Wie bleibt der Weihnachtsbaum frisch?

Weihnachten ohne Baum? Das ist fast unvorstellbar. Der Weihnachtsbaum gehört zum Weihnachtsfest genauso dazu, wie die Ente oder Gans beim Essen. Doch welcher soll es sein: Die duftlose Nordmanntanne mit weichen Nadeln oder die piksige Blaufichte mit dem angenehmen Aroma? Wie bleibt der Baum lange frisch? Im VerbraucherFenster erfahren Sie alles Wissenswerte über die verschiedenen Weihnachtsbäume und erhalten Tipps zum Kauf, Lagern und Aufstellen, damit Sie lange Freude an Ihrem Baum haben.

RS8355_Weihnachtsbaeume © DeCoste - Fotolia.com_.jpg

Tannenbaum

Die meisten Weihnachtsbäume werden zwischen dem dritten und vierten Advent gekauft. Wer erst kurz vor dem Fest los zieht, muss nehmen, was übrig bleibt.

Frischezustand ist wichtig

Jeder möchte einen schön gewachsenen Baum, der nicht schon beim Aufstellen die Nadeln verliert. Deshalb ist beim Kauf bereits auf den Frischezustand des Baumes zu achten. Dieser ist an folgenden Merkmalen zu erkennen:

  • Die Nadeln sind grün und glänzend.
  • Die Schnittstelle sollte weiß und nicht ausgetrocknet sein. Ein schon länger geschlagener Baum hat eine graue Schnittstelle.

Baum beschaffen: Kaufen, Selberschlagen oder online

Neben dem Kauf des Baumes in Wohnortnähe gibt es in vielen Gegenden die Möglichkeit, seinen Baum selber zu schlagen.

  • Discounter, Baumarkt oder regionale Erzeuger
    Bei vielen Geschäften wie Baumärkten oder Lebensmittelläden kann man Weihnachtsbäume kaufen. Diese haben in der Regel eher weite Wege zurückgelegt und sind entsprechend schon länger geschlagen worden.

    Wer sicher sein möchte, dass sein Baum frisch ist, kauft ihn bei regionalen Erzeugern, die an kleinen Ständen ihre Bäume anbieten.
     
  • Baum selber schlagen
    Wer seinen Baum selber aussuchen und absägen möchte, kann dies bei wohnortnahen Förstereien und regionalen Tannenbaumerzeugern und Baumschulen tun, denn viele Förster und Anbaubetriebe bieten das Selbstschlagen an. Manchmal wird dazu noch Glühwein, Kakao oder eine Bratwurst angeboten, so dass Groß und Klein ein paar entspannte Stunden im Wald verbringen und sich so auf die Weihnachtszeit einstimmen können.
    Selbst Veranstalter wie Jochen Schweizer bieten das Christbaumschlagen als Erlebnis zum Verschenken an.

    Der Vorteil vom Selberschlagen ist, dass keine Äste durch wochenlanges Lagern im Netz verbogen werden und der Baum absolut frisch ist.

    Wohnortnahe Angebote zum Weihnachtsbaum selber schlagen, lassen sich leicht im Internet finden.

    Für Hessen sind Betriebe auf der Internetseite www.naturbaumaushessen.de (Rubrik Christbaumfinder) aufgelistet.

    Wer bei der Beschaffung des Weihnachtsbaumes ökologische Aspekte berücksichtigen möchte, kann einen Weihnachtsbaum aus ökologischer Waldwirtschaft und aus anerkannt ökologischen Weihnachtsbaumkulturen beziehen. Eine Liste mit Adressen – nach Bundesländern gegliedert – finden Sie hier.
     
  • Online bestellen
    Auch der Onlinehandel hat den Weihnachtsbaum als Bestellartikel entdeckt. Ob dann Ihr bestellter Baum so wie auf dem Bild aussieht, merken Sie erst nach dem Aufstellen. Beim Online-Kauf von Weihnachtsbäumen gibt es kein Widerspruchsrecht, da es sich hier um eine leicht verderbliche Ware handelt. Ein Preisvergleich lohnt sich auf jeden Fall, da die Preise sehr unterschiedlich sind. Bei den meisten Anbietern sind noch extra Versandkosten zu bezahlen.   

Weihnachtsbaum richtig lagern

  • Lagerung
    Wer den Baum frühzeitig kauft, sollte ihn im Netz richtig lagern – am besten stehend im Freien oder in einer kühlen Garage, vor Sonne und Wind geschützt. Den Baum liegend aufzubewahren ist nicht zu empfehlen, da er sonst bei Frost leicht festfrieren kann. Der Baum darf auf keinen Fall zum Trocknen in den Heizungskeller gestellt werden.
     
