Faschingsschminke: Schön – aber auch allergiefrei?

Fasching - die fünfte Jahreszeit wird von Narren bunt und fröhlich gefeiert. Dabei wird die Verkleidung in einen Löwen, Piraten oder Clown erst durch das passende Schminken perfekt. Doch was tun, damit die Haut das Schminken verträgt und kein Juckreiz die Freude verleidet?

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Zwei Clowsgesichter

Zur Faschingszeit gehören Verkleiden und Schminken einfach dazu. Dabei kann es zu Hautproblemen durch die Schminke kommen. Schließlich ist die menschliche Haut ein sehr sensibles Organ. Die Gesichtshaut und hier vor allem die Partien um die Augen sind besonders empfindlich. Mit der richtigen Schminke können Sie jedoch unbeschwert Fasching feiern.

Die Haut reagiert zur Faschingszeit besonders empfindlich

Im Winter wird der Haut durch die trockene Heizungsluft und die eisige Kälte schon ziemlich viel abverlangt. In der Faschingszeit wird sie zusätzlich durch häufiges Schminken und Abschminken belastet. Da die Schminke die Haut abdichtet, ist das Schwitzen erschwert. Zudem können bei vorgeschädigter Haut allergieauslösende Substanzen einfacher  in den Körper eindringen und Rötungen und Reizungen hervorrufen.

Deshalb ist es umso wichtiger, hautverträgliche Schminke zu verwenden.

Schminke auf Wasser- oder Fettbasis

Es gibt zwei verschiedene Arten von Schminke, nämlich auf Wasserbasis oder Fettbasis. Diese haben unterschiedliche Eigenschaften:

  • Wasserbasierte Farben lassen sich zwar leicht auftragen und entfernen, sind jedoch nicht so haltbar auf der Haut. Auch ist hier das Verkeimungsrisiko größer.
     
  • Fettbasierte Farben sind meist farbintensiver und beständiger auf der Haut. Das Abschminken braucht jedoch mehr Zeit.

Woran ist hautverträgliche Schminke zu erkennen?

Die Kennzeichnung „dermatologisch getestet“ ist ein wichtiger Hinweis auf eine hautfreundliche Schminke.
Was Schminke enthalten darf, regelt die Kosmetikverordnung. Entsprechend dieser Verordnung sind die Inhaltsstoffe auf der Verpackung anzugeben. Fehlen diese, muss vor Ort im Geschäft eine Auflistung der Inhaltsstoffe vorhanden sein.

Auslöser für Hautreizungen sind vor allem Konservierungsstoffe wie zum Beispiel Parabene. Auf Produkte mit Fluor, Chlor, Brom, Jod oder Formaldehyd verzichtet man ebenfalls besser, da diese extrem reizend wirken.

Erst testen – dann schminken

Faschingsschminke gilt in der Regel als unbedenklich. Menschen mit einer empfindlichen Haut können jedoch manchmal allergisch reagieren. Um sicher zu gehen, dass man die Schminke auch verträgt, empfiehlt sich vor dem großflächigen Schminken ein Test. Hierzu wird eine Stelle an der Innenseite des Unterarms mit der Schminke eingecremt und mit einem Pflaster abgedeckt. Zeigt die Haut auch nach zwei Tagen keine Reaktion, kann das Produkt unbesorgt verwendet werden.

Beim Schminken sollte möglichst ein gut deckendes Produkt verwendet werden, das dünn aufgetragen wird. So kann die Haut noch atmen.  Ist die Farbschicht dagegen zu dick, leidet der Luftaustausch über die Haut. Dadurch trocknet sie schneller aus und wird rissig und spröde.

Vor dem Schminken trägt man am besten eine fetthaltige Creme auf, da diese die Haut pflegt und schützt. Zudem geht nachher das Abschminken leichter.

Untersuchung von Schminke: Meist keine Beanstandungen

Dass Faschingsschminke meist unbedenklich ist, haben die Untersuchungen des Hessischen Landeslabors bestätigt. Bei der Analyse von 23 Schminkproben einschließlich Theaterschminke im Jahr 2018 wurde nur ein Produkt wegen Kennzeichnungsmängeln beanstandet.

Schminke selber machen

Wer auf Nummer sicher gehen und eine ganz schadstofffreie Schminke für seine Kinder haben möchte, kann diese auch leicht aus wenigen Zutaten selber herstellen:

  • Babycreme
  • für weiße Schminke: Speisestärke
  • für schwarze Schminke: Kohletabletten aus der Apotheke
  • für bunte Schminke: Lebensmittelfarbe

Für die weiße Kinderschminke wird ein Esslöffel Babycreme mit einem Teelöffel Speisestärke in einem Glasschälchen vermischt. Die Masse lässt man dann im heißen Wasserbad schmelzen oder auf niedrigster Stufe in der Mikrowelle für fünf Minuten leicht erhitzen. Danach wird die Schminke umgerührt und abgekühlt.

Wird schwarze oder bunte Schminke hergestellt, wird zunächst die Babycreme erwärmt und dann die Aktivkohle bzw. wenige Spritzer der Lebensmittelfarbe zugegeben und vermischt.

Ein absolutes Muss: Abschminken

Nach dem Feiern möchte jeder nur noch schlafen. Doch so erschöpft man auch beim Heimkommen sein mag, die Haut dankt es einem, wenn vor dem Schlafen die Schminke entfernt wird.

  • Farben auf Wasserbasis lassen sich mit warmem Wasser und Seife abwischen.
  • Fettbasierte Farben gehen mit Abschminklotion, Abschminktüchern oder Fettcreme weg.
  • Beim Abwischen der Farben möglichst sanft rubbeln, damit die Haut nicht zusätzlich gereizt wird.

Was beim Schminken noch zu beachten ist

  • Mit einzelnen Punkten, Strichen oder Farbakzenten auf Wangen, Stirn oder Nase kann man sich auch ausdrucksstark schminken. Großflächiges Schminken ist eher zu meiden.
  • Die Hautpartien um die Augen sind besonders empfindlich. Deshalb hier nicht oder nur sparsam schminken.
  • Angebrochene Produkte vom Vorjahr können noch verwendet werden. Ist jedoch ein ranziger Geruch, ein Ausflocken oder ein Zersetzen in seine Bestandteile wahrzunehmen, dann gehört die Schminke in den Müll.
  • Pinsel und Schwämmchen sind für eine schöne Bemalung nötig. Diese müssen ebenso wie die Hände sauber sein, da sonst leicht Keime übertragen werden.
  • Wer häufig auf Faschingsveranstaltungen geht, kann seiner Haut auch mal eine Pause gönnen. Vielleicht ist bei einer anderen Verkleidung weniger zu schminken.

Faschingskostüme und Faschingszubehör sind auch nicht reizlos

Nicht nur die Inhaltsstoffe von Schminke können die Haut reizen. Auch auffälliger Modeschmuck, grellbunte Perücken oder das knallige Faschingskostüm können insbesondere bei Menschen mit empfindlicher Haut allergische Reaktionen hervorrufen. Deshalb sollten Kostüme nicht auf der nackten Haut getragen werden, sondern besser über einem dünnen T-Shirt oder einer Leggings. Auch das Waschen des Kostüms vor dem ersten Tragen mindert die Schadstoffbelastung. (fra)

Stand: Februar 2019