Steckrübe – Comeback auf dem Speiseplan

Wussten Sie, dass die Steckrübe das Gemüse der Jahre 2017 und 2018 ist? Nach vielen Jahren mit geringerer Bedeutung auf dem Speiseplan erlebt diese Knolle ein Comeback in der modernen Küche. Zu Recht: Mit ihrem leicht nussigen und süßlichen Geschmack ist sie vielseitig verwendbar und ein echter Genuss.

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Steckrübe

In den vergangenen Jahrzehnten war die Steckrübe meist seltener auf dem Speiseplan zu finden. Der Grund mag daran liegen, dass in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts die Steckrübe vor allem in kargen Zeiten häufig gegessen wurde. Besserte sich die Lebenssituation, wurden andere Lebensmittel bevorzugt. Doch die Steckrübe fristete zu Unrecht ein Schattendasein, lässt sie sich doch vielseitig zu genussvollen Speisen verarbeiten. Dies haben in den letzten Jahren immer mehr Feinschmecker erkannt. So ist auch die Auswahl an leckeren Rezepten im Internet groß geworden.

Was sind Steckrüben?

Steckrüben werden auch als Kohl- oder Butterrüben, Wruke, Bodenkohlrabi oder Kohlrübe bezeichnet. In Hessen werden sie auch Unterkohlrabi genannt. In den Handel kommen meist Sorten mit orange-gelbem Fruchtfleisch, da diese intensiver schmecken als die weiß-fleischigen Sorten. Die runden oder ovalen Knollen werden bis zu 1,5 Kilogramm schwer. Ihre Schale ist kräftig hell bis rötlich und muss vor der Zubereitung entfernt werden.

Botanisch gesehen haben Steckrüben keine Verwandtschaft mit Zuckerrüben oder Pastinaken. Auch wenn man es vom Aussehen her nicht vermutet: Steckrüben sind eine Unterart von Raps.

Steckrübe – Ananas des Nordens

Die Steckrübe wächst gut in kühlem Klima. Deshalb wird sie vor allem im nördlichen Europa angebaut und ist somit in Nord- und Ostdeutschland bekannter als in den anderen deutschen Regionen.

Als typisches Wintergemüse kommen  Steckrübe von September bis ins Frühjahr in den Handel, wobei sie während der Erntezeit von September bis Ende November besonders günstig zu kaufen sind. Sie lassen sich in kühlen Räumen über mehrere Monate gut lagern. Beim Kauf sind wegen des zarteren Geschmacks kleinere Knollen zu bevorzugen. Auch sollte die Schale unverletzt sein und keine Risse aufweisen.

Vielseitige Zubereitung

Die Rübe zunächst gründlich waschen und schälen. Holzige Stellen werden weggeschnitten. Je nach Rezept wird das Fruchtfleisch in Stifte, Würfel oder Scheiben geschnitten.

Meist wird die Steckrübe für warme Gerichte verwendet, sie lässt sich aber auch roh, zum Beispiel im Salat, verzehren. Beim Garen ist vor allem die Zeit zu beachten: Wird die Garzeit überschritten, entsteht ein kohliger Geschmack.

Steckrüben lassen sich gegart vielfältig zubereiten:

  • Gemüsebeilage: besonders lecker in Kombination mit Lauch und Zwiebeln sowie den Gewürzen Kümmel, Koriander, Petersilie und Schnittlauch
  • Mus
  • Püree: mit etwas Butter und Milch verfeinert als Beilage zu Fleisch oder Fisch
  • Suppe
  • Das bekannteste Gericht mit dieser Knolle ist der daraus hergestellte Steckrübeneintopf.
  • frittiert (ähnlich wie Pommes)
  • Auch zu Babybrei kann dieses Gemüse verarbeitet werden.

Reste von Steckrübenmahlzeiten lassen sich gut einfrieren. Aufgewärmt schmecken manche Gerichte sogar noch besser.

Viel Wasser und wenig Kalorien

Die Steckrübe liefert mit rund 30 Kilokalorien pro 100 Gramm nicht viele Kalorien. Der Energiegehalt basiert auf dem enthaltenen Zucker, vor allem Traubenzucker. Fett ist praktisch nicht enthalten, Eiweiß auch nur in geringen Mengen. Aufgrund des hohen Wassergehaltes ist dieses Gemüse auch für eine Diätkost und kohlenhydratarme Ernährungsweise (Low Carb) geeignet.

Reich an Vitaminen und Mineralstoffen

In Steckrüben stecken viele Vitamine in beachtlicher Menge:

  • Beta-Carotin, die Vorstufe des Vitamin A, sorgt für die gelbe Farbe des Fruchtfleisches der Knolle und ist gut für Haut und Augen.
  • Vitamine der B-Gruppe, vor allem B1, das gut für die Konzentrationsfähigkeit ist.
  • Vitamin C stärkt die Abwehrkräfte.

Die Steckrübe liefert nicht nur viele Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium und Magnesium, sondern auch Spurenelemente wie Eisen und Zink.

In Steckrüben ist Eisen enthalten, das für die Blutbildung benötigt wird. Deshalb ist sie gerade für die vegetarische und vegane Küche ein interessantes Gemüse.

Der hohe Ballaststoffgehalt der Steckrübe fördert die Verdauung.

Niemand muss auf leckere Steckrübengerichte verzichten, da Unverträglichkeiten gegenüber Steckrüben nicht bekannt sind.

Aufgrund ihres Gehaltes an Senfölen und anderen sekundären Pflanzenstoffen wird dieser Knolle auch eine krebsvorbeugende Wirkung nachgesagt.

Stand: Mai 2019