Das sollten Eltern und Babysitter wissen!

Ein gemeinsamer Kinoabend, wichtige Erledigungen oder ein Geschäftstermin – manchmal brauchen Eltern einen guten, verlässlichen Babysitter. Nicht immer können Oma, Opa oder Freunde aushelfen. Aber wo findet man einen vertrauenswürdigen Babysitter und worauf sollte man achten?

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Babysitter mit Kind

Den geeigneten Babysitter finden

Einen Babysitter finden ist gar nicht so einfach, wenn aus dem Familien- oder Freundeskreis niemand einspringen kann.

Mittlerweile gibt es im Internet einige Portale, auf denen man sich kostenlos registrieren und mit potenziellen Babysittern oder Tagesmüttern in Kontakt treten kann. Meistens ist das Suchen auf diesen Portalen sogar kostenlos – lediglich für das Aufgeben eines Gesuches wird häufig eine Gebühr erhoben. Anhand von kurzen Portraits kann eine erste Auswahl potenzieller Babysitter stattfinden.

Eine weitere Möglichkeit ist das Verteilen von Handzetteln in der Nachbarschaft. Hier ergibt sich vielleicht sogar die Möglichkeit direkt jemand aus dem Viertel, der Straße oder dem Wohnblock zu finden.

Womöglich gibt es auch Schüler oder Studenten im Bekanntenkreis, die sich gerne das Taschengeld aufbessern möchten?

Babysitter mit Diplom

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK), viele Volkshochschulen, die Arbeiterwohlfahrt (AWO), der Deutschen Kinderschutzbund, der Arbeiter-Samariter-Bund, die Johanniter sowie die örtlichen Familienbildungsstätten (FBS) bieten Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine Ausbildung an, um Kompetenzen rund um den Babysitterjob zu erwerben. So gehören neben einem Erste-Hilfe-Kurs mit dem Schwerpunkt Säugling/Kleinkind auch Informationen über Ernährung, Verhaltensweisen, Wickeln, Spiele und Beschäftigungsmöglichkeiten oder rechtliche Grundlagen zum Ausbildungs-Repertoire. Nach einer erfolgreichen Teilnahme wird ein Zertifikat ausgehändigt und die qualifizierten Babysitter können sich, sofern zusätzlich vom Träger angeboten, in eine Babysitter-Kartei eintragen lassen. Familien, die einen Babysitter suchen, können sich dann über die jeweilige Organisation vermitteln lassen. Infos hierzu gibt es zum Beispiel auf den jeweiligen Websites der Organisationen.

Der erste Eindruck sollte überzeugen

Am Anfang steht das Kennenlern-Gespräch. Hier ist der erste Eindruck wichtig: Achten Sie auf ein gepflegtes Äußeres, Umgangsformen und auf Pünktlichkeit. Hat der potenzielle Babysitter bereits Erfahrung mit der Kinderbetreuung? Passen die Arbeitszeiten? Auch sind Fragen nach der Motivation fürs Babysitten sinnvoll: Hat der Babysitter Spaß am Umgang mit Kindern? Sind Windeln wechseln und Abendbrot zubereiten kein Problem für ihn? Je nach Person, Alter und eigenen Kindern des Babysitters sollten auch Ansichten zu favorisierten Erziehungsstilen besprochen werden. Passen hier die Vorstellungen der Familie mit denen des Babysitters zusammen?

Nach dem eigenen Bauchgefühl sollte natürlich auch Ihr Kind mitentscheiden. Stimmt die Chemie auch zwischen Ihrem Kind und dem Babysitter? Eine Kennenlernstunde, in der Kind und Babysitter miteinander spielen und Zeit verbringen, kann zeigen, ob es passt.

Und wenn etwas schiefgeht?

Auch der zuverlässigste und vertrauensvollste Babysitter kann versehentlich bei Ihnen zu Hause mal etwas kaputt machen oder Ihr Kind verletzt sich während der Kinderbetreuung. Eine private Haftpflichtversicherung ist daher für Babysitter ratsam. Diese kann bei Missgeschicken für eine finanzielle Absicherung sorgen, da besonders bei Verletzungen Folgekosten schnell in die Höhe schießen können.

Jugendliche sind in der Regel über ihre Eltern mitversichert. Hier greift die Haftpflichtversicherung, wenn es während der Betreuungszeit zu beschädigtem Eigentum kommt oder der Babysitter für eine Verletzung des Kindes die Verantwortung trägt.

Eine weitere Variante ist die Absicherung über die Haftpflicht der Eltern des betreuten Kindes. Kommen während der Kinderbetreuung dritte Personen oder Eigentum dieser zu Schaden, besteht Versicherungsschutz, sofern die Familienhaftpflicht explizit Haushaltshilfen mit einbezieht. Zum Beispiel dann, wenn der Nachbar über Spielzeug im Treppenhaus stürzt oder beim Spielen versehentlich das Auto des Nachbars beschädigt wird.

Bevor der Babysitter das erste Mal die Kinderbetreuung übernimmt, ist es sinnvoll, die Vertragsdetails der abgeschlossenen Haftpflichtversicherung zu prüfen und gegebenenfalls anzupassen.

Eine Haftpflichtversicherung ist auch sinnvoll, wenn Oma, Tante oder ein Freund der Familie auf das Kind aufpasst.

Anmeldung schützt nicht nur vor Strafe, sondern auch vor Unfällen

Neben der Haftpflichtversicherung ist auch eine Unfallversicherung für den Babysitter wichtig. Diese schützt ihn vor Folgekosten falls er, während der Kinderbetreuung sowie auf dem Hin- und Rückweg, in einen Unfall verwickelt wird. Laut Sozialgesetzbuch (SGB VII) sind alle in Privathaushalten beschäftigten Personen unfallversichert.

Verdient Ihr Babysitter maximal 450 Euro im Monat, fällt sein Beschäftigungsverhältnis unter „Minijob im Privathaushalt“. Dieses ist rentenversicherungspflichtig und Sie müssen ihn bei der Minijob-Zentrale anmelden, andernfalls handelt es sich um Schwarzarbeit.

Vorteile für Familien als Arbeitgeber: Durch die Anmeldung ist der Babysitter automatisch unfallversichert. Außerdem kann die Familie 20 Prozent der dadurch entstehenden Ausgaben (bis 510 Euro) bei der Steuer absetzen.

Auch der Babysitter hat durch die Anmeldung mehr Arbeitnehmerrechte, wie etwa Anspruch auf Urlaub oder auf Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall.

Übrigens: 80 Prozent der Entgeltfortzahlungen werden von der Minijob-Zentrale übernommen.

Kommt der Babysitter auf einen Verdienst über 450 Euro oder hat er mehrere Minijobs, ist er voll sozialversicherungspflichtig. Die Eltern des zu betreuenden Kindes müssen ihn dann für die Tätigkeiten in ihrem Haushalt direkt bei einem zuständigen Unfallversicherungsträger anmelden. (Sie)

Stand: Juli 2019