Badeseen im Grünen: Hier macht Baden Spaß!

Bei sonnigem Wetter heißt es „Pack die Badesachen ein“. Nicht nur Schwimmbäder, auch die Badeseen laden zum Abkühlen und Entspannen ein. An allen untersuchten Badestellen in Hessen ist das Baden dank der guten Wasserqualität unbedenklich. Doch wo sind die geprüften Badeseen in Hessen und deutschlandweit? Wie ist ihre Wasserqualität? Aktuelle Infos zu deutschen Badeseen sind online abrufbar.

Familie am Wasser RAMON CAMI - Fotolia.com_.jpg

Familie sitzt am Wasser

Badeseen gibt es in Hessen vom Waldecker Upland bis zum Riedsee bei Riedstadt - so vielfältig wie die hessischen Landschaften, so abwechslungsreich sind auch die Seen: Hier die große, tiefe Talsperre, dort der Baggersee in der Flussebene oder der kleine Stauweiher mitten im Wald.

In Hessen gibt es 61 offizielle "EU-Badegewässer" mit 64 Badestellen, die regelmäßig auf ihre Wasserqualität untersucht werden. Deutschlandweit werden insgesamt über 2.000 Badestellen überwacht.

Regelmäßige Überprüfung der Wasserqualität

Die sogenannten „EU-Badegewässer“ der Bundesländer sind offiziell als Badegewässer bei den Behörden angemeldet und für das Baden freigegeben. Sie werden monatlich durch das zuständige Gesundheitsamt in enger Zusammenarbeit mit anderen Behörden, zum Beispiel in Hessen mit dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG), entsprechend den EU-Vorgaben überwacht und untersucht.

Da die Ergebnisse der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden, können sich die Badegäste während der gesamten Badesaison immer aktuell über die Gewässerqualität informieren.

Bei auffälligen Befunden informieren die Gesundheitsämter die Öffentlichkeit und schließen gegebenenfalls vorsorglich die Badestelle. So wird sichergestellt, dass an freigegebenen Badestellen unbedenklich gebadet werden kann.

Eine regelmäßige Untersuchung der Badegewässer ist nötig, da manche kleine Organismen wie zum Beispiel Algen nur zeitweise massenhaft auftreten. So können sich besonders im Spätsommer Blaualgen explosionsartig vermehren. Diese scheiden Giftstoffe aus, die zu allergischen Reaktionen bei den Badegästen führen können. Aber auch ein erhöhtes Vorkommen von Darmbakterien ist gesundheitsgefährdend und muss im Auge behalten werden.

Ungetrübter Badespaß in Hessen

Im Hinblick auf die Gewässerqualität steht dem Badevergnügen nichts im Wege, denn die letztjährigen Messungen weisen nach, dass  rund 98 Prozent der hessischen Badeseen eine gute oder sogar ausgezeichnete Gewässerqualität aufweisen.

Dem Badespaß in Hessen steht dank der guten Ergebnisse nichts entgegen, so dass an allen Badestellen das Baden erlaubt ist. Fast alle Badestellen haben sogar eine hervorragende Wasserqualität. So weisen 61 Badestellen eine ausgezeichente und eine Badestelle eine gute Wasserqualität auf. Lediglich zwei Badestellen im Werra-Meißner-Kreis, nämlich die Badestellen am Meinhardsee und am Südufer des Werratalsees, wurden mit ausreichend bewertet. Das Baden ist dennoch unbedenklich. Dieses ausreichende Ergebnis wird damit begründet, dass es in den letzten Jahren schwankende Keimzahlen gegeben hat, die sich noch auf die Bewertung der nachfolgenden vier Jahre auswirken. Ursache für erhöhte Keimzahlen sind häufig Verunreinigungen durch Vogelkot.

Infos zu hessischen Badeseen unter badeseen/hlnug.de

Alle Informationen zu den EU-Badegewässern in Hessen bietet die Badegewässerseite  des HLNUG.

