Auch Feuerlöscher brauchen Wartung

Ein Feuerlöscher ist wie viele andere Produkte gewissen Alterungsprozessen ausgesetzt und bedarf daher einer regelmäßigen Überprüfung und Wartung durch Fachleute. Die Wartungsintervalle sind unbedingt einzuhalten. Dies gilt insbesondere bei einer Feuerlöscherpflicht. Wie oft müssen Feuerlöscher überprüft werden, wer erbringt diese Dienstleistung und was wird genau dabei gemacht?

RS10528_Feuerloescher © claudia Otte - Fotolia.com_.jpg

Feuerlöscher

Wann besteht Feuerlöscherpflicht?

In Hessen wird die Verpflichtung zur Vorhaltung von Feuerlöschern durch die Feuerungsverordnung für Feuerungsanlagen beziehungsweise Brennstofflagereinrichtungen geregelt. In Privathaushalten besteht beispielsweise nur dann eine Feuerlöscherpflicht, wenn bestimmte Feuerstätten (Heizungsräume mit Ölheizungen) und/oder Heizöllagerräume betrieben werden. So muss der Verordnung entsprechend ab einer Gesamtnennwärmeleistung über 50kW ein 6 kg Pulverlöscher vorgehalten werden. Dies gilt auch für Heizöllagerräume innerhalb des Gebäudes mit einer Lagermenge von über 5.000 Liter. Für Lagerbehälter außerhalb von Heizöllagerräumen bestehen gesonderte Regelungen, die dem Paragraphen 17 der Feuerungsverordnung zu entnehmen sind.

Brandschutz ist lebenswichtig

Auch wenn nach der Feuerungsverordnung keine grundsätzliche Verpflichtung zur Vorhaltung von Feuerlöschern besteht, sollte in jedem Privathaushalt mindestens ein leicht und schnell erreichbarer, einfach zu bedienender Feuerlöscher vorhanden sein. Im Falle eines kleinen oder entstehenden Brandes kann ein funktionierender, rechtzeitig und richtig angewendeter Feuerlöscher Schlimmeres verhindern und damit sogar lebensrettend sein.

Wie oft muss der Feuerlöscher geprüft werden?

Damit ein Feuerlöscher im Ernstfall funktioniert, muss seine Funktionstüchtigkeit spätestens alle zwei Jahre überprüft werden. Auch wenn es keine gesetzlichen Vorschriften sondern „nur“ eine entsprechende Norm (DIN 14406-4) gibt, sollte man sich unbedingt an die Norm halten.

So wie man es vom „TÜV“ beim Auto kennt, erhält auch der Feuerlöscher nach bestandener Überprüfung eine neue Plakette. Nach jeweils zehn Jahren wird bei gewerblich genutzten Feuerlöschern zusätzlich die Festigkeit geprüft und eine Druckprüfung durchgeführt. Nach etwa 20 bis 25 Jahren hat der Feuerlöscher ausgedient und sollte fachgerecht entsorgt und durch einen neuen ersetzt werden. Eine Verpflichtung zur Aussonderung alter Feuerlöscher besteht allerdings nicht, solange der Feuerlöscher die technischen Prüfungen besteht.

Wird ein Feuerlöscher benutzt – und sei es auch nur für Sekunden – muss er umgehend gewartet und wieder aufgefüllt werden.

Was geschieht bei Wartung und Prüfung?

Zur Wartung und technischen Funktionsprüfung von Feuerlöschern zählen nach Norm verschiedene Prüfprozesse.

Sichtprüfung und Wartung

  • Gesamtzustand, Sauberkeit und mögliche Beschädigungen
  • Beschriftung und Prüfsiegel
  • Schutzanstrich
  • Roststellen
  • Kunststoffteile: Verfärbungen und Risse
  • Dichtungen, Anschlüsse (Erneuerung der Schlauchdichtung oder der Berstscheibe)

Funktionsprüfung

  • Armaturen zur Auslösung oder Unterbrechung des Löschvorgangs
  • Löschschlauch und Düse
  • Druckprüfung
  • Bei Kohlendioxid-Feuerlöschern: Prüfung der Löschmittelfüllung und des Schneerohres
  • Halterung

Wie findet man einen Prüfdienst?

Die Feuerwehr vor Ort kennt die örtlichen beziehungsweise in der Region befindlichen qualifizierten Firmen, die Wartungsarbeiten an Feuerlöschern  zuverlässig durchführen. Ein weiterer Ansprechpartner ist der in Kassel ansässige Bundesverband der Brandschutz Fachbetriebe e. V., der ebenfalls sachkundige örtliche Prüfdienste benennen kann.

Stand: September 2019