  • Wasser
    Bei einem gekauften Baum sollte am unteren Ende des Stammes ein zwei bis drei Zentimeter breiter Ring abgesägt werden, denn nur bei einer frischen Schnittstelle kann der Baum wieder Wasser ziehen.
    Ein Baum braucht viel Wasser, nämlich bis zu zwei Liter am Tag. Deshalb sollte er in einen Eimer Wasser gestellt werden.
     
  • Netz
    Die Tanne wird nach dem Kauf zum besseren Transport meist eingenetzt. Während der Lagerung kann das Netz dran bleiben. So lässt sich der Baum später leichter ins Haus tragen. 

Reinholen und richtig aufstellen

Ein schneller Temperaturwechsel von Minusgraden ins 20 Grad warme Wohnzimmer tut dem Baum nicht so gut. Besser ist es, ihn an einem kühlen Ort im Keller oder Garage zwischenzulagern, um ihn an die Wohnzimmertemperatur etwas anzupassen.

Sofern noch nicht geschehen, sollte spätestens jetzt ein kleines Stück des unteren Stammes abgesägt werden, damit das Wasser gut vom Baum aufgenommen werden kann.

Das Netz wird in dem Zimmer, in dem er stehen soll, entfernt. Dieses ist immer von unten nach oben wegzuziehen, um das Abbrechen von Zweigen zu vermeiden.

Damit der Baum zur Bescherung schön aussieht, sollte er nicht erst Heilig Abend in die Wohnung gestellt werden, sondern bereits ein, zwei Tage vorher, um sich zu „entfalten“. Doch nicht jeder Platz in den vier Wänden ist auch für die Tanne geeignet. Damit der Baum frisch bleibt, sollte er nicht direkt neben einem Heizkörper oder dem Kamin stehen. Auch die Fußbodenheizung sollte nicht zu warm eingestellt sein.

Welcher Baum soll es sein: Die beliebtesten Weihnachtsbäume

  • Nordmanntanne
    Die Nordmanntanne ist mit 75 bis 80 Prozent der beliebteste Weihnachtsbaum. Aufgrund ihrer Eigenschaften – sattgrüne, weiche und glänzende Nadeln, gleichmäßiger Wuchs, langer Frischezustand – wird sie extra für Weihnachten angebaut. Sie verströmt aber keinen Tannennadelduft.
    Sie ist der teuerste Weihnachtsbaum, da ein Baum in Zimmerhöhe bis zu 15 Jahre dafür braucht. Ein Meter kostet 18 bis 23 Euro.
     
  • Blaufichte
    Die Blauficht hat piksige, kräftig grüne bis stahlblaue Nadeln. Ihr Marktanteil liegt bei nur 15 Prozent, dabei verströmt sie einen angenehmen Duft. Sie eignet sich vor allem für schweren Baumschmuck und echte Kerzen.
    Der Preis liegt bei 10 bis 12 Euro pro Meter.
     
  • Rotfichte
    Die Rotfichte hat dunkelgrüne Nadeln, die leicht stechen. Sie duftet angenehm. Leider beginnt sie in warmen Räumen bald zu nadeln. Ihr Preis liegt bei 6 bis 8 Euro pro Meter.
     
  • Nobilistanne
    Dieser auch als Edeltanne bezeichnete Baum ist nichts für Perfektionisten, denn ihre eher schlanke Wuchsform hat asymmetrisch gewachsene Äste. Dafür duftet sie intensiv nach Orange.
     
  • Douglasie
    Diese Baumart hat weiche und dünne Nadeln, die einen Zitronenduft verströmen. Sie hält ähnlich lange frisch wie die Blaufichte, ist jedoch günstiger. Da sich die dünnen Äste leicht durchbiegen, darf der Schmuck nicht zu schwer sein.

Übrigens: Baum holen ohne Genehmigung ist illegal

Einen Weihnachtsbaum ohne Genehmigung des Försters aus dem Wald zu holen, lohnt sich nicht. Wer erwischt wird, zahlt eine saftige Geldstrafe, die deutlich höher ist als der Preis für einen gekauften Baum.

Noch ein Lesetipp: Brandschutz zu Hause - damit die Kerzen brennen und nicht der Weihnachtsbaum


Stand: April 2019