Zeit für eine Pause: Ich bin dann mal offline!

Ständig vibriert und klingelt es irgendwo. Es liegt während des gemeinsamen Essens auf dem Tisch oder sein Display lässt den Gegenüber immer wieder Blicke riskieren – die Rede ist von unserem ständigen Begleiter: dem Smartphone. Dass sich hier ein großes Stresspotenzial auftut, spüren immer mehr Menschen. Höchste Zeit einfach mal offline zu gehen!

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Pärchen liegt im Bett und beide schauen auf Smartphones

Smartphone mit Suchtpotenzial

Das Mobiltelefon mit all seinen vermeintlich praktischen Funktionen einfach mal links liegen zu lassen, fällt uns immer schwerer. Bleibt es tatsächlich mal für einige Zeit ausgeschaltet oder in der Handtasche, ist oftmals Stress vorprogrammiert und der Zeitpunkt, endlich wieder nach Massenger-Nachrichten oder E-Mails zu schauen, wird wahrlich herbeigesehnt.

Ob beim Chatten, im Internet Surfen und Shoppen, Musikhören, Fotografieren, Telefonieren, Spielen oder gesundheitliche Fitness Überwachen: Wer nicht aufpasst, kann mit seinen Nutzungsgewohnheiten ein regelrechter Sklave seines Mobiltelefons werden.

Dieses Suchtpotenzial ist in etwa vergleichbar mit der Abhängigkeit vom Glücksspiel. Durch bestimmte Handlungen, welche man am Smartphone begeht, können weitere Interaktionen z.B. durch andere Smartphonenutzer resultieren: Habe ich neue E-Mails erhalten? Gefällt schon jemandem mein neues Profilbild? Gibt es Neuigkeiten? Dies wird als eine Art Überraschungseffekt erlebt und der Körper schüttet dabei jedes Mal das Glückshormon Dopamin aus. Jenes wirkt wie eine Art Motor für die Handynutzung und lässt uns immer wieder nach dem Display greifen.

Doch dieser ständige Griff zum Handy ist alles andere als gesundheitsförderlich. So kann es zu einer Überreizung des Gehirns kommen und somit sind Stress sowie Schlaf- und Konzentrationsstörungen vorprogrammiert. Ersetzt die Handynutzung sogar soziale Kontakt oder Zeit, welche ursprünglich einem Hobby diente, kann das Smartphone sogar tatsächlich zu einer gefährlichen Sucht werden.

Es ist gar nicht so einfach, das kleine schwarze Display einmal Display sein zu lassen. Das VerbraucherFenster hat einige Tipps und Tricks gesammelt, die Ihnen bei der Smartphone-Entwöhnung helfen können.

Einfach mal abschalten – Tipps für ein bisschen mehr Freiheit!

