Tipps für ein nachhaltiges Leben mit Baby

Zero Waste geht auch mit Nachwuchs! Wir haben ein paar Ideen gesammelt, um auch mit Baby ein bisschen nachhaltiger zu leben.

newborn-toddler-boy-laughing-bed.jpg

Lachendes Baby liegt auf dem Bauch und schaut nach rechts oben

Puder, Cremes und Öle in Plastikverpackungen? Weniger ist mehr!

Zu viele Pflegeprodukte wie Puder, Babyshampoo, Waschlotionen oder Cremes auf der zarten Babyhaut sind aufgrund vieler Zusätze und Duftstoffe eher kontraproduktiv. Wasser und ein gutes Babyöl sind vollkommen ausreichend - alternativ kann sogar Oliven- oder Kokosöl verwendet werden. Letztere kommen eh in der Regel in einer Glasflasche oder einem Glasbehälter. Auch Mandel- oder Jojobaöl eignen sich gut als Babypflege. Wichtig beim Kauf von Pflanzenölen: gute Qualität und Bio-Siegel. Wer gänzlich auf Verpackungen verzichten möchte, kann sich das Öl direkt in einem Unverpacktladen abfüllen lassen, etwa in eine leere mitgebracht Flasche.

Feuchttücher selber machen

Auch auf Feuchttücher sollte man lieber so gut es geht verzichten, – schließlich sorgen sie für einen ordentlichen Müllberg. Zu Hause auf der Wickelkommode reichen Waschlappen und eine Schale mit Wasser, um den Babypo zu reinigen.

Wer hauptsächlich unterwegs auf Feuchttücher setzt, kann auch hier alternativ Waschlappen in einem Gefrierbeutel mit Ziplock oder einem wasserfesten Kosmetikbeutel mitnehmen. Eine weitere Möglichkeit ist, die Feuchttücher einfach selbst herzustellen. Hierfür alte Stoffreste, etwa T-Shirts oder Handtücher, zurechtschneiden, in Kokosöl oder andere Öle eintunken und für unterwegs in eine Vorrats- oder Brotdose verpacken. Die selbst gemachten Feuchttücher können nach der Nutzung gewaschen und wiederverwendet werden.

Mit Stoffwindeln gegen Müllberge

Babys brauchen im Schnitt etwa 5.000 Windeln. Eine nachhaltige Alternative zu den herkömmlichen Einmalwindeln sind Stoffwindeln. Im Vergleich zu früheren Zeiten sehen diese aber nicht mehr aus wie Wollunterhosen mit Gummibund. Heutzutage gibt es viele Anbieter, die Stoffwindeln aus bunten Stoffen und hautfreundlichen Materialien herstellen und es den Eltern einfach machen, ihr Baby zu wickeln – dank Klett-oder Druckknöpfen zum Verschließen. In die Windel kommt zusätzlich ein dünnes Windelvlies, das den groben Schmutz aufnimmt. Einmal angeschafft sind Stoffwindeln recht langlebig, sodass sie sich nicht nur nachhaltig für die Umwelt, sondern auch für den Geldbeutel erweisen. Die meisten Anbieter raten zu einem Vorrat von circa 20 bis 25 Stoffwindeln.

Allerdings: Stoffwindeln machen deutlich mehr Arbeit! Schließlich müssen sie immer wieder gewaschen und getrocknet werden. Die 60 Grad-Wäsche reicht hierfür aber aus. Um auch unterwegs windeln zu können, gibt es spezielle Taschen, in die die dreckige Windel aufbewahrt werden kann. Das verschmutzte Innenflies kommt aber dennoch in den Mülleimer.

Babykleidung – tauschen, leihen, mieten, secondhand kaufen

Für die zarte Babyhaut eignen sich am besten Kleidungsstücke aus Naturmaterialien wie Hanf, Wolle, Baumwolle oder Holzfasern. Auf Kunstfasern wie Polyacryl oder Polyester sollte man der Gesundheit und Umwelt zur Liebe eher verzichten. Wird Kleidung aus Kunstfaser in der Waschmaschine gewaschen, lösen sich schnell winzige Plastikfasern heraus, die als Mikroplastik ins Abwasser gelangen können.

Wer auf nachhaltige Mode setzen möchte, sollte die verschiedenen Öko- und Sozial-Siegel im Blick haben. Sie können Hilfe und Orientierung bieten, bezüglich enthaltenen Naturfasern aus kontrolliert biologischem Anbau, fairen Herstellungsprozessen, oder dem Einsatz von unschädlichen Färbemitteln.

Allerdings müssen die Kleidungsstücke nicht immer neu sein, schließlich wachsen Babys und Kleinkinder in Windeseile auf den Teilen wieder heraus. Zudem werden für die Herstellung – egal, ob nachhaltige Kleidung oder nicht - immer wertvolle Ressourcen verbraucht. Daher gilt: Die nachhaltigste Kleidung ist die, die nicht neu produziert worden ist.

Auf Kinderbasaren oder Online-Flohmärkten finden Eltern Babykleidung in Hülle und Fülle – oft nur selten getragen und zu viel günstigeren Preisen. Ein weiterer Vorteil: Möglicherweise ursprünglich enthaltene Schadstoffe sind bereits ausgewaschen.

Auch innerhalb der eigenen Familie, etwa zwischen Geschwisterkindern, oder unter Freunden und in der Nachbarschaft kann Kinderkleidung weitergegeben werden.

Darüber hinaus gibt es Online-Plattformen, die Leihkleidung anbieten –von Matschhose über Strampler und Bodys.

Das Gleiche gilt auch für Spielzeug

Warum nicht auch die Spielsachen untereinander tauschen? Meist geht das am einfachsten, wenn es in der Nachbarschaft oder im Freundes- und Bekanntenkreis Kinder unterschiedlicher Altersstufen gibt. Sind Rassel und Spielbogen für das eine Kind mittlerweile uninteressant, freut sich bereits ein Nachzügler über die tolle Beschäftigung.

Auch ein Aushang in der Kita ist eine Möglichkeit einen Tauschzirkel einzuberufen. In Form eines organisierten Tauschnachmittags können Spielzeuge direkt ausprobiert und vielleicht sogar der ein oder andere neue Spielkamerad gefunden werden.

Kinderbasare und Flohmärkte bieten neben Kleidung zudem oftmals eine riesen Auswahl an Spielzeug.

Wenn doch Neukauf, dann…

Plastik gehört zu den größten Umweltproblemen unserer Zeit. Bei Verbrauchern ist das Bewusstsein für die Thematik bei Lebensmittelverpackungen bereits geschärft, doch bei Spielwaren tut man sich noch schwer.

Ratsam ist daher eher der Kauf von Spielwaren aus Holz oder Textilien. Allerdings: Auch beim Holzspielzeugkauf gibt es einiges zu beachten, etwa, dass das verwendete Holz aus einer nachhaltigen Forstwirtschaft und aus heimischen Wäldern stammt. Siegel wie der „Blaue Engel“ oder das FSC-Siegel können weiterhelfen.

Bei Spielzeug aus Textilien sind Bio-Baumwolle oder Wolle aus kontrolliert biologischer Tierhaltung empfehlenswert, um auch hier das Schadstoffrisiko, etwa durch Pestizide, zu verringern. (Sie)

Stand: April 2022