Dort sind während der gesamten Badesaison Informationen zu jedem Badesee zu finden wie

  • Aktuelle Gewässerqualität
  • Bewertung des Sees in den letzten Jahren
  • Badesaisonbeginn und Saisondauer
  • Badegewässerprofil mit Angaben zur Größe und Tiefe des Sees, Typ des Badegewässers
  • Freizeitmöglichkeiten

Die Badegewässerseite kann auch mit Mobilgeräten aufgerufen werden, so dass man sich unterwegs schnell einen Überblick verschaffen kann.

Badegewässer in Deutschland und Europa?

In Deutschland gibt es knapp 2.300 offiziell gemeldete Badegewässer. Zu diesen Badegewässern gehören Seen, Flüsse und die Küsten von Nord- und Ostsee, die von den jeweiligen Bundesländern regelmäßig überwacht werden. Da im Jahr 2016 knapp 98 Prozent der beurteilten Badestellen die Qualitätsanforderungen der EU erfüllten, ist das Baden an fast allen Flüssen, Seen und Küstengewässern unbedenklich möglich. Etwa 91 Prozent der Badegewässer erreichten sogar eine ausgezeichnete und knapp 6 Prozent eine gute Bewertung.
Wasserqualität in Badegewässern (Karte anklickbar)

Der EU-Bericht zur Wasserqualität liefert Daten zu etwa 21.000 Badestellen in den EU-Staaten sowie Albanien und der Schweiz. Der Bericht enthält Angaben zur Qualität der Badegewässer des Jahres 2016. Demzufolge erfüllen 96 Prozent der europäischen Badegewässer die Mindestanforderungen und 85 Prozent haben eine ausgezeichnete Qualität, was durch Investitionen in die Wasser- und Abwasser-Infrastruktur der letzten 40 Jahre erst erreicht wurde. Davor wurden noch große Mengen Schmutzwasser unbehandelt oder nur teilgeklärt in die Gewässer geleitet.
Qualität der europäischen Badegewässer 2016

Ursachen für erhöhte Bakterienbelastung

Erhöhte Werte deuten auf einen Eintrag von Fäkalien hin. Solche Verunreinigungen treten häufiger nach starken Regenfällen auf. Sie stammen entweder von angrenzenden Flächen oder werden durch Zuflüsse in den See eingetragen. Allerdings können diese Fäkalbakterien auch von Wasservögeln stammen. Das Füttern von Wasservögeln durch Besucher sollte unterlassen werden, da dies das Auftreten der Tiere fördert. Keime können aber ebenso durch unhygienisches Verhalten von Badegästen eingetragen werden.

Badesee: Wasser ist nicht immer klar, sondern getrübt

Während Schwimmbäder künstlich angelegt sind und ihr Wasser aufbereitet wird, handelt es sich bei Badeseen um natürliches Oberflächenwasser, das als Lebensraum für Bakterien, Pflanzen und Tiere dient. Werden zu viele Nährstoffe dem See zugeführt, wachsen die Wasserpflanzen sehr schnell und dicht. Für Badegäste stellen diese Pflanzen in der Regel jedoch keine Gefahr dar, da die Blätter abreißen, sobald sich ein Schwimmer in ihnen verfängt.

Die Sicht im Wasser wird nicht nur durch Pflanzen beeinträchtigt, sondern auch durch mikroskopisch kleine Planktonalgen, die sich massenhaft vermehren können durch eine zu hohe Nährstoffzufuhr in den See.

Badegäste können mitwirken bei der Gewässerqualität

Badegäste können auch zum guten Zustand der Gewässer beitragen:

  • Keine Wasservögel oder Fische füttern, da dies zu problematischen Nährstoffeinträgen führt, die das Algenwachstum fördern und das Wasser trüben
  • Eigenen Müll wieder mit nach Hause nehmen bzw. in die Abfallkörbe werfen
  • Verunreinigungen sofort der Kommune bzw. der Stadt oder dem Kreis melden
  • Toiletten benutzen
  • Badeseen ersetzen kein Dusch- oder Wannenbad! Seife und Shampoo bitte stets nur in den dafür vorgesehenen Räumlichkeiten oder zu Hause verwenden, denn die darin enthaltenen Tenside sind für Gewässerlebewesen giftig

Stand: Juni 2017