Autoversicherungen – gut gerüstet in die Ferien

Die Sommerferien stehen vor der Tür, und viele planen mit dem Auto zu verreisen. Bei aller Vorfreude sollten Verbraucher aber auch an ihren Versicherungsschutz denken um gegen die finanziellen Risiken von Reisepannen und Unfällen im In- und Ausland ausreichend geschützt zu sein.

RS10917_Familie Kinder reisen mit dem Auto © Kzenon - Fotolia.com_.jpg

Kinder winken aus der Heckscheibe eines Autos

Welche zusätzlichen Autoversicherungen sind sinnvoll?

Auslandsschadenschutz

Andere Länder – andere Sitten. Nicht überall auf der Welt sind Autofahrer gegen selbstverschuldete Unfälle mit einer Kfz-Haftpflichtversicherung so abgesichert wie hierzulande. Im Falle eines unverschuldeten Unfalls kann es Ihnen daher passieren, dass Sie auf einem Teil Ihres Schadens sitzenbleiben. Deshalb empfiehlt sich eine Auslandsschadenversicherung, die diese Differenz deckt und die viele Versicherer für relativ wenig Geld als Zusatzoption zu bestehenden oder neu abgeschlossenen Kraftfahrzeugversicherungen anbieten. Weiterer Vorteil: Die Versicherung kümmert sich auch um die Schadensabwicklung.

Die „Mallorca“-Police

Diese in ganz Europa gültige Versicherung wird jenen Autofahrern empfohlen, die im Ausland mit einem Mietwagen unterwegs sind. Sie deckt Schäden, die über die im Ausland geltenden Mindestversicherungssummen hinausgehen, und zwar bis zur Höhe der in Deutschland gesetzlich vorgeschriebenen Mindestdeckung.

Grüne Versicherungskarte – ja oder nein?

Der ADAC sagt dazu: „Die Grüne Versicherungskarte ist bei Reisen ins EU-Ausland nicht erforderlich - hilfreich ist das Mitführen aber in jedem Fall, da sie zur Verständigung am Unfallort und zur einfacheren Schadenabwicklung beitragen kann“. Mit anderen Worten: Vorgeschrieben ist sie nicht, aber von der Versicherung ausstellen lassen und dabei haben sollte man die Grüne Versicherungskarte auf alle Fälle.

Vollkasko-Versicherung

Gelegentlich werden „Kurzkasko“-Versicherungen für die Zeit der Auslandsreise angeboten. Doch diese lohnen sich selten. Wer sein Fahrzeug Vollkasko-versichern will und bereits einen höheren Schadensfreiheitsrabatt hat, sollte daher insbesondere im Falle häufigerer Auslandsreisen prüfen, ob der Abschluss einer ganzjährigen Vollkaskoversicherung die bessere Wahl ist.

Schutzbriefe

Einen so genannten Auslandsschutzbrief bieten Automobilclubs und viele Kfz-Versicherer als kostengünstige Ergänzung zu bestehenden Verträgen an. Hier gilt es zu vergleichen, welcher Leistungsumfang mit dem jeweiligen Versicherungsschutz verbunden ist. In der Regel werden von A wie Abschleppkosten bis V wie Verschrottung des Fahrzeugs viele mögliche (Folge-)Kosten, die nach einem Unfall oder einer Panne im europäischen Ausland entstehen können, erstattet. Beispielsweise werden meist auch die Kosten für Krankenrücktransporte, Ersatzteile-Lieferungen, Fahrzeugrückholdienste und viele andere - zum Teil teure - Dienstleistungen übernommen.

Die Investition in einen Schutzbrief kann also durchaus sinnvoll sein. Wer ein relativ neues Auto besitzt und/oder eine oder mehrere Kreditkarten sein Eigen nennt, sollte jedoch prüfen, welche Risiken bereits anderweitig abgedeckt sind: So bieten einige Autohersteller für neue Fahrzeuge mit Schutzbriefen in einigen Bereichen vergleichbare Leistungen im Rahmen einer kostenlosen, so genannten Mobilitätsgarantie an. Die Geltungsdauer ist höchst unterschiedlich und beträgt je nach Hersteller zwischen fünf und 30 Jahren ab Erstzulassung. Auch viele Kreditkartenunternehmen bieten einen – vom Karteneinsatz meist unabhängigen - Schutz gegen gewisse finanzielle Risiken bei Auslandsaufenthalten, dessen Umfang und Geltungsbereich in den jeweiligen Vertragsbedingungen festgelegt ist.

Fazit

  • Welcher Versicherungsschutz optimal ist beziehungsweise benötigt wird, hängt von den eigenen Lebensumständen, Ansprüchen und Sicherheitsbedürfnissen ab.
  • Gänzlich ohne Versicherungsschutz ins Ausland zu reisen ist jedoch im Hinblick auf die möglichen finanziellen Risiken nicht zu empfehlen.

Stand: Oktober 2019