Swimmingpool im Garten: So bleibt das Wasser sauber

Pools im Garten erfreuen sich großer Beliebtheit. Eine Vielzahl unterschiedlicher Modelle sind erhältlich von rund über eckig, aufblasbar oder mit Ständerwerk. Was ist zu tun, damit das Wasser sauber bleibt?

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Schwimmbecken mit Enten

Mit einem Swimmingpool wird der Garten zum Urlaubsparadies. Vom Planschbecken für Kinder über den flexiblen Pop-Up-Swimmingpool bis hin zur festeingebauten Luxusvariante – das kühle Nass fasziniert Groß und Klein. Worauf ist beim Kauf zu achten, damit nach dem Aufbau und der regelmäßigen Reinigung die Freude beim Baden erhalten bleibt?

Gut geplant ist halb gewonnen

Bei der Planung über die Anschaffung eines Pools ist vorab zu überlegen, wie häufig der Pool im Jahr überhaupt genutzt wird. Planschen Kinder und Familie nur wenige Wochen in den Ferien, reicht ein günstiges aufblasbares Modell. Wird das Schwimmbecken bereits bei den ersten Sonnenstrahlen im Frühjahr bis in den Spätsommer in Gebrauch genommen, lohnt sich die Anschaffung eines robusteren Modells mit Stahlrahmen. Auch sollte es leicht auf- und abbaubar sein, da eine komplizierte Handhabung die Freude an der Nutzung trübt. Hierbei ist auch zu überlegen, ob geeignete Lagerkapazitäten für Poolfolie und Ständerwerk vorhanden sind.

Für fest verbaute Pools ist eine Anfrage beim Bauamt vorab anzuraten, manchmal ist eine Genehmigung erforderlich.

Ein sonniger Standort hat den Vorteil, dass die Sonnenwärme das Wasser aufwärmt. Ein Standort unter Bäumen kann das Wasser durch herabfallende Blätter, Blüten oder Früchte verschmutzen.

So viel Wasserkosten fallen an

Die benötigte Menge Wasser errechnet sich über das Volumen in Kubikmetern. Ein Kubikmeter (1000 Liter) kostet je nach Region meist zwischen vier und fünf Euro. Davon entfallen etwa 40 Prozent auf das Frischwasser und etwa 60 Prozent auf das Abwasser. Letzteres wird grundsätzlich bei der Entnahme von Wasser berechnet und ist auch dann zu bezahlen, wenn das auszutauschende Wasser des Planschbeckens zum Blumengießen verwendet und nicht der Kanalisation zugeführt wird.

Somit beträgt die Wassermenge für die Befüllung eines rechteckigen Pools mit einer Länge von 5 Metern, einer Breite von 3 Metern und einer Füllhöhe von 140 Zentimeter etwa 21 Kubikmeter. Diese Menge Wasser kostet bei einem durchschnittlichen Wasserpreis von 4,50 Euro pro Kubikmeter etwa 95 Euro.

Bei einem runden Pool mit einem Durchmesser von 4 Metern und einer Füllhöhe von 140 Zentimeter kostet die Befüllung etwa 77 Euro bei einem Wasserinhalt von rund 17 Kubikmetern.

Da im Laufe des Sommers Wasser durch das Planschen und durch Verdunstung verlorengeht, ist immer wieder Wasser nachzufüllen.

Neben den Wasserkosten kommen noch Stromkosten für die Pumpenanlage zur Säuberung des Wassers hinzu.

Warum das Wasser nicht sauber bleibt

Zur Verschmutzung des Poolwassers kann es aus mehreren Gründen kommen:

  • Durch die Luft können Pollen, Blüten und Blätter ins Wasser gelangen, ebenso kleine Äste bei heftigem Wind.
  • Wird barfuß im Garten gelaufen, bleiben Gras, Boden oder Staub an den Füßen hängen. Diese Bestandteile werden ins Schwimmbecken eingebracht, wenn die Füße vor dem Betreten des Pools nicht gereinigt werden.
  • Das Algenwachstum wird durch sonniges Wetter gefördert.
  • Manches Insekt überlebt auch die Landung im Poolwasser nicht.
  • Wird verschwitzt ins Wasser eingetaucht, kommt auch Schweiß mit ins Wasser.
  • Bei Kleinkindern ist damit zu rechnen, dass sie Körperflüssigkeiten abgeben.

