Silvester mit Hund, Katze und Co.

Farbblitze, Knallerei und Schwefelgestank – für Hund, Katze und andere Haustiere ist der Jahreswechsel mit purem Stress verbunden. Wie können Sie Ihrem Vierbeiner den Silvesterabend angenehmer gestalten und worauf sollten Sie besser verzichten?

Fotolia_178349885_S.jpg

Hund liegt zwischen Luftschlangen

Wunderkerzen, laute Böller, Raketen und farbenfrohe Funkenfontänen – für die meisten Menschen gehört dies einfach zum Jahreswechsel dazu. Doch für die tierischen Mitbewohner bedeutet es hingegen oft Stress und Panik. Hund und Katze haben ein sehr sensibles Gehör, so dass Kanonenschläge oder schrille Heuler den Vierbeinern körperliche Schmerzen zufügen können. Auch den Schwefelgeruch nehmen die meisten Tiere viel intensiver wahr. Kleintiere, wie Wellensittiche oder Hamster können sogar vor Schreck einen Herzstillstand bekommen.

Daher sollten Sie Ihren Haustieren helfen, diese unruhigen, ängstigenden Tage wohlbehalten zu überstehen.

Die Silvester-Checkliste für Bello und Miezi

Oberstes Gebot: Bewahren Sie selbst Ruhe!
Grundsätzlich sollten Haustierbesitzer souverän und entspannt bleiben, denn Nervosität überträgt sich schnell auf den geliebten Vierbeiner. Das bedeutet aber nicht, dass Sie die Angst des Tieres ignorieren sollten. Besser ist es sich normal zu verhalten und dem Tier so Sicherheit zu vermitteln. Zünden Sie als Bezugsperson auch keine Böller und Raketen an. Nähe und Zuwendung können außerdem helfen, dem Tier Halt zu geben.

Vorkehrungen in der Wohnung

Ruhezone für Hund und Katze: Richten Sie am Silvestertag ein abgedunkeltes, ruhig gelegenes Zimmer als Rückzugsmöglichkeit für Ihren Liebling her. Zusätzlich kann eine Katzen- oder Hundebox sowie eine Schublade im Kleiderschrank ein sicheres Versteck für die Vierbeiner darstellen. Letzteres einfach ausräumen, ein paar Decken reinlegen und fertig! Wichtig ist bei allen Verstecken und Rückzugsorten, dass das Tier Raum und Box bereits kennt und sich dort wohlfühlt.
Fenster und Rollläden: Schließen Sie die Fenster und machen Sie, zumindest in einigen Räumen, die Rollläden runter oder die Vorhänge zu. So vermeiden Sie Lichtblitze in der Wohnung.
Musik und Fernseher: Schalten Sie über den Jahreswechsel das Radio oder den Fernseher leise an, so entsteht eine angenehme und beruhigende Geräuschkulisse.
Beruhigungsmittel sollten nur in absoluten Ausnahmen zum Einsatz kommen und unbedingt vorher mit dem Tierarzt abgesprochen werden. Stattdessen eher auf natürliche Alternativen setzen: Aromatherapie, Bachblüten und homöopathische Mittel.
Hamster, Vogel und Kaninchen: Hier sollten die Käfige am besten abgedeckt werden und während dieser lauten Tage nicht in Fensternähe stehen bleiben. Nager, die das ganze Jahr über ein Außengehege haben, sollten über den Jahreswechsel lieber ein paar ruhigere Tage in einem Wohnungskäfig verbringen.

Tipps für draußen und unterwegs

Freigängerkatzen sollten rechtzeitig (jeweils ein bis zwei Tage vor und nach Silvester) in der Wohnung bleiben. Die Knallerei beginnt oftmals schon einen Tag vor dem Jahreswechsel und kann auch danach noch einige Tage andauern.
Leinen dran: Um Böllern und Scherben aus dem Weg gehen zu können, sollten Hunde während dieser Tage besser an der Leine bleiben und auf gewohnten Gassi-Routen ausgeführt werden. Wohngebiete sollten Sie an diesen Tagen besser meiden.
Spaziergang: Am Silvestertag lieber morgens oder am Nachmittag eine ausgedehnte Gassi-Tour machen und längere Spaziergänge am Abend vermeiden.
Sicher ist sicher: Hängen Sie einen Anhänger mit Adresse und Telefonnummer für den Notfall ans Halsband von Bello oder Miezi.

Gesellschaft und Ablenkung gegen die Knallerei

In der Silvesternacht sollten Sie Ihr Haustier nicht unbeaufsichtigt lassen und auch nicht zum Böllern um 00:00 Uhr mit ins Freie nehmen. Bleiben Sie stattdessen lieber drinnen bei Ihrem Tier und lenken Sie dieses mit Denkspielen ab oder üben Sie mit ihm seine Lieblingstricks. Fallen dann noch ein paar Leckerchen ab, werden die tierischen Mitbewohner gut über den Jahreswechsel kommen.

Loben Sie Ihren Hund jedoch nicht, nur weil er verängstigt ist. Denn das signalisiert dem Vierbeiner, dass das, was er gerade tut, richtig ist und verstärkt das unerwünschte Angstverhalten.

Unterschätzte Gefahr beim Bleigießen

Das beliebte Silvesterritual kann für Hund und Katze eine Gesundheitsgefahr darstellen und bei Kontakt zu einer bösen Bleivergiftung führen. Darum sollten Haustierbesitzer das hierfür verwendete Wasser nicht aus den Augen lassen und am besten schnellstmöglich entsorgen.

Achtung bei verlockenden Festtagsspeisen

Die Tage rund um Weihnachten und Silvester bieten eine reichlich gedeckte Tafel – ob Festtagsbraten, Fondue oder süße Desserts und salzige Knabbereien. Tiere sollten unter keinen Umständen mit den Resten gefüttert werden, denn diese sind viel zu fettig, zu süß oder zu stark gewürzt und werden nicht gut vertragen. Auch der Tischmüll wie etwa Gräten oder Knochen sollten tiersicher entsorgt werden und nicht im Napf landen. Splitternde Geflügelknochen oder Fischgräten können zu Verletzungen führen. Schokolade sollte ebenfalls tabu sein, denn diese enthält den für Hunde giftigen Stoff Theobromin. Im schlimmsten Fall kann die Aufnahme  zu Herzstörungen, Schlaganfällen oder zum Tod führen.

Letzte Chance: Flucht nach Vorne

Sollten Sie merken, dass keiner der Tipps zu einer Entspannung des Haustieres führt, bleibt als letzte Möglichkeit mit dem Tier in der Transportbox eine Spritztour über Landstraße und Autobahn zu machen. Wohngebiete sollten Sie auch in diesem Fall besser meiden. Wichtig: Brechen Sie hierfür bereits vor 00:00 Uhr auf.

Die luxuriösere Variante wäre über den Jahreswechsel Urlaub in ruhigeren Gefilden zu machen. Dies kann letztendlich nicht nur für die Vierbeiner äußerst erholsam sein.

Stand: Oktober 2018