Kostenfallen beim Schnäppchen-Urlaub

Urlaub machen ist schön – wenn er nur nicht so teuer wäre. Billige Urlaubsangebote sind daher verlockend. Doch so manches vermeintliche Schnäppchen entpuppt sich später als Kostenfalle. Zusatzausgaben summieren sich – und der Ärger auch. Auf welche Fallen sollten Sie im Urlaub achten?

Menschen am Flugschalter Frank Eckgold - Fotolia.de_.jpg

Menschen warten am Flugschalter

Billigflug und Halbpension für 399 Euro vier Sterne zwei Wochen an der Costa Brava – ein Urlaubsschnäppchen, im Internet gebucht – super! Die 14-tägige Urlaubszeit ist dann weniger grandios. Zusatzausgaben über Zusatzausgaben. Die Reisekasse wird mit mehreren hundert Euro ungeahnter Ausgaben zusätzlich belastet.

Vorsicht – Mit diesen Kostenfallen müssen Sie rechnen

Flug: Wer nicht weiß, wie viel Gepäckstücke mit welchem Gewicht kostenlos mitgenommen werden dürfen, zahlt bei Übergepäck viel Geld. Da bei den Fluggesellschaften Preise und Gewichte sehr unterschiedliche ausfallen, sollte man sich vorab erkundigen, wie die Regelungen beim gebuchten Flug sind.

Transfer: Das Hotel ist sehr günstig und liegt traumhaft am einsamen Strand. Jetzt müssen Sie nur noch hinkommen. Und das kann mit dem Taxi so richtig teuer werden.

Parkplatz: Sie brauchen keinen Transfer, weil Sie in weiser Voraussicht schon von zu Hause aus einen günstigen Leihwagen gebucht haben? Dann sollten Sie auch erfragen, wo Sie den Leihwagen abstellen können und was Sie dafür bezahlen müssen. Manche Hotels verlangen um die 20 Euro pro Tag – schlecht, wenn das Parken rings um das Hotel verboten ist.

Maut: Zwei Wochen Italien superbillig – bei eigener Anreise? Rechnen Sie neben dem dort teureren Spritpreisen auch noch mit den sich summierenden Mautgebühren auf der Fahrt.

Kurtaxe: Strand und Anlagen lassen sich viele Ferienorte oft extra bezahlen. In Städten wird eine City-Taxe auf den Hotelpreis aufgeschlagen.

Pool und Strand: Vor dem Strand steht plötzlich ein Zaun. Eingezäunte Areale sind keine Seltenheit. Wenn das Hotel keinen eigenen Strand hat, sind Gebühren fällig. Manchmal nehmen die Hotels aber auch selbst Gebühren für bereitgestellte Strandliegen, Badetücher und Sonnenschirme.

Trinkgeldzwang: Vor allem bei Kreuzfahrten wird oft jeden Tag eine Pauschale auf den Service aufgeschlagen und einfach dazu gebucht. Je nach Anbieter geht es aber auch ohne.

Smartphone-Fallen: Im Ausland telefonieren und surfen kann außerhalb der EU richtig teuer werden. Aber auch das schon fast selbstverständliche WLAN ist nicht in jedem Hotel und innerhalb des Hotels nicht an jedem Platz kostenfrei zu nutzen. Bei Nobelhotels sind zweistellige Nutzungsgebühren für den Internet-Zugang üblich – pro Tag.

Seit Juni 2017 fallen Extra-Roaming-Gebühren innerhalb der EU weg. Trotz der Senkung der Tarife kann gerade beim Versand großer Datenmengen (z.B. Fotos) schnell das Limit von knapp 60 Euro erreicht werden. Gibt man dann noch unüberlegt eine Zustimmung zum Weitersurfen, kann dies richtig teuer werden. Am günstigsten sind Urlaubsgrüße per SMS.

Nur innerhalb der EU gilt der Wegfall der Roaming-Gebühren, also nicht für den Urlaub in der Türkei oder der Schweiz.

Wer sich auf einer Kreuzfahrt befindet, sollte bei seiner Handynutzung daran denken, dass auf hoher See kein Mobilfunknetz vorhanden ist und somit nur über Satellit telefoniert werden kann, was recht teuer ist.

Shopping und mehr: Die Schnäppchen auf der Shoppingtour können richtig teuer werden, wenn Sie diese später auf Ihrer Kreditkartenrechnung sehen: In manchen Ländern werden neben der Auslandseinsatzgebühr nämlich auch noch reichlich Steuern dazugerechnet.

All-Inclusive: Bei „all inclusive“ wird eine Verpflegung rund um die Uhr angeboten, bei der man essen kann, so viel man mag. Neben den drei Hauptmahlzeiten gibt es Kaffee und Kuchen am Nachmittag und Snacks rund um die Uhr. Alle ortsüblichen Getränke, ob mit oder ohne Alkohol, können bei „all inclusive“ getrunken werden. Doch Vorsicht bei Wein, Cocktails, Spirituosen und anderen importierten Getränken. Diese müssen meist extra bezahlt werden, ebenso das Essen à la Carte.

Endreinigung: Zunächst scheint das Ferienappartement recht günstig bis plötzlich zum Schluss eine Endreinigungspauschale den Preis anhebt. Zwar sind Vermieter in Deutschland rechtlich verpflichtet, den Gesamtpreis anzugeben, aber in anderen Ländern ist dies nicht der Fall.

Zoll: Vor allem in Asien verfallen viele deutsche Urlauber dem Einkaufsrausch. Sie vergessen bis zur Heimreise, dass der deutsche Zoll bei bestimmten Waren und ab bestimmten Summen knallhart zuschlägt. Eine Strafe kann noch dazu kommen, wenn sich die Urlauber bei der Einreise am Zoll vorbeischmuggeln wollen.

Wenn die Traumreise zum Albtraum wird

Ratgeber "Richtig reklamieren - das Handbuch mit 134 Musterbriefen" der Verbraucherzentrale.
In einem separaten Kapitel rund um die Pauschalreise erklärt das Buch, auf welche Rechte Urlauber gegenüber einem Veranstalter pochen können und wie sie diese erfolgreich durchsetzen. Erläutert wird ebenfalls, was zu tun ist, wenn Mängel die Traumreise zum Albtraum werden lassen, und wie Ansprüche auf Abhilfe, Reisepreisminderung und Kündigung durchgesetzt werden. Die zahlreichen Musterformulierungen im Buch helfen beim  Schriftverkehr mit den Anbietern.
 

Stand: Oktober 2018