Was darf in den Koffer – damit das Christmas-Shopping nicht mit zusätzlichen Zahlungen beim Zoll endet

Weihnachtszeit ist Reisezeit: ob Christmas Shopping in New York, Bummeln über den Wiener Weihnachtsmarkt oder Urlaub genießen in warmen Gefilden: Reisemitbringsel dürfen als Andenken an die schöne Auszeit ebenso wenig fehlen wie exklusive Weihnachtsgeschenke. Damit es nach der Rückkehr beim Zoll kein böses Erwachen gibt, lesen Sie hier worauf Sie achten müssen.

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Koffer mit Reisepass drauf

Waren für den persönlichen Gebrauch mitbringen

Sie sind in Shopping-Laune und möchten für Ihre Angehörigen Geschenke mitbringen? Sie haben sich eine Handtasche gekauft und denken, das wäre ein schönes Geschenk für Ihre Freundin? Das ist kein Problem. Reisemitbringsel, die zu Ihrem persönlichen Gebrauch oder Verbrauch, für Angehörige Ihres Haushalts oder als Geschenk bestimmt sind, dürfen aus dem Urlaub mitgebracht werden. Aber Achtung: bei der Einreise aus einem Drittland, also außerhalb der Europäischen Union, gibt es für mitgebrachte Waren als Geschenk oder für sich selbst persönlich eine Wertgrenze. Überschreitet man diese oder bringt Waren zu gewerblichen Zwecken mit, so sind die diese beim Zoll anzumelden und zu versteuern. Die Wertgrenze für Reismitbringsel zum persönlichen Gebrauch oder als Geschenke für Familie und Freunde beträgt für Erwachsene 430 Euro. Wichtig Es muss sich um teilbare Waren handeln. Beispiel: Haben Sie sich in den USA vier Jeans zu je100 Euro und ein Mobiltelefon für 150 Euro gekauft, so bringen Sie insgesamt Waren für 550 Euro mit. In diesem Fall wären die vier Jeans für 400 Euro Ihre steuerliche Freimenge. Rein rechnerisch hätten Sie nun noch 30 Euro frei. Es ist allerdings nicht möglich, diese von dem Wert des Mobiltelefons abzuziehen. Es müssen vielmehr die vollen 150 Euro versteuert werden. 

Was darf ich mitbringen?

Innerhalb und außerhalb der EU gibt es bestimmte Reisefreigrenzen – das bedeutet, dass die abgabenfreie Mitnahmemenge bestimmter Waren limitiert ist. Die Mitnahme höherer Mengen kann eine Abgabenerhebung beim Zoll zur Folge haben. Bei der Einreise aus Ländern außerhalb der EU sind das bei:

Tabakwaren

  • 200 Zigaretten oder
  • 100 Zigarillos
  • 50 Zigarren oder
  • 250 g Rauchtabak oder
  • Eine anteilige Zusammenstellung dieser Waren.

Alkohol und alkoholhaltige Getränke

  • 1 Liter Alkohol und alkoholische Getränke mit einem Alkoholgehalt von mehr als 22 Vol.-% oder unvergällter Ethylalkohol mit einem Alkoholgehalt von 80 Vol.-% oder mehr oder
  • 2 Liter Alkohol und alkoholische Getränke mit einem Alkoholgehalt von höchstens 22 Vol.-% oder
  • eine anteilige Zusammenstellung dieser Waren
  • 4 Liter nicht schäumende Weine und 16 Liter Bier

