Infrarotgrill – saftiges Steak ohne Holzkohle?

Holzkohle oder Gas? Diese Frage führt bei Grillfans immer wieder zu Diskussionen und unterschiedlichen Meinungen. Eine neue Grill-Methode könnte diese vielleicht beenden: das Infrarot-Grillen. Doch was ist das und wie funktioniert Infrarot-Grillen?

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Saftiges Steak

Infrarotgrills werden immer beliebter und sind mittlerweile auch für den Hobbygriller interessant. Ein Infrarotgrill  für den Garten verbindet die Vorzüge des Gasgrills mit denen des direkten Grillens über Holzkohle. Holzkohle ist die traditionelle Art des Infrarotgarens, mit der wir alle vertraut sind. Die glühenden Briketts geben Infrarotenergie an das Grillgut ab. Das Grillgut wird hierbei kaum ausgetrocknet. Der Infrarotbrenner funktioniert ähnlich. Er erhitzt mit Hilfe von brennendem Gas eine keramische Oberfläche, bis sie rot zu glühen beginnt. Durch dieses Rotglühen wird die gleiche Art von Infrarotstrahlen an das Grillgut abgegeben. Das Infrarotgrillen bietet also sowohl die Vorteile des Gas- aber auch die des Holzkohlegrillens.

Oft werden handelsübliche Gasgrills mit Infrarot-Zonen ausgestattet, oftmals auch „Seitenbrenner“ genannt. In dieser Zone kann das Grillgut durch die intensive Hitze extrem scharf angebraten werden – wie auch durch die hohen Temperaturen beim Holzkohlegrill.

Was sind Infrarotstrahlen?

Infrarotstrahlen sind vergleichbar mit den Sonnenstrahlen. Diese erwärmen nur die Körper, auf die sie fallen, also beispielsweise Ihre Haut, wenn Sie in der Sonne sitzen. Die Luft, die Ihren Körper umgibt, behält ihre Temperatur dagegen weitestgehend. Aus diesem Grund sind Infrarotgeräte sehr effektiv, denn bei ihnen geht keine Wärme verloren. Die Strahlen treffen auf das Grillgut und erhitzen es direkt. So verbrauchen sie weniger Energie und senken dadurch die Stromkosten. Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern leistet auch einen Beitrag zum Schutz der Umwelt.

Infrarotgrills für die Küche

Es gibt auch kleine Infrarotgrills für die Küche, die mit Strom und nicht, wie üblich, mit Gas betrieben werden. Diese entwickeln niedrigere Temperaturen und strahlen die Hitze meist von oben auf die Speisen. Sie werden deshalb, abgesehen vom Grillen, auch gern zum Überbacken und Gratinieren genutzt. Einige Hersteller bieten auch Geräte an, bei denen die Infrarotstrahler von unten auf das Grillgut treffen. Dabei werden die Strahlen gleichmäßig von den Seiten nach oben reflektiert. Abtropfendes Fett wird dadurch, ohne zu verbrennen, in der Fettauffangschale gesammelt. Der Vorteil hierbei ist eine geringe Rauch- und Geruchsentwicklung.

Die Vorteile im Überblick

  • Gesund: Mithilfe von Infrarot und dre daraus entstehenden Hitze (800 °C) ist es möglich, den Fleischsaft sowie die Vitamine im Grillgut zu behalten.
  • Eine fettarme oder fettfreie Zubereitung ist möglich.
  • Energiesparend: Hohe Temperatur bei sofortiger Hitze verbraucht etwa ein Drittel weniger Energie als andere Grillarten.
  • Sicher: Kein offenes Feuer und wenig Nachwärme.

Die Nachteile

  • Hohe Temperaturen: Bei vielen Geräten gibt es keine Einstellmöglichkeiten für geringere Temperaturen.
  • Gesundheitsschädlich:  Vorsicht, durch die hohen Temperaturen kann das Grillgut schnell verbrennen. Verkohltes Fleisch erhöht das Krebsrisiko und kann zu Gesundheitsschäden führen.
  • Preis: Die Grillgeräte und das passende Zubehör sind leider noch sehr teuer.
  • Mit einem Elektro Infrarot-Grill sind lediglich niedrige Temperaturen erzielbar.

Fazit: Gasgrills mit Infrarot-Zonen sind der Trend, aber immer noch sehr teuer. Zudem eignen sich diese Zonen hauptsächlich für Steakliebhaber und bringen nur diesen einen klaren Mehrwert. Grillen Sie jedoch öfters marinierte Steaks, Würstchen, Gemüse und Grillkäse, können Sie weiterhin auf Ihren Gas- oder Holzkohlegrill setzen.

Stand: Oktober 2019