Entschädigungen mit neuer App berechnen

Die neue „Flugärger-App“ unterstützt Verbraucher dabei, Fluggastrechte einzufordern. Die Anwendung ermöglicht es, Ansprüche nach der EU-Fluggastrechte-Verordnung bequem und kostenlos zu berechnen und bei der Airline geltend zu machen.

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Flugärger-App auf Smartphone

Sie verpassen als Reisender ihre ersten Urlaubstage oder einen wichtigen Geschäftstermin, weil der gebuchte Flug massiv verspätet oder komplett gestrichen ist. Im Jahr 2018 waren rund 35,3 Prozent (Quelle: AirHelp) aller Flüge ab Frankfurt am Main verspätet oder fielen ganz aus.

Erleichterung für Verbraucher

Aufgrund der vielen Ausfälle und Verspätungen sind die Verbraucherzentralen der Ansicht, dass Fluggäste kostengünstig, schneller und vor allem einfacher zu ihrem Recht kommen sollen. Die „Flugärger“ App wurde von der Verbraucherzentrale NRW entwickelt und bietet dem Fluggast genau diese Eigenschaften. Entwicklungskosten von 250.000 Euro stecken in dem neuen digitalen Helfer.

Laut der EU-Fluggastrechte-Verordnung haben Flugreisende Ansprüche, falls etwas bei einer Flugreise schiefgeht, wenn es also Verspätungen über drei Stunden oder zu kurzfristigen Annullierungen kommt. Entscheidend ist, ob eine Fluggesellschaft für das Spät- oder Nicht-Abheben ihrer Maschinen verantwortlich ist. Und genau darüber weiß die App Bescheid, denn dahinter liegt eine Datenbank, die mehrere zehntausend Flüge weltweit erfasst.

  • Mit der App lassen sich die Ausgleichszahlungen berechnen. Je nach Länge der Flugstrecke erhalten Sie bei einer Verspätung über drei Stunden und bei Annullierung des Flugs zwischen 250 Euro und 600 Euro. Der Ticketpreis spielt dabei keine Rolle.
  • Außerdem lassen sich mit der App die Betreuungskosten geltend machen. So können Sie bei Verspätungen die Verpflegungskosten, sowie Übernachtungskosten angeben.
  • Der Flugpreis können Sie bei über fünf Stunden Verspätung ebenfalls mit Hilfe der App geltend machen.

Nachdem Sie die Flugdaten und die Forderungen in die App eingetragen haben, erzeugt diese mit Hilfe von Legal-Tech und Flugdatenbanken eine E-Mail mit den möglichen Forderungen auf Basis der EU-Fluggastrecht-Verordnung. Die E-Mail wird direkt an die zuständige Airline adressiert und in Ihrem Mailprogramm geöffnet. Lediglich das Absenden muss noch bestätigt werden.

Sollte die Airline die Ansprüche ablehnen, besteht die Möglichkeit sich an die  Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (söp) oder an die Schlichtungsstelle Luftverkehr beim Bundesamt für Justiz zu wenden. Zur besseren Übersicht beinhaltet die App außerdem einen Fristenwecker und eine Historie. So lassen sich auch mehrere Anfragen übersichtlich verwalten.

Was fehlt ist der direkte Zugang der App zu den Schlichtungsstellen. Das ist aber der einzige Schwachpunkt, dieser rundum gelungenen Applikation.

Download Links:

Flugärger - iOS

Flugärger - Android

Die Applikation ist einfach und intuitiv zu handhaben. Hilfreich sind auch ein integrierter Fristenwecker und eine Historien-Ansicht. Wenn die Airline die Forderungen aus dem Anschreiben ablehnt, können Nutzer den Fall an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (söp) oder an die Schlichtungsstelle Luftverkehr beim Bundesamt für Justiz senden.

Ausgleichsanspruch bis 600 Euro – unabhängig vom Ticketpreis

Anspruch auf eine Ausgleichszahlung zwischen 250 und 600 Euro – und zwar unabhängig von der Höhe des Ticketpreises. Zusätzliche Ausgaben wie Verpflegung am Flughafen oder Hotelzimmer können Fluggäste ebenfalls zurückverlangen, wenn ihnen diese Betreuungsleistungen von der Fluggesellschaft verweigert wurden.

Aktuell müssen sich Flugreisende regelmäßig selbst über ihre Rechte informieren, wenn die Airlines ihren Informationspflichten nicht nachkommen. (schl)

Stand: Oktober 2019