Sicherheit auf dem Schulweg – auch in der dunklen Jahreszeit!

Besonders in der dunklen Jahreszeit kann der Schulweg für Kinder gefährlich sein. Bei Nässe, Nebel und Dämmerung können sie auf Zebrastreifen oder an Ampeln von Autofahrern leicht übersehen werden. Wie werden Schulkinder sichtbarer? Warum kann auch ein Besuch beim Optiker Unfälle reduzieren?

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Straße im Herbst mit Hinweis "Schulweg"

Im Herbst und Winter ist für Schulkinder der Weg zur Schule - egal ob als Fußgänger oder auf dem Fahrrad - riskanter, denn in der Dämmerung können sie von Autofahrern leicht übersehen werden. Was können Eltern tun, damit ihre Kinder gut sichtbar sind?

Sichtbar auch in der Dunkelheit

Mit der richtigen Kleiderwahl können Eltern dafür sorgen, dass ihre Kinder trotz Dämmerung, Nieselregen und Nebel im Straßenverkehr sichtbar bleiben. Denn wer in dunkler Hose und Jacke unterwegs ist, kann von Autofahrern erst ab etwa einer Entfernung von 25 Metern bemerkt werden. Bei einem Fahrtempo von 50 Kilometer pro Stunde und einem Bremsweg von 40 Metern kann dies schnell gefährlich werden.

Daher sollte Kinderkleidung in dieser Jahreszeit möglichst hell und am besten reflektierend sein. Mittlerweile gibt es Jacken und Mäntel, die mit Reflektoren bestückt sind oder eine Neonfarbe haben, die das Scheinwerferlicht zurückwirft.
An Jacken ohne Reflektoren können Leuchtbänder oder sogenannte Blinkies befestigt werden. Gute Stellen sind zum Beispiel die rechte Seite auf Kniehöhe oder an den Jackenärmeln. Die Blinkies dafür an eine Kette oder ein Band hängen, sodass sie hin und her schaukeln.
Beim Kauf von Reflektoren und Blinkies sollte auf die europäische Norm mit dem CE-Zeichen geachtet werden, da es im Handel auch viele Schmuckreflektoren gibt, die bei Dunkelheit aus genügender Distanz nicht zu erkennen sind.
Auch eine Warnweste kann Schulkinder in der Dunkelheit sichtbar machen. Erhältlich sind solche Reflektoren, Warnwesten und Leuchtbänder zum Beispiel in Fahrradläden oder Sportgeschäften.

Bei der Auswahl des Schulranzens sollten Eltern darauf achten, dass dieser aus reflektierendem Material besteht.
Tipp: Kaufen Sie nur Ranzen, die die DIN-Norm 58124 erfüllen. Hier können Sie sicher sein, dass zehn Prozent der Vorder- und Seitenflächen der Rucksäcke mit reflektierendem Material versehen sind.

Kinder, die mit dem Rad zur Schule fahren, sollten unbedingt eine funktionierende Fahrradbeleuchtung am Fahrrad haben. Zusätzlich sorgen gelbe Speichenreflektoren oder reflektierendes Material an den Felgen oder Reifen für mehr Sichtbarkeit im Dunkeln. Auch beim Radfahren können Leuchtbänder an Arm- und Fußgelenken oder am Fahrradhelm angebracht werden.

Verkehrsregeln kennen – das A und O

Eltern sollten mir ihren Kindern auch nochmal über die Verkehrsregeln sprechen. Wie verhält man sich zum Beispiel beim Überqueren von Straßen in der Dunkelheit oder bei starkem Regen? Bestärken Sie Ihre Kinder, immer die gut ausgeleuchteten Übergänge zu wählen, auch wenn dadurch vielleicht ein Umweg oder Zeitverlust in Kauf genommen werden muss. Erklären Sie auch, dass ein Autofahrer Personen, die zwischen zwei an der Seite parkenden Autos hervortreten, erst sehr spät erkennen kann.

Bei der Auswahl des besten und sichersten Schulwegs helfen auch Schulwegpläne. Oft werden diese Pläne zur Einschulung oder Schulbeginn an die Familien ausgeteilt und zeigen geeignete Stellen sowie Gefahrenpunkte auf dem Weg zur Schule auf. Diese Pläne werden meist von Verkehrs-, Bau- und Planungsbehörden, Schulen und der Polizei erstellt. Gibt es solche Pläne bisher noch nicht an der Schule Ihres Kindes, können Sie auch an der Schule oder bei der Gemeinde nachfragen.

Bedenken Sie, dass Sie als Erwachsener oder Elternteil eine Vorbildfunktion im Straßenverkehr haben!

Tipp: Gehen Sie einmal den Schulweg gemeinsam mit Ihrem Kind und besprechen Sie mit ihm die möglichen Gefahrenstellen.

Genug Zeit einplanen schützt vor Unfällen

Morgens zeitig aufstehen, in Ruhe anziehen, frühstücken und den Rucksack packen, kann ebenfalls vor Unfällen im Straßenverkehr schützen. Sind Kinder morgens in Eile, werden sie schnell fahrig und leichtsinnig und achten weniger auf den Verkehr oder gefährliche Situationen.

Aus vielen Gründen sinnvoll: Sehstärke testen

Personen mit einer Sehschwäche sind wesentlich häufiger in Unfälle verwickelt. Besonders bei Kindern kann sich das Sehvermögen schnell verschlechtern. Bereits im Vorschulalter weisen etwa 20 Prozent der Kinder Sehprobleme auf. Daher sollten Eltern ihre Kinder beobachten und im Zweifel einen Termin beim Augenarzt oder Optiker vereinbaren.

Folgende Anzeichen können zum Beispiel auf eine veränderte Sehkraft hindeuten:

  • Ständiges Augenreiben
  • Kopfschmerzen
  • Leseschwierigkeiten
  • Zusammenkneifen der Augen beim Lesen von Tafeln oder Schildern in der Ferne (Sie)

Stand: November 2019