Kroko-Armband, Elfenbein-Kette und Designer-Sonnenbrille – was darf ich aus dem Urlaub mitbringen?

Shoppen gehört im Urlaub genauso dazu wie relaxen: Ob eine schicke Designer-Sonnenbrille, ein Kroko-Armband oder ein Seestern: ein schönes und ausgefallenes Mitbringsel lässt Urlaubseindrücke wieder aufleben. Damit Sie zurück in Deutschland am Zoll keine bösen Überraschungen erleben, sollten Sie auf ein paar Dinge beim Kauf achten.

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Kroko-Armband, Elfenbein-Kette und Seestern – was darf ich mitbringen?

Möglicherweise sind Souvenirs, die man im Urlaubsland angeboten bekommt, aus Teilen von geschützten Tieren und/ oder Pflanzen. Um der Gefährdung bzw. der Bedrohung wirksam begegnen zu können, wurde 1973 das „Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen“ kurz das Washingtoner Artenschutzübereinkommen abgeschlossen. Dieses Abkommen ist international als CITEs-Abkommen bekannt. Ungefähr 5.600 Tierarten und 30.000 Pflanzenarten stehen derzeit unter seinem Schutz. Informationen, welche Tiere und Pflanzen geschützt sind, erhält man z. B. auf der Internetseite: www.artenschutz-online.de   Für den Laien ist es aber oft schwierig zu erkennen, um welche Art es sich handelt und ob diese geschützt ist. Deshalb rät der Zoll lieber ganz auf Souvenirs mit tierischen Bestandteilen zu verzichten.

Die Zollverwaltung überwacht die Ein- und Ausfuhr von geschützten Tieren und Pflanzen beziehungsweise Teile oder Erzeugnisse daraus nach den Bestimmungen des Artenschutzes sowohl bei gewerblichen Sendungen als auch im Reiseverkehr. Bei der Ein- oder Ausfuhr sind die nach dem Artenschutzrecht erforderlichen Dokumente vorzulegen. Werden artengeschützte Tiere oder Pflanzen verbotswidrig beziehungsweise ohne die erforderlichen Dokumente ein- oder ausgeführt, werden sie von der Zollbehörde beschlagnahmt. Eine amtlich gültige Ausfuhrgenehmigung kann nur die zuständige Behörde des Urlaubslandes ausstellen. Man sollte sich nicht auf eine, vom Händler ausgestellte "Ausfuhrbescheinigung" verlassen. Die Einfuhr ohne die erforderlichen Genehmigungen kann im schlimmsten Fall mit fünf Jahren Gefängnis oder 50.000 Euro Geldbuße geahndet werden. Ausnahmsweise ohne Dokumente dürfen von einer Person für den eigenen persönlichen Gebrauch zum Beispiel folgende Exemplare aus dem Urlaub mitgebracht werden: bis zu drei Regenstöcken aus Kaktus, bis zu drei Exemplare von Riesenmuscheln oder Gehäusen von Fechterschnecken. Wichtig: Diese Ausnahmen gelten nicht im Postverkehr!

Vorsicht bei Kosmetika und Medikamenten

Vorsicht auch bei der Einfuhr von Kosmetika und Medikamenten: Enthalten diese Bestandteile von geschützten Tieren und/oder Pflanzen, sind auch entsprechende Bescheinigungen vorzulegen.

Markenprodukte aus dem Ausland

Erinnerungsstücke oder Geschenke, wie zum Beispiel Kleidungsstücke, Sonnenbrillen oder Taschen, werden gerne aus dem Urlaub mitgebracht. Oft handelt es sich hierbei um nachgeahmte oder gefälschte Produkte.  Die Einfuhr dieser Waren unterliegt der Überwachung der Zollverwaltung.

Wenn es sich um einzelne Waren, für den persönlichen Gebrauch handelt, schreiten die Zollbehörden nach den Vorschriften des gewerblichen Rechtsschutzes nicht ein. Lässt sich allerdings aufgrund der Art und Menge der nachgeahmten oder gefälschten Waren vermuten, dass eine Gewerblichkeit vorliegt, so greift diese Ausnahme nicht.

Durch Produktpiraterie sind nach Expertenschätzungen in Deutschland zehntausende von Arbeitsplätzen gefährdet. Produktpiraten beuten fremde Ideen aus, ohne selbst in die Entwicklung zu investieren, damit verzerren sie den Wettbewerb und schädigen die Reputation bekannter Hersteller.

Für die Verbraucherinnen und Verbraucher können manche der vermeintlich günstigen Produkte sogar gefährlich werden. Gefälschte Arzneimittel oder minderwertige Fahrzeugteile bergen Risiken, die niemand auf den ersten Blick einschätzen kann.  Im Jahr 2017 wurden beim Hauptzollamt Frankfurt am Main alleine 549.354 Plagiate, darunter 278.708 gefälschte Tabletten und Ampullen beschlagnahmt. Hierbei handelt es sich vor allem um Waren aus dem Post- und Frachtverkehr.

Quelle: Generallzolldirektion, Bonn

Stand: Dezember 2018