Gartengeräte mit Akku – Zeit für den Umstieg?

Gartenarbeit mit manuellen Werkzeugen ist mühsam. Ob Heckenschere, Vertikutierer oder Rasenmäher, viele Gartengeräte werden in maschineller Ausführung bevorzugt. Da stellt sich die Frage, lohnt sich der Umstieg von Kabel oder Verbrennungsmotor auf Akkus? Welche Vor- und Nachteile gibt es und wie umweltfreundlich sind diese Gartenmaschinen?

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Rasenmäher mit Akku

Akkubetriebene Gartengeräte werden immer leistungsstärker und dadurch beliebter. In den Baumärkten haben mittlerweile alle namhaften Herstellern auch Produkte im Angebot, die mit Akku betrieben werden. Gegenüber Gartengeräten mit Verbrennungsmotoren haben sie deutliche Gewichtsvorteile. Sie sind rückenfreundlicher, gelenkschonender und erfordern nicht so viel Kraftaufwand. Weiterhin sind wenig bis gar keine Wartungsarbeiten notwendig (Zündkerzenwechsel, Vergaser säubern etc.). Gegenüber kabelgebundenen Geräten ist der größte Vorteil, dass freie Arbeiten ohne lästiges Kabel. Gerade beim Rasenmähen oder Heckenschneiden muss man nicht mehr aufpassen, dass versehentlich das Kabel durchtrennt wird.

Lithium-Ionen-Akkus – teuer aber länger haltbar

Die Hersteller setzen hauptsächlich auf Lithium-Ionen-Akkus. Diese sind auch in Smartphones, Tablets oder Notebooks verbaut und können vergleichsweise viel Energie speichern. Sie weisen außerdem nur noch einen geringen Memory-Effekt auf. Das heißt, ihre Kapazität leidet nicht mehr so stark durch das häufige Auf- und Entladen.

Die Unabhängigkeit vom Netzstrom ist allerdings nicht ganz billig, Lithium-Ionen-Akkus sind in der Herstellung sehr teuer. Am besten achtet man bei der Anschaffung darauf, dass der Akku austauschbar ist und für mehrere Geräte kompatibel. Der Vorteil dabei ist, dass man mit einem Akku sowohl die Heckenschere als auch den Rasentrimmer nutzen kann.Wenn der Akku ausgewechselt werden muss,  braucht man auch nur diesen zu ersetzen und nicht das ganze Gerät.

Nachteile von Akku-Geräten

Der Rasenmäher oder die Heckenschere funktionieren nur so lange der Akku noch genügend geladen ist. Besonders Geräte, die viel Strom verbrauchen, halten nicht lange durch. Wenn man etwa eine große Rasenfläche mähen oder eine lange Hecke schneiden will, muss man meist eine Pause einplanen, um den Akku wieder aufzuladen. Es gibt zwar Schnellladegeräte, aber die komfortablere Alternative ist, einen zusätzlichen Akku zu kaufen.

Auch Hitze und Kälte können Akkus zusetzen. Daher sollte man die Akkus niemals in die pralle Sonne legen oder im Winter im Gartenhaus lagern. Werden sie bei Temperaturen unter null Grad gelagert, sinkt die Leistung und sie müssen häufiger geladen werden. Generell benötigen Akkus beim Laden mehr Energie, als sie anschließend abgeben können.

Akkus sollten gegen eine Tiefentladung geschützt werden. Sie benötigen also eine gewisse Pflege, selbst wenn sich nicht genutzt werden. Denn sie entladen sich langsam und altern auch ohne Benutzung. Um sie zu schonen und vor Tiefentladung zu schützen, sollten sie regelmäßig nachgeladen werden - aber nicht auf 100 Prozent der Kapazität. Am längsten halten Akkus, wenn sie immer nur zu etwa 80 Prozent geladen und nicht unter 20 Prozent der Kapazität entladen werden.

Durch die Brandgefahr sollten Lithium-Akkus nicht in der Nähe von brennbaren Materialien (Vorhänge, Polstermöbel etc.) gelagert werden. Die Aufladung der Akkus sollte niemals unbeaufsichtigt stattfinden und am besten auf einer feuerfesten Unterlage, zum Beispiel eine Fliese. (schl)

Stand: März 2021