Tropenholz fürs Grillvergnügen?

Grillkohle wird immer häufiger aus wertvollem Tropenholz hergestellt. Gesetzeslücken und der Preisdruck in dieser Branche führen dazu, dass diese Kohle aus dem Ausland importiert wird. Wir geben Tipps zum ökologischen Grillen.

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Grillkohle

Das Grillen ist im Sommer für viele liebstes Hobby. Ob Fleisch, Fisch, Gemüse oder Grillkäse, es landet fast alles auf dem Grillrost. Dazu benötigen die Deutschen im Durchschnitt ca. 250.000 Tonnen Grillkohle pro Jahr. Die Grillkohle ist ein wichtiger Bestandteil für das perfekte Grillen, woher die Grillkohle eigentlich kommt, damit beschäftigen sich allerdings die Wenigsten.

Herkunft und Art der Hölzer oftmals unbekannt

Die Stiftung Warentest hat insgesamt 17 Säcke Grillkohle in Supermärkten, Baumärkten, Getränkemärkten und Tankstellen gekauft, um anschließend die Herkunft des Holzes zu bestimmen. Zudem überprüften die Tester, ob die Deklarierung der Anbieter zur Herkunft und Art des Holzes auf der Verpackung überhaupt angegeben ist.

Das erschreckende Ergebnis: Auf neun Säcken der Grillkohle waren weder Herkunft noch Holzart angegeben – in fünf davon befand sich sogar Kohle aus tropischen oder subtropischen Gebieten.  Der Großteil davon kommt aus Afrika und Südamerika. Dort gibt es nur wenige zertifizierte Wälder, wo nachhaltig gewirtschaftet wird. Selbst Kontrollen sind schwierig durchzuführen, da Korruption ebenfalls eine große Rolle spielt. Positiv ist dagegen, dass einige Hersteller bereits eigene Kontrollen durchführen, um illegales Holz zu vermeiden.

Wie gelangt diese illegale Kohle nach Deutschland?

Sobald die Grillkohle auf dem deutschen Markt landet, kann sie legal verkauft werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Holz zuvor illegal geschlagen wurde. In der europäischen Holzhandelsverordnung, welche sicherstellt, dass nur legales Holz in die EU gelangt, ist bisher keine Regelung für Grillkohle und Briketts vereinbart worden. Die Importeure müssen demnach keinen Legalitätsnachweis erbringen. Verschiedene Umweltverbände fordern, die Verordnung schnellstmöglich zu aktualisieren.

Wie erkennt man nachhaltige Grillkohle?

Um Grillkohle aus Raubbau zu meiden, achten Sie darauf, dass die Produkte die gängigen Umwelt-Zertifikate besitzen. FSC, Naturland  und PEFC bescheinigen, dass die Kohle aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt und daher ohne Bedenken genutzt werden kann. Zertifizierte Hersteller müssen sich oftmals Kontrollen unterziehen. Der Preis der Holzkohle ist dadurch etwas teurer als die gepanschte Billigware.

Ein Produkt führte die Tester jedoch zur Verwunderung. Es trug das FSC-Siegel, enthielt aber ausschließlich Tropenholz, anstatt Holz aus heimischen Wäldern. Der FSC führte das falsche Siegel auf einen Lieferanten zurück, der das Siegel nicht mehr einsetzen darf. Das getestete Produkt stamme vermutlich aus einer älteren Charge und hätte nicht mehr verkauft werden dürfen. Der FSC will den Betrieb hinsichtlich der Verstöße überprüfen.

Fazit

Für den Verbraucher ist es gar nicht so leicht herauszufinden, woher die Grillkohle stammt. Um sich vor dubioser Ware zu schützen, achten Sie beim Kauf immer auf die Umwelt-Zertifikate, sowie auf weitere Angaben zur Herkunft der Kohle. Wer allerdings wirklich auf Nummer sicher gehen möchte, kann über eine klimafreundlichere Alternative nachdenken - das Grillen mit Gas. (schl)

Stand: Juli 2019