Die wichtigsten Impfungen für Fernreisen

Bei der Vorfreude auf den anstehenden Urlaub vergisst man oft, dass man schon vor der Reise viel für die Gesundheit tun kann. Informieren Sie sich vorab – gibt es aktuelle Risikogebiete, oder gilt eine Impfung als Einreisevoraussetzung?

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Impfpass am Strand

Reisemedizinische Beratung in Anspruch nehmen und rechtzeitig schützen

Viele Länder in Südamerika, Asien und Afrika sind mittlerweile zu beliebten Reisezielen geworden. Plant man einen Urlaub in diesen Regionen, ist es wichtig, sich rechtzeitig gegen gesundheitliche Gefahren zu schützen. Dazu zählen auch Impfungen gegen mögliche Krankheitserreger, die in Deutschland und Europa nicht vorkommen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) ist ein unabhängiges Expertengremium, welches beim Robert Koch-Institut angesiedelt ist.  Zu deren Aufgaben zählt das Entwickeln von Impfempfehlungen für Standardimpfungen innerhalb Deutschlands. Allerdings kann die STIKO keine Empfehlungen für länderspezifische Reiseimpfungen aussprechen. Daher ist vor einer Reise ins Ausland immer eine reisemedizinische Beratung zu empfehlen. Diese sollte mehrere Wochen vor dem Reisebeginn erfolgen. Die frühzeitige Planung ist wichtig, damit bestimmte Impfstoffe genügend Zeit haben, ihre Schutzwirkung zu entfalten.

Eine Liste von tropenmedizinischen Beratungsstellen finden Sie bei der deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin.

Welche Impfungen sind bei Fernreisen wichtig?

Vor dem Urlaub sollte man überprüfen, ob die empfohlenen Standardimpfungen gegen Tetanus, Kinderlähmung und Diphtherie wieder aufgefrischt werden müssen. Wer eine Fernreise plant, sollte sich beim Auswärtigen Amt  über die Reise- und Sicherheitshinweise des jeweiligen Landes informieren.

Die wichtigsten Impfungen für Fernreisen:

  • Cholera
    Wer nach Vorderasien, Südostasien, Indien und Indonesien oder Afrika reist, sollte sich im Vorfeld gegen Cholera impfen lassen. Auch Teile von Mittel- und Südamerika, sowie die Karibik gehören zu den Risikogebieten. Die Ansteckungsgefahr ist bei Ländern erhöht, die eine unsaubere Trinkwasserversorgung haben. Cholera wird durch die Aufnahme von Wasser oder Lebensmitteln übertragen, die durch bereits infizierte Personen verunreinigt sind.
     
  • Gelbfieber
    Eine Gelbfieberimpfung ist ein Muss für jeden, der nach Mittel- und Südamerika sowie nach Afrika reist. Diese Gebiete weisen ein hohes Risiko einer Gelbfieberinfektion auf, die sogar tödliche Folgen haben kann. In vielen Ländern stellt die Impfung daher eine Einreisevoraussetzung dar. Übertragen wird das Virus durch Stechmücken und eine Behandlung durch Medikamente ist nicht möglich.
     
  • Hepatitis A und B
    Betroffene Länder für Hepatitis A und B Erreger sind hauptsächlich asiatische Länder, der Vordere Orient, Afrika und Süd- und Mittelamerika. Auch in Mittelmeerländern wie Italien und Spanien sind Hepatitis A und B aber verbreitet. Am einfachsten ist es, sich mit einem Kombinationsimpfstoff impfen zu lassen, der zuverlässigen und jahrelangen Schutz gegen beide Hepatitisformen gibt.
     
  • Typhus
    Hauptsächlich ist Typhus vor allem noch ein Problem in Entwicklungsländern. Eine Impfungbenötigt man in akuten Risikogebieten mit niedrigen Hygienestandards oder bei Krankheitswellen. Sie wirkt allerdings nur ein bis drei Jahre. Eine völlige Immunisierung wird dabei oft nicht erreicht.
     
  • Tollwut
    Übertragen wird die Tollwut durch Bisse oder Speichel infizierter Tiere, denkbar ist da vom kleinen Nager bis zum Löwen alles. Im Notfall kann auch noch eine Impfung nach dem Biss erfolgen. Allerdings ist eine Vorabimpfung bei Reisezielen mit einer schlechten medizinischen Versorgung empfehlenswert.
     
  • Japanische Enzephalitis
    Für Reisende, die länger in Ost- oder Südostasien Urlaub machen, wird zudem eine Impfung gegen die von Mücken übertragene Japanische Enzephalitis empfohlen. Die Krankheit kommt selten vor, wird aber häufig unterschätzt. Nur etwa einer von hundert Deutschen, die in Risikogebieten unterwegs sind, haben einen Impfschutz.
     
  • Mückenprophylaxe (Malaria, Denguefieber, Zika-Virus)
    Mücken gehören zu den häufigsten Überträgern ernsthafter Krankheiten in warmen Ländern. Verhindern Sie daher den Kontakt, indem Sie lange Kleidung tragen und benutzen Sie mückenabweisende Mittel, die Sie auf die Haut auftragen.
    Gegen Malaria gibt es zwar keine Impfung, aber Medikamente (für Hochrisikogebiete). Informieren Sie sich rechtzeitig, ob Sie Medikamente gegen Malaria einnehmen müssen.

Wer trägt die Kosten?

Impfen kann ins Geld gehen: Die Impfungen gegen Hepatitis A und B kosten zusammen schon etwa 200 Euro. Viele Krankenkassen erstatten aber die Impfungen gegen Hepatitis A und B, Tollwut, Gelbfieber,  Cholera und Typhus. Informieren Sie sich jedoch vor dem Impfen, welche Kosten übernommen werden, denn meist müssen Sie Vorkasse leisten.

Stand: Juni 2018