Silvesterfeuerwerk: Wo sind Raketen und Böller erlaubt?

Die Silvesterknallerei findet zunehmend keine Akzeptanz mehr. Gründe sind die Feinstaubbelastung, das Müllproblem, Brand- und Verletzungsgefahr sowie Lärm. Einzelne Geschäfte verkaufen inzwischen keine Feuerwerkskörper mehr, der Baumarktriese Hornbach steigt ab 2020 aus. Auch kommunale Verbote und Alternativen durch Lichtshows werden diskutiert. Wie lassen sich Unfälle vermeiden? Wo dürfen Raketen gezündet werden, wo nicht?

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Feuerwerk

Durch falsches Anzünden von Raketen und Böllern und leichtsinniger Gefahreneinschätzung kommt es immer wieder zu Bränden und Unfällen. Haustiere und Wildtiere reagieren verschreckt auf den Lärm. Die unnötige Feinstaubbelastung und den vielen Müll wollen viele Menschen inzwischen nicht mehr hinnehmen. Andere dagegen möchten sich den Spaß an Feuerwerk und Knallerei nicht nehmen lassen. Für diese Fans haben wir hier einige Hinweise.

Raketen und Böller enthalten Sprengstoff

Der leichtsinnige oder unsachgemäße Umgang mit Böllern und Raketen ist gefährlich, denn in jedem Feuerwerksartikel befindet sich Sprengstoff. Und doch wird häufig die Wirkung der explosiven Stoffe in den Feuerwerkskörpern unterschätzt. Auch in ausgelassener Feierlaune sollte jeder daran denken, sorgfältig mit den Knallkörpern umzugehen und die Benutzungshinweise zu beachten. Wer reichlich Bier und Wein konsumiert hat, überlässt deshalb das Zünden des Feuerwerks lieber jemandem, der sich beim Alkohol zurückgehalten hat.

Nur zugelassene Feuerwerkskörper kaufen

Jeder sichere Feuerwerkskörper hat eine Registrierungsnummer und ein CE-Zeichen.

Es gibt zwei Kategorien bei Feuerwerkskörpern:

  • Die Knaller, Böller, Raketen oder anderes Feuerwerk der Kategorie 2 dürfen nur am Silvesterabend und am Neujahrstag gezündet werden und zwar nur von Personen ab 18 Jahren. Auch zum Kauf sind nur erwachsene Personen berechtigt.
  • Feuerwerksartikel der Kategorie 1 wie zum Beispiel Knallerbsen, Wunderkerzen und Tischfeuerwerk können ganzjährig gekauft und auch angezündet werden. Die Altersgrenze liegt hier bei 12 Jahren.

Wann dürfen Raketen und Böller verkauft und abgebrannt werden?

  • Verkaufszeitraum 2019: 28. bis 31. Dezember
    Es gibt klare Regelungen, wann Silvesterfeuerwerkskörper verkauft werden dürfen. In diesem Jahr beginnt der Verkauf am 28. Dezember und endet am 31. Dezember. Für den Verkauf und die Aufbewahrung von Feuerwerksartikeln gibt es gesetzliche Vorgaben, deren Einhaltung von den Arbeitsschutzbehörden stichprobenartig geprüft und kontrolliert wird.
     
  • Zeitraum zum Anzünden
    Das Abbrennen von Feuerwerkkörpern ist ausschließlich am 31. Dezember und 1. Januar erlaubt.
    An allen anderen Tagen im Jahr bedarf es hierfür einer Genehmigung der zuständigen Behörde. Wer sich nicht daran hält, muss mit erheblichen Geldbußen rechnen.
     
  • Verkauf nur an Erwachsene
    Raketen und Böller dürfen nur an Personen über 18 Jahren abgegeben werden.

Feuerwerke sind nur im Freien, jedoch nicht überall erlaubt

Feuerwerkskörper der Kategorie 2, also Raketen und Böller, dürfen nur im Freien und in dem erforderlichen sicheren Abstand gezündet werden. Teilweise gibt es inzwischen Feuerwerkskörper, bei denen ein Sicherheitsabstand von 20 m einzuhalten ist. Feuerwerkskörper mit einem so hohen Sicherheitsabstand sind also nicht für jeden Abbrennort geeignet.

Nicht vor jedem Haus darf Pyrotechnik abgebrannt werden. So dürfen keine Raketen in unmittelbarer Nähe von Krankenhäusern, Kirchen, Kinder- und Altersheimen gezündet werden. Auch in der Altstadt von Städten und Gemeinden wie zum Beispiel Tübingen, Konstanz, Hamburg und Bremen ist ein Feuerwerk nicht erlaubt, da hier viele Fachwerkhäuser stehen.

In manchen Innenstädten wie zum Beispiel in Hannover oder um den Kölner Dom herum gibt es Zonen, wo keine Feuerwerkskörper gezündet werden dürfen, um eine größere öffentliche Sicherheit zu gewährleisten.

Sicherheit ist oberstes Gebot

Auch wenn ein Produkt die gesetzlich vorgeschriebene Kennzeichnung vorweist, kann es bei falscher Benutzung dennoch gefährlich sein.

Batteriefeuerwerke neigen beim Abbrand zum Hüpfen. Auf schlechtem Untergrund können sie dabei umfallen, so dass die Raketen statt in den Himmel waagerecht über den Boden abgeschossen werden. Ein Sicherheitsabstand von etwa zehn Metern reicht dann nicht mehr aus, da sie bis zu 45 Meter in die Höhe steigen können.

Wer Raketen einzeln abschießt, stellt sie oft in eine einzeln hingestellte Sektflasche. Doch diese kann umfallen. Besser ist es, zum Abschuss von Raketen einen Bierkasten mit leeren Flaschen zu verwenden. Hier stehen die Flaschen sicher und können nicht umfallen.

Auch abgebrannte Feuerwerkskörper können gefährlich sein, da sie noch lange glimmen und sich möglicherweise erneut entzünden können. Als Vorsichtsmaßnahme sollte deshalb immer ein Eimer oder eine Flasche mit Wasser zum Ablöschen bereitstehen.

Folgende Sicherheitsaspekte sollten auch berücksichtigt werden:

  • Vor der Verwendung muss stets die Gebrauchsanweisung des Herstellers beachtet werden.
  • Niemals Böller, Knaller, Kanonenschläge, Vulkane, Fontänen, Römische Lichter und ähnliches in der Hand zünden oder unkontrolliert von sich werfen. Feuerwerkskörper bitte auch nicht in die Hosentasche stecken.
  • Raketen nicht vom Balkon aus entzünden und auch niemals von oben herab fallen lassen. Sie sollten stets aus standsicheren Rohren oder Flaschen gezündet werden.
  • Raketen nicht auf Menschen, Tiere, Gebäude oder Fahrzeuge richten.
  • Auf keinen Fall sollten Blindgänger noch einmal gezündet werden. Höchste Explosionsgefahr besteht beim Trocknen oder Aufwärmen von Blindgängern. Blindgänger sollten mit Wasser überschüttet und entsorgt werden.
  • Kein „Böllern“ unter Alkoholeinfluss.
  • Keine Feuerwerkskörper selbst basteln. (fra)

Stand: Dezember 2019