Wasserrutschen - hohe Unfallgefahr bei Regelverstößen

Rutschen im Schwimmbad macht Spaß und sorgt für angenehme Abkühlung an heißen Sommertagen. Wie werden deutsche Rutschen überprüft und welche Regeln sollten beim Rutschen eingehalten werden?

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Junge auf einer Wasserrutsche

Die Freibadsaison lockt derzeit wieder viele Menschen in die Schwimmbecken und  auf spaßbringende Wasserrutschen. Immer ausgefallener, steiler und somit auch schneller präsentieren sich die modernen Rutschen. Das bringt Spaß, aber ist das auch noch sicher?  „Ja“ lautet die Antwort für hiesige Wasserfreunde.  Die Anlagen in Deutschland sind alle sehr sicher und weisen selten Mängel auf, da sie  einer jährlichen Prüfpflicht durch unabhängige Prüfunternehmen wie zum Beispiel dem TÜV Rheinland unterliegen. Die meisten Unfälle an Wasserrutschen in Schwimmbädern werden vor allem durch Benutzungsfehler verursacht.

Wie werden Wasserrutschen geprüft?

Jede Wasserrutsche in Deutschland wird jährlich einmal überprüft. Alle drei Jahre wird zusätzlich ein praktischer Test durchgeführt. Wie genau eine Wasserrutsche sein muss, damit sie regelkonform ist, ist in der Norm „DIN EN 1069:2010“ festgelegt. Der TÜV-Prüfer kontrolliert anhand dieser Norm die Rutsche zunächst auf Materialschäden, wie Kanten und andere Mängel, die Schürfwunden verursachen könnten. Ebenso werden die einzelnen Verbindungs-Bauteile kontrolliert und gründlich unter die Lupe genommen.

Hinweistafel mit Anleitung für Sicheres Rutschen Damit eine Rutsche entsprechend sicher ist, sind auch entsprechende Hinweise nötig. "Beim Aufstieg zur Wasserrutsche muss ein Schild mit Hinweisen zum richtigen Rutschverhalten angebracht sein", erklärt Hans Küpper, Experte für die Sicherheit von Wasserrutschen beim TÜV Rheinland. Hauptsächlich kommen dort allgemeinverständliche Bilder und Piktogramme zum Einsatz, die aufzeigen ab welchem Alter, Körpergröße und in welcher Rutschposition die Anlage genutzt werden darf. Oftmals wird auch der Schwierigkeitsgrad der Rutsche angegeben.

Viele Rutschen besitzen ein Ampelsystem mit Lichtschranke, um den Sicherheitsabstand zum Vordermann einzuhalten. Die Ampel signalisiert,  wann der nächste Badegast starten darf. Einmal auf der Wasserrutsche unterwegs,  gilt: niemals bremsen oder anhalten und den Eintauchbereich schnell verlassen, um den Betrieb nicht zu blockieren. Auf keinen Fall sollten sich Kinder im Auslaufbecken aufhalten, da dies kein Spiel- und Planschbereich ist.

Darf man gemeinsam mit seinem Kind rutschen?

Eltern sollten ihre Kinder nicht aus den Augen  lassen, auch wenn vor Ort ein Bademeister aufpasst. Kleinkinder gehören unter Aufsicht und mit entsprechenden Schwimmhilfsmitteln ins Babybecken, Nichtschwimmer, ebenfalls mit Schwimmlernhilfen ausgestattet, ins Nichtschwimmerbecken. "Eltern können auch gemeinsam mit ihren Kindern rutschen – Kleinkinder am besten sitzend und geschützt zwischen den Beinen eines Erwachsenen", empfiehlt Küpper.

Tipps für sicheres Rutschen

  • Eltern sollten die Hinweisschilder gemeinsam mit ihren Kindern anschauen und den Kleinen erklären, worauf sie achten müssen.
  • Immer den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand einhalten, um Kollisionen zu vermeiden.
  • An manchen Anlagen sind Rot-Grün-Ampeln angebracht, die über eine Lichtschranke verfügen. Sie zeigen an, wann die Rutsche für den nächsten Badegast frei ist. Niemals bei Rot in die Röhre springen, sonst droht ein Aufprall.
  • Sind keine Ampeln vorhanden, muss der Betreiber dafür sorgen, dass eine Aufsichtsperson diese Aufgabe übernimmt und rutschwütige Röhren-Rowdys schon beim Start ausbremst.

Stand: August 2018