Kameraüberwachung – Was ist erlaubt?

Viele Hausbesitzer möchten mit Überwachungskameras ihr Haus vor Einbrüchen und Vandalismus schützen. Welche Regeln gilt es dabei zu beachten und darf eine Überwachung auch bei Mietshäusern stattfinden?

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Einbrecher mit Brechstange wird per Video überwacht

Die Einbruchszahlen in Deutschland gehen in den letzten Jahren zurück. Durch Homeoffice und eingeschränkte Freizeitaktivitäten aufgrund der Corona-Pandemie waren viel mehr Menschen zu Hause als sonst. Dennoch ist es ratsam, sich mit dem Thema Einbruchschutz auseinanderzusetzen, denn in der dunklen Jahreszeit zählen Einbrüche weiterhin zu den häufigsten Kriminaldelikten und die Aufklärungsrate liegt weiterhin bei nur 17,6 Prozent (Quelle: Statista.de). Da stellt sich die Frage, wie man seine eigenen vier Wände sicherer machen kann. Die Widerstandsfähigkeit von Türen und Fenstern spielen dabei eine große Rolle, aber auch Überwachungsanlagen, zum Beispiel Kameras, sind wichtige Sicherheitsaspekte.

Darf man sein Haus überhaupt mit einer Kamera überwachen?

Ja. Aber: Eine private Videoüberwachung gefährdet das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und das Recht am eigenen Bild, daher gibt es gewisse Regeln, die man dabei beachten muss:

  • Die Kamera darf nur das eigene Grundstück filmen. Auf schwenkbare Kameras sollte daher verzichtet werden.
  • Aufnahmen vom Nachbargrundstücken oder öffentlichen Bereichen wie Straßen oder Gehwegen sind untersagt.
  • Besucher sollten darauf aufmerksam gemacht werden, dass das Grundstück videoüberwacht wird. Am besten mit einem Hinweisschild.
  • Tonaufnahmen sind bei jeder Form der Videoüberwachung nicht erlaubt. Eventuelle Audiofunktionen der Kamera und der Software muss man daher deaktivieren.
  • Kamera-Attrappen sind erlaubt, sollten aber ebenfalls nicht auf das Nachbargrundstück oder öffentliche Bereiche ausgerichtet sein.

Darf ein Vermieter Kameras im Mietshaus anbringen?

Vor dem Anbringen von Überwachungskameras in einem Mietshaus benötigt der Vermieter von allen Bewohnern eine schriftliche Zustimmung. Der Vermieter muss den Mieter außerdem darüber informieren, wo die Kameras angebracht werden, welche Bereiche erfasst werden, in welcher Zeit die Kameras aktiv sind, wer Zugriff auf die Aufnahmen hat und wie lange die Aufnahmen gespeichert werden.

Besitzt man eine Eigentumswohnung, dürfen nur private Bereiche überwacht werden, zum Beispiel der Balkon oder die Terrasse. Gemeinschaftlich genutzte Flächen wie Eingangsbereiche, Hausflure und Gärten dürfen nicht per Video überwacht werden.

Darf man aufgenommenes Videomaterial veröffentlichen?

Die Einbrecher sind auf dem Videomaterial klar zu erkennen. Ein Verbreiten des Videos in den Sozialen Medien könnte die Täter vermutlich überführen. Doch Vorsicht! Selbstjustiz ist untersagt, denn auch der Einbrecher hat Persönlichkeitsrechte und kann für die Veröffentlichung des Materials Schadenersatz verlangen. Das Videomaterial darf daher nur der Polizei ausgehändigt werden.

Staatliche Förderungen für Einbruchschutz

Smarthome­Anwendungen mit Einbruchmeldefunktion, sprich Überwachungskameras, werden von der Förderbank KFW in Frankfurt am Main bezuschusst. Die Zuschussbeträge sind gestaffelt und betragen maximal 1.600 Euro. Für die ersten 1.000 Euro der Ausgaben erhält man einen Zuschuss in Höhe von 20 Prozent. Für jeden weiteren Euro bekommt man nur noch einen Zuschuss in Höhe von 10 Prozent. Wie man den Zuschuss beantragt, erfährt man bei der KFW. (schl)

Stand: Dezember 2021