Umweltbewusst verreisen – gar nicht so schwer!

Die Deutschen verreisen gerne. Mindestens jeder Zweite plant eine Urlaubsreise in diesem Jahr. Nicht wenige verreisen sogar häufiger. Was Menschen erfreut und Erholung verschafft, ist für die Natur leider oft schädlich. So belastet der starke Flugverkehr das Klima, Touristenmassen verbrauchen Wasser an Orten, die bereits mit Wasserknappheit zu kämpfen haben oder produzieren riesige Müllberge. Tipps für einen umweltbewussteren Sommerurlaub gibt es hier!

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Frau liest im Strandkorb

Umweltfreundliche An- und Abreise

Besonders die Wahl des Verkehrsmittels hat eine große Auswirkung auf die Klimabelastung: Je nachdem, um welchen Urlaubsort es sich handelt, können für die An- und Abreise Bus, Bahn oder Fahrrad die umweltfreundlicheren und günstigeren Alternativen zum Auto oder Flugzeug sein. Denn vor allem bei Flugreisen entstehen Tonnen an klimaschädlichen Treibhausgasen. Wer sich jedoch trotzdem für das Flugzeug entscheidet, sollte möglichst auf Kurzstreckenflüge (< 800 Km) verzichten.

Gleiches gilt für die Mobilität am Urlaubsort. Auch hier gibt es oftmals Möglichkeiten die Umgebung zu Fuß, per Rad, Bus oder Bahn umweltfreundlich zu erkunden und so CO2 einzusparen.

Tipp: Wer einen Kurzurlaub plant, muss diesen nicht immer im Ausland machen. Wie wäre es denn mal mit Urlaub auf dem Bauernhof, Camping an der Nord- oder Ostsee oder Wandern im Spessart? Viele attraktive Tourismusregionen in Deutschland sind klimafreundlich erreichbar.

Natürlich gibt es auch Reiseziele, die ohne Flugzeug nicht erreicht werden können. In diesem Fall können aber durch die Wahl von Direktflügen Emissionen eingespart werden. Außerdem kann man sich  bei den Fluggesellschaften nach vorhandenen Flugzeugtypen erkundigen. Modernere Flugzeugtypen stoßen weniger Emissionen aus, als ältere Modelle. Ähnliches gilt übrigens auch für Kreuzfahrtschiffe: Eine moderne Abgastechnik ist klimaverträglicher.

Wenn schon, denn schon: Emissionen kompensieren

Emissionen, die aufgrund einer Flugreise oder einer Kreuzfahrt entstanden sind, können durch einen an sogenannte Kompensationsagenturen gespendeten Geldbetrag „entschädigt“ werden. Die Höhe des Geldbetrages richtet sich dabei nach Flugdistanz, Verbrauch oder Sitzklasse. Letztere weist daraufhin, wie viel Beinfreiheit der Passagier hat und wie effizient die Platznutzung im Flieger ist. Kompensationsagenturen sind zum Beispiel: Atmosfair, Myclimate, Arktik oder Climate Partner.  Der jeweilige Geldbetrag wird dann von den Agenturen beispielsweise für Klimaschutzprojekte aufgewendet.

Übrigens: Bereits im Koffer beginnt der Umweltschutz. Wer gewissenhaft packt und so wenig wie möglich mitnimmt, spart eventuell nicht nur Geld fürs Gepäck sondern auch Emissionen. Denn je weniger das Flugzeug wiegt, umso geringer ist sein Verbrauch an Kerosin und somit die Entstehung von CO2.

Umweltzertifikate in der Tourismusbranche können helfen

Auch bei der Wahl der Unterkunft oder beim Buchen von Pauschalreisen kann man etwas für Natur und Menschen am Urlaubsort tun. Es gibt Hotels und Pensionen, die ein Auge auf Umwelt- und Sozialverträglichkeit haben, auf regenerative Energien zurückgreifen sowie auf Abfallvermeidung und –trennung achten, saisonale und regionale Lebensmittel anbieten oder sogar fairen und ökologischen Anbau unterstützen.

Umweltzertifikate und Label können bei der Suche nach derlei Angeboten helfen.

Laut einer Studie der Verbraucherinitiative e.V. und des Zentrums für nachhaltige Entwicklung der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (ZENAT) aus dem Jahre 2017 sind dabei die meisten Tourismus-Label in Deutschland verlässlich, weisen allerdings bezüglich ihrer Inhalte deutliche Unterschiede auf.

Auf dem Portal Label online der Verbraucherinitiative e.V. werden diverse Label und Zertifikate vorgestellt und näher erläutert.

Bereits mehr als 100 Reiseveranstalter bieten außerdem umweltverträgliche Reisen weltweit auf der Plattform "Forum anders Reisen" an.

Helikopter-Rundflug, Elefantenreiten und Tauchen im Korallenriff – muss das sein?

Wohin Sie die Urlaubsreise auch verschlagen sollte – denken Sie bitte bei touristischen Attraktionen mit! Überlegen Sie, ob spektakuläre Rundflüge, Golf spielen in Regionen, die mit starker Wasserknappheit zu kämpfen haben und dennoch den Golfplatz regelmäßig wässern oder ein Ritt auf einem Elefanten wirklich sein müssen. Fügen Sie vielleicht damit sogar Natur und Menschen vor Ort Schaden zu?
Nicht zuletzt sollte sich am Urlaubsort respektvoll verhalten werden. Nehmen Sie Rücksicht auf die dort lebenden Menschen, Sitten und Moralvorstellungen.

Stand: Juni 2018