Im Ausland bar bezahlen: Höchstgrenzen beachten!

Ein Oldtimer aus Frankreich, Goldschmuck aus Italien oder Antiquitäten aus Spanien sind „Mitbringsel“ beziehungsweise Gegenstände, die häufig mit Bargeld bezahlt werden. Doch Vorsicht! In vielen EU-Staaten gibt es Höchstgrenzen für Barzahler. Wer dagegen verstößt, dem drohen teilweise hohe Geldstrafen.

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Bargeld im Glas als Urlaubskasse

Sie möchten die Miete für Ihr Ferienhaus in Kroatien oder das wertvolle Gemälde aus Rumänien bar bezahlen? Das ist keine Selbstverständlichkeit und im Zweifel keine gute Idee, denn in vielen EU-Staaten gibt es Grenzen für Bargeldzahlungen bei Geschäften zwischen Verbrauchern und Händlern. Größere Beträge müssen per Banküberweisung, Geld- oder Kreditkarte beglichen werden, sonst drohen Strafen von bis zu 40 Prozent der bar bezahlten Summe.

In Deutschland kann man bislang auch hohe Beträge mit Bargeld begleichen, doch gilt hier seit Juni 2017, dass bei Barzahlungen von über 10.000 Euro der Personalausweis vorzulegen ist. Hintergrund: Steuerhinterziehung und Schwarzgeldverkehr, Geldwäsche und Terrorfinanzierung sollen eingedämmt werden. Derzeit wird von der EU-Kommission ein Gesetzesvorschlag für einheitliche Bargeld-Obergrenzen diskutiert, der für 2018 in Aussicht gestellt wird.

Achtung: Bei jeder Urlaubsreise in andere Länder der EU gilt seit Juni 2017 generell: Reist man innerhalb der EU mit Bargeld über 10.000 Euro, muss man auf Anfrage den Betrag beim Zoll anmelden. Ansonsten macht man sich strafbar.

Obergrenzen für Barzahlung in den Euro-Ländern

  • 1.000 €: Frankreich
    1.000 Euro für in Frankreich ansässige Steuerzahler sowie für ausländische Händler. Ausnahmen: 15.000 Euro für Steuerausländer sowie unbegrenzte Bargeldzahlungen unter Privatpersonen (z. B. Kauf eines Autos). Allerdings ist das Ausstellen einer Rechnung bei Beträgen über 1.500 Euro Pflicht.
     
  • 1.000 €: Portugal
    Die Höchstgrenze von 1.000 Euro bezieht sich auf Geschäfte zwischen Verbrauchern und Händlern. Bei Geschäften, die Verbraucher untereinander abschließen gibt es keine Höchstgrenze für Barzahlungen.
     
  • 1.500 €: Griechenland
    Die Höchstgrenze für Barzahlungen beträgt 1.500 Euro. Einzige Ausnahme ist bislang noch der Autokauf (noch keine Höchstgrenze).
     
  • Bis 2.500 €: Spanien
    Die Summe gilt für Geschäfte zwischen ortsansässigen Verbrauchern und Händlern. Nicht in Spanien lebende Ausländer dürfen bis zu15.000 Euro bar bezahlen. Verstöße können mit 25 % der Barzahlungssumme geahndet werden.
     
  • Bis ca. 2.260 €: Rumänien
    Die Höchstgrenze für Bargeldzahlungen liegt bei 10.000 RON (ca. 2.260 €) pro Person und Tag.
     
  • Bis 3.000 €: Belgien
    Waren und Dienstleistungen dürfen nur bis 3.000 € bar bezahlt werden. Grundsätzlich darf in unserem Nachbarland kein Bargeld beim Immobilienerwerb fließen. Verstöße können sehr teuer werden: Geldstrafen von 250 bis 250.000 Euro sieht die belgische Gesetzgebung vor.
     
  • Bis 5.000 €: Slowakei
    Bei Geschäften zwischen Verbrauchern und Händlern bzw. Händlern untereinander liegt die Grenze bei 5.000 €. Barzahlungen bis zu 15.000 sind für Privatpersonen untereinander erlaubt.
     
  • Bis ca. 5.110 €: Bulgarien
    Beträge über 10.000 Lew (> ca. 5.110 €) dürfen nur unbar beglichen werden.
     
  • Bis 13.000 €: Tschechische Republik
    Pro Tag können Verbraucher bis zu 350.000 tschechische Kronen (13.000 Euro) in bar bezahlen.
     
  • Keine Höchstgrenze:
    Deutschland, Österreich, Luxemburg, , Slowenien, Malta, Zypern, Island, Litauen und Lettland.
     
  • Keine Höchstgrenze, aber Ausnahmen oder Einschränkungen in der Praxis:
    Dänemark, Finnland, Estland, Irland, Schweden, Ungarn, Niederlande (siehe unten):
     

In einigen europäischen Staaten haben Händler das Recht, Bargeld über einer bestimmten Summe abzulehnen, ebenso wie große Geldscheine oder die Zahlung mit mehr als 50 Geldstücken. Über diese Ausnahmen müssen Verbraucher im Geschäft vorab entsprechend informiert werden.

In einigen Ländern, wie in Dänemark oder Norwegen, werden Verbraucher mit zur Verantwortung gezogen, wenn der Händler bei größeren Barzahlungen keine Steuern und die Mehrwertsteuer abführt.

Tipp: Lassen Sie sich dort immer eine Quittung mit Angaben zu den Steuern aushändigen!

Stand: August 2017