Trauermücken – so wird man die Plagegeister aus der Blumenerde los

Trauermücken in der Wohnung sind äußerst lästig und können zu einer echten Plage werden. Zwar leben die Tierchen nur wenige Tage, ein Mückenweibchen legt jedoch in ihrem kurzen Leben etwa 300 Eier in der Blumenerde ab. Das Gute: Man kann die Plagegeister mit natürlichen Mitteln recht schnell bekämpfen.

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Frau untersucht ihre Zimmerpflanzen auf Trauermücken

Wo kommen die Trauermücken auf einmal her?

Nicht selten gelangen die Trauermücken über die Pflanzenerde in die Wohnung – etwa beim Umtopfen oder Kauf neuer Pflanzen. Besonders in feuchter Erde können sich die kleinen Fliegen gut vermehren. Draußen auf dem Balkon oder der Terrasse ist von den Plagegeistern meist keine Spur, da sich dort mehr Fressfeinde tummeln, als in Wohnräumen.

Die Mini-Fliegen können großen Schaden anrichten

Die Mückenlarven wachsen in der Blumenerde heran und ernähren sich von abgestorbenen Pflanzenteilen und den Pflanzenwurzeln. Dabei kann es zu solch großen Schäden an den Wurzeln kommen, dass die Pflanzen nicht mehr genügend Wasser und Nährstoffe aufnehmen können. Ein gestörtes Pflanzenwachstum, absterbende Keimlinge und sich ausbreitende Pflanzenkrankheiten sind mögliche Folgen.

Woran erkennt man den Trauermückenbefall?

Aufmerksam sollte man dann werden, wenn vermehrt kleine schwarze Fliegen durch die Wohnung schwirren. Da Trauermücken Fruchtfliegen ähneln, sollte ein Fruchtfliegenbefall in der Küche zunächst ausgeschlossen werden. Fliegen die Mücken beim Gießen in kleinen Schwärmen herum oder sobald Pflanzenblätter oder der Blumentopf bewegt werden, ist dies ein zuverlässiges Indiz für Trauermücken. Auch die etwa sechs Millimeter langen Larven können mit bloßem Auge in der Blumenerde entdeckt werden.

Trauermückenbefall – was nun?

Zunächst sollte die befallene Pflanze isoliert werden, da sich Trauermücken recht schnell auf alle anderen Blumentöpfe ausbreiten. Daher sollten auch alle Zimmerpflanzen genau inspiziert werden, damit kein weiterer Befall unerkannt bleibt.

Auf das Gießen der befallenen Pflanzen sollte zunächst besser verzichtet werden, da Trauermücken die Feuchtigkeit der Erde besonders lieben.

Da sich Trauermücken dennoch sehr schnell vermehren, kommt man um weitere Maßnahmen zur Bekämpfung kaum herum. Die gute Nachricht ist aber, dass das auch sehr gut ohne giftige Insektizide funktioniert.

Streichhölzer, Gelbtafeln, Sand oder Nematoden können helfen

  • Gelbtafeln, zum Beispiel aus dem Baumarkt oder dem Gartencenter, sind auf beiden Seiten mit einem Klebemittel beschichtet. Sie werden in die Pflanzen gehangen oder mit einem Stock in die Erde der Blumentöpfe gesteckt. Ausgewachsene, bereits flugfähige Trauermücken lassen sich mit den Gelbtafeln fangen, indem die gelbe Farbe die kleinen Plagegeister anlockt und sie an ihr kleben bleiben. Nach wenigen Tagen ist die Gelbtafel voll mit Tieren. Das ist der richtige Zeitpunkt, um sie austauschen – so lange, bis keine Trauermücken mehr nachkommen und an der Tafel kleben bleiben.
  • Auch herkömmliche Streichhölzer können Abhilfe schaffen. Hierfür müssen die Streichhölzer mit dem Kopf nach unten in die Erde gesteckt werden. Die schwefelhaltigen Bestandteile des Streichholzkopfs werden beim Gießen der Pflanze im Blumentopf verteilt und töten die Mückenlarven ab.
  • Da die kleinen Fliegen ihre Larven nur direkt auf der Erde legen, kann zudem eine zwei bis drei Millimeter dicke Sandschicht auf der Oberfläche der Blumenerde helfen. Hierfür eignet sich zum Beispiel Quarzsand, Vogelsand oder auch eine Schicht Kiesel.
  • Nematoden der Art "Steinernema feltiae" haben sich ebenfalls als Mittel gegen Trauermücken bewährt. Die mikroskopisch winzigen Fadenwürmer töten die Larven in der Erde ab. Für Menschen oder Haustiere sind sie vollkommen ungefährlich. Nematoden können, ähnlich wie die Gelbtafeln, in Gartencentern oder auch online erworben werden. Zu Hause wird der Packungsinhalt in lauwarmem Wasser aufgelöst und ins Gießwasser für die Pflanzen gegeben.
  • Raubmilben (Hypoaspis miles, Hypoaspis aculeifer und Macrocheles robustulus) eignen sich auch im Einsatz gegen Trauermücken. Sie werden in der Regel als Granulat im Handel angeboten und werden über die Blumenerde gestreut.

Trauermücken vermeiden

Damit es nicht so schnell wieder zu einer Trauermückenplage kommt, ist es im Winter wichtig, die Zimmerpflanzen nur so viel, wie unbedingt nötig zu gießen. Praktischerweise verringern Pflanzen im Winter ohnehin ihr Wachstum und benötigen daher weniger Wasser. Auch eine präventive Sandschicht auf der Blumenerde kann sinnvoll sein.(sie)

Stand: November 2021