AniTa – ein Angehörigen-Tausch-Projekt

Nicht jeder wohnt in unmittelbarere Nähe seiner Angehörigen. Werden Vater, Mutter oder die Tante älter und benötigen Unterstützung, können die Verwandten die nötige Betreuung oftmals nicht leisten. Das Angehörigen-Tausch-Projekt „AniTa“ kann hierbei helfen.

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Frau hilft älterer Dame beim Essen zubereiten

Oft leben Eltern oder Großeltern und ihre erwachsenen Kinder oder Enkel zu weit voneinander entfernt, um eine familiäre Betreuung im Alter vor Ort leisten zu können. Der Gesundheits- und Gemütszustand der älteren Angehörigen ist aus der Ferne nur schwer einzuschätzen. Auch bleibt unklar, wie viel soziale Kontakte Vater, Mutter oder Großmutter tatsächlich noch zu anderen Menschen haben.
Das Projekt „AniTa“ der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg möchte Familien mit räumlicher Distanz bei der Betreuung älterer Angehöriger helfen und wird dabei sogar in der Erprobungsphase vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Spitzenverband) gefördert.

AniTa – das Tausch-Projekt

Der Projektname „AniTa“ steht für „Angehörige im Tausch“. Dabei werden Kontakte über eine Onlineplattform in ganz Deutschland vermittelt, mit dem Ziel Unterstützung für hilfebedürftige Verwandte oder Bekannte in der Nähe auszutauschen – sozusagen als Patenschaften.

Konkret bedeutet das, dass sich die erwachsene Tochter A in Hamburg um einen älteren Menschen in ihrer Nähe kümmert, dessen Angehörige beispielsweise in Berlin leben. Der erwachsene Sohn B in Berlin kümmert sich derweilen um die hilfebedürftigen Eltern der Tochter A aus Hamburg.

Der Austausch kann direkt zwischen zwei Familien stattfinden, muss es aber nicht zwangsläufig.

Ab welcher Distanz zu meinen Angehörigen kann ich mich an dem Projekt beteiligen?

Das Projekt versteht unter „Familien auf Distanz“ Familien, in denen Kinder oder Enkel in Entfernung zu ihren älteren Angehörigen leben. Dabei ist es jedoch egal, ob es sich um eine Distanz von 80 oder 800 Kilometer handelt. Sobald Familien Schwierigkeiten haben, schnell und ohne viel Aufwand ihre alt gewordenen Verwandten zu besuchen, Hilfe und Unterstützung zu leisten, dürfen sie sich am Projekt beteiligen.

Was beinhaltet die „Hilfe und Unterstützung“ mit meinem Tauschpartner?

Bei dem Tauschprojekt geht es darum, Zeit mit der Person zu verbringen, sie bei Arztbesuchen oder Amtsangelegenheiten zu begleiten, gemeinsam zu kochen oder zu essen oder einfach nach dem Rechten zu schauen – je nachdem was Sie mit dem Angehörigen und Tauschpartnern vereinbaren.

Pflegerische oder haushälterische Tätigkeiten sollte dies allerdings nicht beinhalten. Gerade die Pflege sollte nur von ausgebildeten Fachkräften übernommen werden.

So funktioniert´s!

  • Interessierte Familien oder freiwillige Engagierte können sich auf der Website mit Namen, Benutzernamen und Passwort unverbindlich registrieren.
  • Nach der Registrierung werden Sie auf eine neue Website weitergeleitet, auf der Sie ein Anmeldeformular, online oder als PDF-Datei ausgedruckt, ausfüllen können.
  • Sobald das Anmeldeformular vorliegt, sucht die HAW Hamburg einen Paten in der Nähe Ihres Familienmitgliedes und/oder eine ältere Person, die sich über Besuch, Begleitung und Unterstützung in Ihrer Nähre freut.

Stand: Oktober 2019