Rechte und Pflichten auf der Piste

Auch auf der Skipiste gibt es rechtliche Regelungen, um die Sicherheit zu gewährleisten. Als Grundlage dazu dienen die zehn FIS-Regeln. Jedoch wird beim Après-Ski auf der Hütte gerne Bier, Glühwein, oder Jagertee getrunken. Gibt es eine Promillegrenze auf der Piste und besteht grundsätzlich Helmpflicht?

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Wintersportler im Skilift

Gibt es eine Helmpflicht?

Jedes Jahr zieht es viele Winterurlauber auf die Pisten. Das moderne Material und die teilweise mit Kunstschnee präparierten Pisten erlauben auch für ungeübte Fahrer hohe Geschwindigkeiten. In den letzten Jahren ist aber die Sicherheit beim Skifahren immer mehr in den Vordergrund gerückt. So sieht man immer mehr Wintersportler mit Helmen. Ärzte empfehlen ebenfalls das Tragen von Helmen auf der Piste. So könnten schwere Kopfverletzungen vermieden werden.

In Deutschland gibt es noch keine Skihelmpflicht, gleichwohl ist der Kopfschutz aber in vielen Skischulen mittlerweile Pflicht. In Italien und vielen Gebieten in Österreich gibt es eine Helmpflicht für Kinder- und Jugendliche bis 14 bzw. 15 Jahren. Kontrollen der Helmpflicht hat die Politik im Gesetz nicht vorgesehen. Dagegen sollen Aufklärungskampagnen für eine höhere Tragequote  sorgen.

Die zehn FIS Regeln

Nicht jeder Wintersportler, der die Pisten hinab saust, kennt die Pistenregeln des Internationalen Skiverbandes (FIS). Sie sind weltweit als Verkehrsregeln für die Piste anerkannt und auch an den Berg- und Talstationen zu finden. Bei Unfällen auf der Piste wird die Schuldfrage anhand der FIS-Regeln geklärt. Bei Schadenersatz- oder Schmerzensgeldklagen zieht das Gericht die Regeln als Maßstab heran. Hat ein Besucher eine der zehn Regeln missachtet, so kann es teuer werden. Hierbei empfiehlt sich immer eine private Haftpflichtversicherung, da bei Unfällen die Kosten schnell in die zig Tausende Euro gehen können.

Darf man alkoholisiert fahren?

Für viele Ski- und Snowboardfahrer gehören ausgiebige Après-Partys genauso zu einem perfekten Skiurlaub wie gut präparierte Pisten. Jeder Skifahrer hat eine Sorgfaltspflicht und muss deshalb in der Lage sein mit den Skiern oder dem Snowboard zu bremsen und Hindernissen auszuweichen. Es gelten immer die oben genannten FIS-Regeln. Passiert ein Unfall unter Alkoholeinfluss, wird in der Regel der Haftpflichtschutz ausgesetzt, da der Fall meist nicht unter das Zivilrecht, sondern unter das Strafrecht fallen wird.

Obwohl es in den Skigebieten im Allgemeinen keine feste Promille-Grenze gibt, kann der Pistenbetreiber von seinem Hausrecht Gebrauch machen und den angetrunkenen Skifahrer vom Hang weisen. Dann wird auch der Skipass für diesen Tag abgenommen. Dasselbe gilt für Personen, die offensichtlich unter Drogeneinfluss stehen.

Sicherheit hat oberste Priorität

Bei Buckelpisten, vereisten Flächen und  verschiedenen Sichtmöglichkeiten sollten Sie Ihre Fahrweise unbedingt den Bedingungen anpassen. Diese fallen auch nicht in den Zuständigkeitsbereich der Pistenbetreiber, genauso wenig wie die Ski- oder Snowboardausrüstung. Fahren Sie daher immer vorausschauend mit Rücksicht auf andere Skifahrer und halten Sie sich an die FIS-Regeln. So bringt der jährliche Winterurlaub auch die gewünschte Entspannung.

Stand: Oktober 2019