Badegewässer: Wie sauber ist das Wasser?

Bei sonnigem Wetter locken Badeseen zur Erholung in freier Natur. Jetzt im Mai haben viele Naturbäder schon geöffnet. Doch wie ist es um die Wasserqualität bestellt? Damit der Badespaß ungetrübt ist, überprüfen die Gesundheitsämter die Badestellen.

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Baden am See

Wer an heißen Tagen statt im Schwimmbad sich lieber an einem See oder an der See erholen möchte, hat in Deutschland mit seinen Küsten, Talsperren, Flüssen, Weihern und Seen viele Möglichkeiten.

Das Planschen, Spielen und Schwimmen im Wasser macht jedoch nur dann Spaß, wenn das Wasser unbedenklich ist. Schließlich möchte sich niemand beim Baden krankmachende Keime einfangen oder einen Hausauschlag bekommen. Um diesem vorzubeugen, werden viele Badegewässer regelmäßig untersucht.

Regelmäßige Überprüfung der Wasserqualität

Viele Badestellen, egal ob es sich um einen Strandabschnitt an Nord- oder Ostsee handelt, einem Badebereich an Flüssen oder einem Baggersee, sind so genannte „EU-Badegewässer“. Verschiedene Behörden sind für die Überprüfung der Wasserqualität zuständig und entscheiden über die Freigabe zum Baden. Jeden Monat werden deshalb die Badestellen durch das zuständige Gesundheitsamt in enger Zusammenarbeit mit anderen Behörden, zum Beispiel in Hessen mit dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG), entsprechend den EU-Vorgaben überwacht und untersucht.

Eine regelmäßige Untersuchung der Badegewässer ist nötig, da manche kleine Organismen wie zum Beispiel Algen nur zeitweise massenhaft auftreten. So können sich besonders im Spätsommer Blaualgen explosionsartig vermehren. Diese scheiden Giftstoffe aus, die zu allergischen Reaktionen bei den Badegästen führen können. Aber auch ein erhöhtes Vorkommen von Darmbakterien ist gesundheitsgefährdend und muss im Auge behalten werden.

Badegäste können sich online über die Wasserqualität informieren

Da die Ergebnisse der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden, können sich die Badegäste während der gesamten Badesaison immer aktuell über die Gewässerqualität informieren.

Bei auffälligen Befunden informieren die Gesundheitsämter die Öffentlichkeit und schließen gegebenenfalls vorsorglich die Badestelle. So wird sichergestellt, dass an freigegebenen Badestellen unbedenklich gebadet werden kann.

Ungetrübter Badespaß in Hessen

In Hessen gibt es 61 offizielle "EU-Badegewässer" mit 63 Badestellen. Da ihre Bewertungen zu Beginn der Badesaison 2018 überwiegend ausgezeichnetund gut ausfallen, steht einem ungetrübten Aufenthalt und dem Planschen und Schwimmen nichts im Wege.

Die beiden Badestellen im Werra-Meißner-Kreis, nämlich am Meinhardsee und am Ostufer des Werratalsees, wurden mit ausreichend bewertet. Das Baden ist dennoch unbedenklich. Dieses ausreichende Ergebnis kommt dadurch zustande, dass es in den letzten Jahren schwankende Keimzahlen gegeben hat, die sich noch auf die Bewertung der nachfolgenden vier Jahre auswirken. Ursache für erhöhte Keimzahlen sind häufig Verunreinigungen durch Vogelkot. Am Südufer des Werratalsees darf jedoch nicht mehr gebadet werden.

Infos zu hessischen Badeseen

Wer sich an einem Badesee erholen möchte, möchte nicht nur sauberes Wasser haben, sondern auch wissen, ob es dort ein Kiosk gibt oder man Segeln oder Boot fahren kann. Diese Informationen lassen sich schnell auf der Badegewässerseite des HLNUG  abrufen.

Dort sind während der gesamten Badesaison Informationen zu jedem Badesee zu finden wie

  • Aktuelle Gewässerqualität
  • Bewertung des Sees in den letzten Jahren
  • Badesaisonbeginn und Saisondauer
  • Badegewässerprofil mit Angaben zur Größe und Tiefe des Sees, Typ des Badegewässers
  • Freizeitmöglichkeiten

Badestellen in den Bundesländern mit vielen praktischen Tipps

Über die Wasserqualität der Badestellen in Deutschland informiert eine anklickbare Karte des Umweltbundesamtes. Da die Überwachung der Badegewässer Ländersache ist, gelangt man auf die entsprechende Internetseite der Bundesländer und erhält dann die Informationen zur entsprechenden Badestelle.

Neben der Bewertung der mikrobiologischen Wasserqualität und dem Badegewässerprofil geben die einzelnen Bundesländer noch viele weitere Informationen zur Infrastruktur und Ausstattung an:

  • Sind Duschen, Umkleidemöglichkeiten und WC vorhanden?
  • Muss man Eintritt bezahlen?
  • Gibt es einen Kiosk?
  • Darf man grillen?
  • Gibt es Spielmöglichkeiten?

Zur Karte: Wasserqualität in Badegewässern in Deutschland

Warum kann das Wasser mit Bakterien belastet sein?

Erhöhte Werte deuten auf einen Eintrag von Fäkalien hin. Solche Verunreinigungen treten häufiger nach starken Regenfällen auf. Sie stammen entweder von angrenzenden Flächen oder werden durch Zuflüsse in den See eingetragen. Allerdings können diese Fäkalbakterien auch von Wasservögeln stammen. Das Füttern von Wasservögeln durch Besucher sollte unterlassen werden, da dies das Auftreten der Tiere fördert. Keime können aber ebenso durch unhygienisches Verhalten von Badegästen eingetragen werden.

Badegäste können Wasserqualität beeinflussen

Badegäste können durch ihr Verhalten auch zum guten Zustand der Gewässer beitragen:

  • Eigenen Müll wieder mit nach Hause nehmen bzw. in die Abfallkörbe werfen.
  • Toiletten benutzen.
  • Seife und Shampoo nicht im Wasser benutzen, sondern nur in den dafür vorgesehenen Räumlichkeiten, denn die darin enthaltenen Tenside sind für Gewässerlebewesen giftig.
  • Keine Wasservögel oder Fische füttern, da dies zu problematischen Nährstoffeinträgen führt, die das Algenwachstum fördern und das Wasser trüben.

Stand: Mai 2018