  • Zu Besuch bei Freunden: Einfach mal das Smartphone ausschalten! Dies tun Sie am besten direkt vor Zeugen. Auf diese Weise wird aus dem Vorhaben ernst, diesmal nicht auf das Handy zu schauen. Denn Situationen, wie etwa ein Gang zur Toilette des Gegenübers, können so nicht mehr für einen kurzen Blick aufs Smartphone genutzt werden.
  • Quality Time: Lassen Sie ihr Handy bei Ausflügen einfach mal zu Hause. Ohne Mobiltelefon kann man nicht nur sein Umfeld viel besser wahrnehmen, sondern auch vom digitalen Alltag entspannen. Nicht jede Aussicht muss fotografiert werden und es ist auch nicht erforderlich allzeit mitzuteilen, an welchem Ort man sich gerade befindet.
  • In der Ruhe liegt die Kraft: Schalten Sie Alarmtöne und Vibrationsalarm konsequent aus. So können Sie selbstständig den Blick aufs Smartphone bestimmen. In den Einstellungen sind Ausnahmen einstellbar. Auf diese Weise können z.B. Anrufe von Familienmitgliedern oder dem Arbeitsplatz hörbar aufgezeigt werden.
  • No-Go-Areas: Verbannen Sie Handys aus Betten und von Esstischen und schaffen Sie so Smartphone-freie Zonen. Studien zeigen, dass die Wellenlängen des blauen Lichtes von Smartphones, Tablets oder Laptops die Schlafqualität verschlechtern. Grund dafür ist, dass das Nervensystem empfindlich auf dieses blaue Licht reagiert und die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin hemmt.
  • Sie haben Post: Schalten Sie Push-Benachrichtigungen und Liveticker von Apps auf Ihrem Handy aus und legen Sie Zeitpunkte fest, zu denen Sie E-Mails oder Massenger-Nachrichten lesen.
  • Man muss nicht immer 24/7 erreichbar sein: Dementsprechend müssen Sie auch nicht immer sofort auf SMS oder E-Mails antworten. Je schneller Sie auf Benachrichtigungen eingehen und antworten, desto größer wird die Erwartungshaltung Ihres Gegenübers.
  • Seien Sie rigoros: Löschen Sie Apps von Ihrem Smartphone, die Sie immer wieder zum Surfen animieren.
  • Auf Altbewährtes setzen: Benutzen Sie wieder den guten alten analogen Wecker! Auf diese Weise ist nicht gleich früh morgens ihr erster Griff zum Smartphone. Eine Armbanduhr sieht nicht nur schick aus, sondern hilft auch dabei, Blicke auf das Handy einzusparen.
  • Entspannung, aber handyfrei: Nehmen Sie Zeiten, an denen Sie einmal nicht erreichbar sind, bewusst wahr und beginnen Sie diese zu genießen!
  • Nur Bares ist Wares: Gehen Sie wieder im Geschäft einkaufen und zahlen Sie bar, statt auf digitale Zahlungsvorgänge und Shopping auf dem Smartphone zu setzen. Gleiches gilt für Zug- oder Flugtickets. Bei ausgedruckten Tickets wird die Smartphone-Nutzung unnötig.

Displaypause – Diese Apps helfen:

  • Wer das Smartphone beiseitelegt und anderen Dingen Zeit schenkt, wird belohnt: die App „Forest“ für iOS, Android und Windows Phone lässt währenddessen einen virtuellen Wald auf dem Bildschirm wachsen. Bereits nach den ersten 30 Minuten Enthaltsamkeit entspringt ein Baum.
  • Mit der App „Quality Time“ kann man sein Smartphone-Nutzungsverhalten überprüfen. Durch Statistiken über den Tag oder über eine Woche werden Zeitpunkt, Dauer und Häufigkeit der App-Verwendungen dokumentiert. Zusätzlich bietet die App die Möglichkeit einen Alarm bei Überschreitung bestimmter Nutzungszeiten einzurichten. Wird die „Take a Break“-Funktion aktiviert, können während vorher festgelegter, Pausenzeiten keine Apps geöffnet werden. Nur noch das Telefonieren ist möglich. Erhältlich für iOS und Android.
  • Statistiken erstellt auch die Android-App „Menthal“ und hält damit jegliches Nutzungsverhalten des Smartphone-Besitzers fest, vom Entriegeln der Sperrfunktion bis zum Telefonat.

Digital Detox-Urlaub

Mittlerweile werben auch immer häufiger Reiseveranstalter und Urlaubsunterkünfte mit ihren standortbedingten oder aber arrangierten Funklöchern. In den sogenannten Offline-Betrieben gibt es keine Fernseher auf den Zimmern, nur tagsüber WLAN oder lediglich ein Münztelefon. Manche Hotels bieten ihren Gästen außerdem „Digital-Detox-Pakete“ im Tausch gegen das Smartphone an der Rezeption an. Die Pakete beinhalten dann z.B. Stadtpläne des Urlaubsortes aus Papier, Zeitungen, Entspannungskerzen oder regionale Leckereien.

Stand: Juni 2017