationen .

Stand: September 2019