Arzneimittel

  • die dem persönlichen Bedarf des Reisenden entsprechende Menge

 Als üblicher persönlicher Bedarf ist dabei ein Bedarf von maximal drei Monaten je Arzneimittel, unter Berücksichtigung der Dosierungsempfehlungen, anzusehen. Wichtig ist, dass Arzneimittel nur für sich selbst mitgebracht werden dürfen und nicht als "Mitbringsel" für andere. Es kommt dabei nicht darauf an, ob es sich um Medikamente handelt, die man bereits mit in den Urlaub genommen oder vor Ort gekauft hat. Auch ist es nicht entscheidend, ob die Arzneimittel in Deutschland zugelassen bzw. registriert sind. Vorsicht auch bei Präparaten, die im Ausland frei verkäuflich sind, wie z. B. Nahrungsergänzungsmittel, hoch dosierte Vitaminpräparate oder rein pflanzliche Naturheilmittel. Diese könnten in Deutschland als Arzneimittel gelten und somit auch unter das Arzneimittelgesetz fallen. Die arzneimittelrechtlichen Bestimmungen des Urlaubslandes sind hierbei unerheblich.  Bei der Einfuhr von Arzneimitteln im Reiseverkehr, die dem Betäubungsmittelgesetz unterliegen, sind besondere Bestimmungen zu beachten. Sie bedürfen einer besonderen Verschreibung nach dem Betäubungsmittelrecht durch den behandelnden Arzt. Die aufgrund dieser ärztlichen Verschreibung für den eigenen Bedarf erworbenen Betäubungsmittel darf ein Reisender in der für die Dauer der Reise angemessenen Menge aus Deutschland ausführen oder nach Deutschland einführen. Je nach Reiseziel sind hier jedoch verschiedene Voraussetzungen zu beachten. Medikamente könnten zusätzlich auch noch artenschutzrechtlichen Bestimmungen unterliegen, wenn sie Bestandteile von geschützten Tieren und/oder Pflanzen enthalten.

Kraftstoffe (für jedes Motorfahrzeug)

  • die im Hauptbehälter befindliche Menge und
  • bis zu 10 Litern in einem tragbaren Reservebehälter

andere Waren

  • bis zu einem Warenwert von insgesamt 300 Euro
  • für Flug- bzw. Seereisende bis zu einem Warenwert von insgesamt 430 Euro
  • für Reisende unter 15 Jahren bis zu einem Warenwert von insgesamt 175 Euro

Lassen Sie teuren Schmuck wie ein wertvolles Collier besser zu Hause. Denn Sie müssen den Nachweis tragen, dass Sie es schon vorher besessen und nicht erst im Urlaub gekauft haben. Besser packen Sie eine einfache Silber- oder Perlenkette ein. Oder nehmen Sie einen Nachweis z. B. eine Rechnung mit. Dies ist ggf. sinnvoll bei teuren Fotoausrüstungen im Urlaub in Südafrika. Ebenfalls ist es möglich, sich vor Reisebeginn eine Bescheinigung beim Zoll ausstellen zu lassen, dass das Gerät bereits in Deutschland gekauft wurde.

Reisefreimengen bei der Einreise aus EU-Staaten

Bei der Einreise aus EU-Staaten gelten andere Freigrenzen bei den Waren. Mit Ausnahme einiger Sondergebiete, zu denen insbesondere die Kanarischen Inseln, die französischen Übersee-Departements sowie die britischen Kanalinseln zählen, können Sie aus anderen EU-Staaten innerhalb der nachstehenden Richtmengen alle Waren abgabenfrei mitbringen, wenn diese für Ihren persönlichen Bedarf bestimmt sind. Für Waren aus den Sondergebieten gelten die eben genannten Freigrenzen für Einfuhren aus Nicht-EU-Staaten, Folgende Mengen sind erlaubt:

Tabakwaren

  • 800 Zigaretten
  • 400 Zigarillos (Zigarren mit einem Höchstgewicht von 3 g/Stück)
  • 200 Zigarren oder
  • 1kg Rauchtabak oder

Alkohol und alkoholhaltige Getränke

  • 10 Liter Spirituosen
  • 20 Liter Zwischenerzeugnisse (z.B. Sherry, Portwein, Marsala)
  • 60 Liter Schaumwein
  • 110 Liter Bier

Kaffee

  • 10 kg Kaffee oder kaffeehaltige Waren

Vorsicht bei Bargeld

Sollten Sie im Ausland Bargeld bekommen haben, etwa weil sie beispielsweise einen Nebenwohnsitz in Russland haben und dort Ihr Auto verkauft haben, müssen Sie aufpassen. Reisen Sie von außerhalb der EU ein, sind ab 10.000 Euro  Bargeldanmeldungen beim Zoll zu tätigen. Bringen Sie etwaige Kaufbelege und Kaufverträge zum Zoll mit, dann ist die Einreise mit Bargeld problemlos möglich. Auch wenn Sie mit 10.000 Euro und mehr aus Deutschland ausreisen, z. B. um sich in Ägypten eine Wohnung zu kaufen, müssen Sie das ebenfalls beim Zoll an Ihrem Abflughafen anmelden. Andernfalls könnte es sein, dass Sie einen Teil des Geldes beim Zoll als Sicherheit für ein Ordnungswidrigkeitsverfahren belassen müssen.

Quelle: Generallzolldirektion, Bonn

Stand: Dezember 2018