Wie man sein Wunschzimmer im Hotel bekommt

Viele kennen das: Man kommt im Urlaubshotel an und erlebt gleich eine Enttäuschung. Das Zimmer hat zwar den gebuchten Meerblick, aber es liegt direkt über dem belebten Strandcafé oder der hoteleigenen Disco. Wie kommt man schon vor Reiseantritt an sein Wunschzimmer in der gebuchten Kategorie, und was kann man vor Ort tun, wenn einem das zugeteilte Zimmer nicht passt?

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Zimmer mit Meerblick

Wer freundlich ist, hat bessere Chancen

Wer mit dem zugeteilten Zimmer nicht zufrieden ist, kann zunächst versuchen, das Personal an der Rezeption um ein anderes Zimmer zu bitten. Wenn das Hotel nicht komplett ausgebucht ist, wird man sicherlich bemüht sein, dem Gast diesen Wunsch zu erfüllen. Eine andere Möglichkeit besteht für Pauschaltouristen, die Reiseleitung mit der Organisation des Zimmerwechsels zu beauftragen. In beiden Fällen gilt: Der Ton macht die Musik. Wer seinen Wunsch freundlich vorträgt, hat zumindest die Chance, dass er erfüllt wird. Einen Rechtsanspruch hat man hingegen nicht: Bei der Reisebuchung kommt lediglich ein Vertrag über eine Zimmerkategorie zustande, nicht jedoch für ein bestimmtes Zimmer.

Wunschzimmer gegen Aufpreis

Wer auf Nummer Sicher gehen will, kann bei verschiedenen Reiseveranstaltern bereits bei der Buchung bis wenige Tage vor Reiseantritt – gegebenenfalls mittels eines Hotelplanes -  „sein“ Zimmer aussuchen und vorab online reservieren. Einige Veranstalter bieten diesen Service gegen einen Aufpreis an. Welche Gebühren fällig werden, oder ob es das Wunschzimmer auch ohne Zusatzkosten gibt, erfahren interessierte Verbraucher beim Reiseveranstalter beziehungsweise dessen Buchungsinformationen.

Natürlich kann sich bei der Ankunft auch das Wunschzimmer als Flop erweisen. In diesem Fall bleibt lediglich das zuvor erwähnte Vorgehen, um an ein anderes Zimmer zu gelangen. Allerdings besteht dann – wie für alle anderen Gäste auch - kein Anspruch auf einen Zimmertausch, und ein gegebenenfalls extra bezahlter Obulus für die Wunschzimmer-Reservierung ist auch futsch. Denn der Veranstalter ist ja dem Wunsch des Gastes nachgekommen und hat ihm sein zuvor ausgewähltes Zimmer reserviert und damit seinen Teil des Vertrages erfüllt. Davon abgesehen bestehen im Fall einer berechtigten Reklamation aufgrund eines Mangels an dem Zimmer, beispielsweise schimmelige Wände oder eine defekte Klimaanlage, die üblichen Preisminderungs- und Gewährleistungsansprüche.

Veranstalter sichern sich Exklusiv-Kontingente

Eine andere Möglichkeit, ihren Kunden besonders attraktive Zimmer anbieten zu können, besteht für Reiseveranstalter darin, entsprechende Kontingente bei den Hotels zu blocken. Selbstverständlich haben exklusive Top-Lagen beispielsweise direkt am Strand auch einen höheren Preis als ein gewöhnliches Zimmer mit Meerblick.

Fazit

Einen Rechtsanspruch auf Zuteilung eines bestimmten Zimmers innerhalb der gebuchten Kategorie besteht nicht. Viele Reiseveranstalter bieten aber inzwischen ihren Kunden kostenlos oder gegen einen Aufpreis die Möglichkeit, bei der Buchung Zimmerwünsche anzugeben. Bei Nichtgefallen ist allerdings der Anspruch auf Zuteilung eines anderen Wunschzimmers verwirkt. Dann hilft nur, die Rezeption des Hotels  freundlich um einen Zimmerwechsel zu bitten und auf entsprechende Kulanz zu hoffen.

Stand: März 2019