Austausch der Stromzähler

Analoge Stromzähler werden zunehmend durch moderne digitale Geräte ersetzt. Die Integration von erneuerbaren Energien soll dadurch gefördert werden. Zudem bekommen Verbraucher einen genaueren Überblick über den eigenen Stromverbrauch. Ist der Austausch Pflicht und welche Kosten kommen auf einen zu?

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Digitaler Stromzähler

Der alte analoge Stromzähler, auch als Ferraris-Zähler bekannt, hat ausgedient. Zukünftig werden alle Haushalte in Deutschland mit einem neuen digitalen Zähler (moderne Messeinrichtung) ausgestattet. Dieser Stromzähler muss auch weiterhin wie der herkömmliche manuell abgelesen werden.

Eine Art Erweiterung ist der digitale Zähler in Kombination mit einem Smart Meter. Diese wird als intelligentes Messsystem bezeichnet und ist mit dem Internet verbunden. Die Vorteile eines intelligenten Messsystems ist das Kommunikationsmodul. So können Betreiber den Zählerstand aus der Ferne ablesen und Verbraucher überprüfen über das Smartphone wie hoch der tägliche Energieverbrauch ist. Das soll dazu motivieren, effizienter und sparsamer mit Energie umzugehen.

Auch für Smart Home ist das intelligente System sinnvoll, so kann beispielsweise der Stromfluss aus einer Solarstromanlage mithilfe des intelligenten Messsystems so gesteuert werden, dass ein Elektroauto zu einem günstigen Zeitpunkt geladen wird.

Ist der Austausch Pflicht?

Der Einbau von modernen Messeinrichtungen ist für jeden Haushalt Pflicht. Für die intelligenten Messsysteme gibt es allerdings noch keinen Pflichteinbau, da einige verfügbare Geräte noch nicht die technischen Standards einhalten. Dafür müssen mindestens drei voneinander unabhängige Unternehmen intelligente Messsysteme am Markt anbieten, die die sicherheitstechnischen Anforderungen des Gesetzes erfüllen. Den Startschuss dazu gibt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Nach dem Startschuss gilt die gesetzliche Umrüstung auf intelligente Messsysteme für folgende drei Gruppen:

  • seit 2017 für Haushalte mit einem Stromverbrauch von mehr als 10.000 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr
  • ab 2020 für Haushalte mit einem Stromverbrauch von mehr als 6.000 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr
  • seit 2017 für Betreiber von Strom erzeugenden Anlagen (zum Beispiel Photovoltaik) mit einer Nennleistung von mehr als sieben Kilowatt (kW)

Für die Berechnung wird der Durchschnitt der letzten drei Jahresverbrauchswerte ermittelt. Liegen keine Werte vor, wird ein Verbrauch von 2.000 kWh angesetzt.

Für alle anderen Verbraucher bleibt ein intelligentes Messsystem optional.

Was kostet der Austausch?

Die Messstellenbetreiber dürfen unabhängig vom Verbrauch nur maximal 20 Euro pro Jahr für den Betrieb des digitalen Zählers berechnen. Die Preisobergrenzen bei intelligenten Messsystemen sind gestaffelt und können beim BSI eingesehen werden. Bis 2032 sollen alle Verbraucher mit modernen Messeinrichtungen ausgestattet sein.

Vorsicht: Messstellenbetreiber können die Obergrenze überschreiten, sobald Sie sich ein intelligentes Messsystem freiwillig einbauen lassen oder sich für einen anderen als den grundzuständigen Messstellenbetreiber entschieden haben. (schl)

Stand: Oktober 2019