Da eine Poolreinigung aufwändig ist, ist dafür zu sorgen, dass möglichst wenig Schmutz ins Wasser gelangt. In Zeiten, in denen der Pool nicht benutzt wird oder durch die Sonneneinstrahlung aufgewärmt werden soll, empfiehlt es sich deshalb, den Pool abzudecken. Eine Wanne neben dem Pool, um mit einem Fußbad die Füße von Gras und Erde zu befreien, trägt dazu bei, dass solche Verschmutzungen nicht ins Wasser gelangen.

Grober Schmutz wie Äste, Blätter oder tote Insekten können mit einem Kescher aus dem Wasser gefischt werden.

Feiner Schmutz vom Beckenboden und der Wand lässt sich mit einem Poolroboter entfernen, der dank Sensoren das Becken automatisch reinigt.

Auch mit einer Filteranlage kann feiner Schmutz entfernt werden. Zudem wird die Filteranlage benötigt zur Beseitigung von Bakterien und Algen.

Gute Wasserqualität - so geht´s

Bei kleinen Pools für Babys wird empfohlen, täglich das Wasser zu wechseln. Bei älteren Kinder ist es ausreichend, das Wasser spätestens alle drei Tage zu tauschen. Das Wasser sollte unbedingt immer komplett erneuert werden. Es genügt nicht, frisches Wasser nachzufüllen.

Bei größeren Pools ist ein kompletter Wasserwechsel aufgrund der enthaltenen Wassermenge und den damit verbundenen Kosten alle paar Tage nicht sinnvoll. Zudem kann das Befüllen des Beckens je nach Größe einen halben Tag und länger dauern. Deshalb benötigen größere Pools eine Filteranlage zur Reinigung von Schmutz und zur Beseitigung von Bakterien und Algen. Wie oft und wie lange diese laufen muss, hängt vor allem von der Wassermenge, der Pumpenleistung pro Stunde und den aktuellen Temperaturen ab. Das Wetter hat deshalb Einfluss auf die Reinigung, da bei kühleren Wassertemperaturen - also unter 20 Grad Celsius - das Algenwachstum geringer ist als bei höheren Wassertemperaturen. Warme Lufttemperaturen und Sonnenschein begünstigen nicht nur das Algenwachstum, sondern auch die Vermehrung von Bakterien.

Um die Qualität des Wassers zu überprüfen, kann der pH-Wert mittels Teststäbchen ermittelt werden. Dieser sollte idealerweise im neutralen Bereich zwischen 7,0 und 7,4 liegen.

Chlor als Desinfektionsmittel wird in der Regel nur bei größeren Pools oder fest eingebauten Poolanlagen verwendet, um Bakterien und Keime abzutöten und die Algenbildung zu hemmen. Die richtige Dosierung ist hier besonders wichtig, da zu viel Chlor zu geröteten Augen und Hautreizungen führen kann.

Weichmacher im Planschbecken

In vielen Kunststoffen sind Weichmacher enthalten, da sie ihn formbar und geschmeidig machen. Doch diese Weichmacher sind Substanzen, die die Gesundheit beeinträchtigen können. Da diese Stoffe leicht flüchtig sind und über die Haut aufgenommen werden können, sollte das Planschbecken nicht mit dem Mund aufgeblasen werden, sondern mit einem Hilfsmittel wie Luftpumpe oder Kompressor. Für Produkte für Babys, Kleinkinder und Kinder, die in den Mund genommen werden können, gibt es Höchstgrenzen für Weichmacher.

Noch besser ist es, Planschbecken für Kinder zu kaufen, die frei von Weichmachern sind. Erkennbar ist dies beim Kauf, wenn das Produkt mit dem Hinweis versehen ist, dass es gemäß der EU-Richtlinie 2005/84/EG hergestellt wurde. Auch die Kennzeichnung mit dem TÜV-Prüfzeichen bietet Sicherheit beim Kauf eines Planschbeckens, da dieses Prüfzeichen nur vergeben wird, wenn das Produkt der EU-Schadstoff- und Sicherheitsnorm entspricht.

 (lan-fra)

Stand: August 2020