Rechte und Pflichten fürs Homeoffice

Seine beruflichen Tätigkeiten von zu Hause auszuführen – für viele Menschen eine Traumvorstellung. Mittlerweile ermöglichen immer mehr Arbeitgeber ihren Mitarbeitern die sogenannte Teleheimarbeit. Damit das Arbeiten von Zuhause reibungslos funktioniert, müssen Arbeitnehmer und Unternehmen einige Dinge beachten.

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Laptop, Lesebrille und Computermaus auf Schreibtsich

Homeoffice bedeutet nicht Arbeiten im Bett oder Liegestuhl

Was lange hauptsächlich Selbstständigen vorbehalten war, wird auch in vielen Unternehmen und Dienststellen salonfähiger – die Heimarbeit. Für viele Arbeitnehmer ist das ein Segen. Denn dadurch fällt langes und stressiges Pendeln weg, man gewinnt Zeit und private Termine oder die Koordination familiärer Abläufe sind leichter zu bewerkstelligen.

Allerdings bedeutet dies nicht, seine Tätigkeiten aus dem Bett oder dem Liegestuhl zu erledigen. Ganz im Gegenteil! Wer seinen Arbeitsplatz daheim einrichten möchte, muss einiges beachten. Auch der Arbeitgeber hat seinem Mitarbeiter gegenüber Verpflichtungen und kann die Heimarbeit verbieten, wenn nicht sichergestellt ist, dass der Mitarbeiter einen echten Arbeitsplatz eingerichtet hat.

Es gibt zwei verschiedene Arten von Homeoffice in Deutschland:  Die heimbasierte Telearbeit, die ausschließlich von zu Hause erfolgt und die alternierende Telearbeit, bei der der Mitarbeiter sowohl von zu Hause, als auch im Büro arbeitet. Allerdings wünschen die meisten Arbeitgeber einen persönlichen Kontakt zu ihren Mitarbeitern und bevorzugen, sofern Homeoffice möglich ist, das zweite Modell.

In Deutschland besteht kein Anrecht auf das Arbeiten von zu Hause. Noch ist diesbezüglich alles Verhandlungssache.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben auch beim Homeoffice dieselben Rechte und Pflichten

Wird vom Arbeitgeber ein Teleheimarbeitsplatz eingerichtet, sollten dem Mitarbeiter die gleichen Gerätschaften zur Verfügung stehen, die er auch im Büro für seine Arbeit benötigt. Diese müssen vom Arbeitgeber eigens ins Haus gebracht und installiert werden. Abhängig vom Arbeitgeber können sogar Kosten der Ausstattung mit Software und Geräten sowie der Unterhalt der Räumlichkeiten wie anteilige Miete, Strom oder Heizung übernommen werden.

Auch am Heimarbeitsplatz muss der Arbeitgeber für seinen Mitarbeiter Verantwortung übernehmen und Arbeitsschutzgesetz und Arbeitsstättenverordnung genauso wie im Büro einhalten. Das bedeutet zum Beispiel, dass dem Mitarbeiter ein ordentlicher Schreibtisch, ein ergonomischer Stuhl sowie ausreichend Beleuchtung zustehen. Die Berufsgenossenschaft und der Arbeitsschutz können die Gegebenheiten überprüfen.

Um auf Nummer Sicher zu gehen, ist es sinnvoll, alle Rechte und Pflichten rund um den Teleheimarbeitsplatz mit einem Zusatz im Arbeitsvertrag festzuhalten. Hier können die Arbeitsbedingungen genauso vermerkt werden, wie die Frage, ob der Mitarbeiter die Gerätschaften auch privat nutzen darf oder wer die Kosten für die Ausstattung übernimmt.

Auch im Homeoffice gelten die gleichen vertraglichen Arbeitszeiten und gesetzlichen Pausen- und Ruhezeiten. So stehen dem Arbeitnehmer nach sechs Stunden Arbeit mindestens 30 Minuten Pause zu. Bei einer Schicht mit neun Stunden und mehr ist eine Mindestpausenzeit von 45 Minuten vorgeschrieben. Zwischen dem Feierabend und nächstem Arbeitsbeginn müssen mindestens elf Stunden liegen. Ob zu Hause oder im Büro – außerhalb der vertraglich festgelegten Arbeitszeiten hat der Mitarbeiter Freizeit und muss für den Arbeitgeber darüber hinaus nicht erreichbar sein. Ausnahmen können gelten, sofern dies vorher so vertraglich geregelt wurde.

Dennoch: Häufig ist die Arbeit im Homeoffice freier gestaltet und der Arbeitnehmer ist flexibler in seiner Arbeitszeiteinteilung. Der Arbeitgeber kann allerdings erwarten, dass der Mitarbeiter während einer bestimmten Zeit telefonisch oder online erreichbar ist.

Auch an Datenschutz oder mögliche Arbeitsunfälle müssen gedacht werden

So muss der Arbeitgeber dafür Sorge tragen, dass auch wenn der Mitarbeiter von Zuhause aus arbeitet, Kundendaten weiterhin geschützt sind. Dies kann auf unterschiedliche Arten erfolgen. Eine Möglichkeit ist beispielsweise ein Firmennetzwerk, auf welches der Mitarbeiter mit einem persönlichen Kennwort zugreifen kann.

Für den Mitarbeiter gilt: Telefonate dürfen nur im Arbeitszimmer stattfinden. Notizen, die offen im Haus liegen oder Telefongespräche auf dem Balkon oder im Garten gefährden den Datenschutz.

Verletzt sich ein Arbeitnehmer bei seiner Arbeit im Homeoffice, wird der Unfall von der betrieblichen Unfallversicherung übernommen. Allerdings nur, wenn dies im Arbeitszimmer passiert. Der Weg in die heimische Küche oder zur Toilette sind davon ausgenommen, auch wenn dies im Büro als Arbeitsunfall gelten würde.

Kann man Homeoffice bei der Steuer absetzen?

Angestellte können nur die Kosten steuerlich geltend machen, die sie übernommen haben. Und das nicht in jedem Fall!  Um eine Chance zu haben, das Arbeitszimmer beim Finanzamt angeben zu können, muss dieses ein eigener Büroraum sein, der abschließbar ist. Nicht zulässig sind hingegen Durchgangszimmer, Arbeitsecken in anderen Wohnräumen oder ein Gäste- oder Spielzimmer. Außerdem muss das Homeoffice den Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit darstellen.

Stand: März 2019