Tipps für das Befüllen der Schultüte

Am 15. August ist es wieder soweit: Einschulung in Hessen! Natürlich darf auch die Schultüte für die kleinen ABC-Schützen an diesem großen Tag nicht fehlen. Anregungen und Tipps für das Befüllen und die Antwort auf die Frage, warum es überhaupt eine Spitztüte mit Naschwerk zum ersten Schultag gibt, hat das VerbraucherFenster.

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Kleiner Junge mit Ranzen und Schultüte

Geschichtliches zur Spitztüte

Der erste Schultag ist für Kinder etwas ganz besonderes. Die Familie begleitet das sogenannte I-Männchen an diesem großen Tag, es gibt eine Feier in der Schulaula und der Kirche, um die neuen Schüler willkommen zu heißen und die Kinder bekommen die traditionelle Zuckertüte überreicht. Doch was hat es eigentlich mit dieser Tüte auf sich, die ganz typisch für Deutschland ist?

Bereits im 19. Jahrhundert bestand in Sachsen und Thüringen die Tradition, den Kindern an ihrem ersten Schultag eine Spitztüte, gefüllt mit süßen Dingen, Obst und Nüssen durch den Hausmeister der Schulen überreichen zu lassen. Die Tüte sollte als Trostpflaster dienen, für den nun beginnenden „Ernst des Lebens“ und gleichzeitig für den neuen Lebensabschnitt motivieren. Anfangs kannte man diesen Brauch lediglich in größeren Städten, doch nach und nach erhielt die Schultüte auch in ländlichen Gebieten Einzug. Ab dem Jahr 1910 wurden die Schultüten sogar in sächsischen Fabriken erstmals industriell hergestellt.

Das sollte besser nicht in die Tüte kommen:

Grundsätzlich gilt: Die Schultüte soll den neuen Lebensabschnitt des Kindes ein wenig versüßen, aber nicht mit üppigen Geschenken versehen. Smartphones, Spielekonsole oder Puppen sind also eher Überraschungen zu Weihnachten oder am Geburtstag. Auch wenn man sie unter dem Namen Zuckertüte kennt: Neben Nahrungsergänzungsmitteln sind auch große Mengen an Süßigkeiten als Inhalt nicht zu empfehlen. Die Lieblingssüßigkeit sollte nicht fehlen, aber Kinder sollten, im Hinblick auf die Zahngesundheit und ihre körperliche Entwicklung frühzeitig eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung mit Obst und Gemüse erfahren. Hierbei ist es sinnvoll, dies bereits vor dem Tag der Einschulung mit den Angehörigen abzusprechen.

Bei Schreibutensilien besser auf Kunststoff verzichten. Federmäppchen aus Leder oder Stoff sind sicher frei von gesundheitsschädlichen Weichmachern. Auch Folienschreiber mit der Aufschrift „permanent“, Allesmarker und Tintenkiller enthalten organische Lösungsmittel und haben nichts in der Schultüte verloren.

Doch was gehört eigentlich alles in die Schultüte?

Bei den hier genannten Tipps für den Schultüteninhalt handelt es sich lediglich um Vorschläge und Anregungen.

  • Statt Unmengen an Süßigkeiten: Obst, Trockenobst, ungesüßte Apfelschorle, zuckerfreie Müsliriegel, Nüsse z.B. Studentenfutter, Reiscracker oder Laugen-und Vollkorngebäck, zuckerfreie Kaugummis.
  • Aber: Die Lieblingssüßigkeit darf nicht fehlen. Eine komplett Süßigkeiten-freie Schultüte wäre strenggenommen gegen die Tradition der Zuckertüte. Dennoch: Süßes lieber in Maßen statt in Massen.
  • Nützliches für den Schulanfang: Bleistifte, Buntstifte, Radiergummi, Füller, Schere, Lineal, Klebestifte, Malkasten, Federmäppchen, ein Hausaufgabenheft, Stiftebecher, Knetgummi, Sicherheitsreflektoren für den Schulweg, eine Pausenbrotdose, eine Trinkflasche.
  • Blauer Engel: Bei der Wahl der Schulhefte sollte auf das Umweltzeichen „Blauer Engel“ geachtet werden. Dies garantiert, dass die Papierherstellung zu 100% auf Altpapier beruht und keine gesundheitsschädlichen Stoffe enthalten sind.
  • Kleine Geschenke erfreuen die ABC-Schützen. Eine Auswahl: Frühstücksbrettchen, Armbanduhr, Namensaufkleber, ein kleines Kuscheltier, Straßenmalkreide, ein erstes Lesebuch, Springseil, Gummitwist, Stempel, ein Erste-Hilfe-Set für den Schulranzen, Buchstabennudeln, Wecker, ein Poesiealbum oder Freunde-Buch, Buch oder Spiel zur Verkehrssicherheit, Jonglierbälle, Seifenblasen, einen Geldbeutel zum Umhängen, Spardose, ein Geschicklichkeitsspiel, Malbücher, CDs, Socken,….
  • Quality Time: Besonders schön ist es aber, gemeinsam Zeit zu verbringen. Ein Gutschein für einen Zoo-, Kino- oder Schwimmbadbesuch eignet sich auch hervorragend für die Schultüte.
  • Wichtig: Setzen Sie sich bereits vor dem Befüllen ein finanzielles Limit.

Schultüten: Kaufen oder selber basteln?

Im Handel findet man kurz vor Schulbeginn Schultüten in Hülle und Fülle mit unterschiedlichsten Motiven und in verschiedenen Größen. Jedes Jahr gibt es neue Kollektionen. Wer hier die Wahl hat, hat die Qual. Eltern, Großeltern, Tante oder Geschwister können aber auch ganz individuelle Schultüten selber basteln, bemalen und bekleben. Ideen dazu findet man schnell bei einer kurzen Recherche im Internet. In einigen Schreibwarenläden oder Bastelgeschäften gibt es mittlerweile sogar ganze Sets zum Schultütenbasteln. Darin enthalten sind bereits sämtliche benötigte Bastelutensilien.

Stand: Juli 2017