So bleibt die Wolle lange weich und das T-Shirt strahlend weiß

Wäsche waschen ist eine Wissenschaft für sich. Noch bevor die Wäsche in die Trommel kommt, müssen eine Menge Entscheidungen getroffen werden, damit die Wäsche strahlend sauber wird und keine Verfärbungen aufweist oder gar eingelaufen ist. Kennen Sie die Bedeutung der Waschsymbole im Etikett Ihrer Kleidung? Welche Textilien brauchen welches Waschmittel? Kennen Sie den Unterschied zwischen einem leichten und einem normalen Verschmutzungsgrad?

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Waschmaschine mit Wäsche in der Trommel

Waschsymbole und ihre Bedeutung

Hinweise zur Pflegeanleitung von Textilien finden sich auf den Etiketten der Kleidungsstücke. Die internationale Vereinigung für Pflegekennzeichnung GINETEX® hat speziell hierfür international gültige Symbole entwickelt. Die Symbole zur Waschanleitung sind als Zahl oder Hand in einem Waschbottich sowie wahlweise mit keinem, einem oder zwei Balken unter diesem Bottich gekennzeichnet. Die jeweilige Zahl im Waschbottich gibt die maximale Waschtemperatur an, welche nicht überschritten werden sollte. Die Balken unterhalb des Waschbottichs markieren den Bedarf einer schonenderen Behandlung während des Waschvorgangs, die Hand im Waschbottich zeigt Handwäsche an.

Verschiedene Waschprogramme für unterschiedlichste Textilien

Je nach Pflegeanleitung auf dem Etikett, Material, Färbung oder auch Verschmutzungsgrad der Wäsche können an der Waschmaschine unterschiedliche Waschprogramme ausgewählt werden. Diese unterscheiden sich durch Wassermenge, Temperatur, Waschmechanik, Spülgänge sowie Entwässerungsgrad. Dabei sind die vier wichtigsten Waschprogramme „Koch- und Buntwäsche“, „Pflegeleicht“, „Feinwäsche“ und „Wolle“. 

Waschsymbole und Waschprogramme Tabelle

Vor dem Waschen ist sortieren angesagt

Wer seine Wäsche nicht vorab sortiert, hat nicht viel von den unterschiedlichen Waschprogrammen. Denn das Sortieren und die richtige Programmwahl sorgen dafür, dass die Wäsche nicht verfärbt und das Material geschont wird. Darum sollten die Textilien vor dem Waschgang nach Weiß, Bunt, Fein und Wolle/Seide getrennt werden.

Nicht immer sollte die Waschmaschine voll beladen werden

Um Ressourcen zu sparen, sollte die Waschmaschine möglichst voll beladen werden, bevor ein Waschgang gestartet wird. Zwar findet man die maximale Beladungskapazität der Maschine in der Regel auf dem Energielabel sowie in der Betriebsanleitung, allerdings ist die Kilogramm-Angabe nicht sehr praktikabel in der Umsetzung. Damit die Waschmaschine aber dennoch ausreichend befüllt ist, ohne dass die Schmutzwäsche vorher abgewogen werden muss, kann das Volumen und die Bewegungsmöglichkeit der Textilien in der Trommel beurteilt werden, denn diese ist für den Wascheffekt von Bedeutung. Hierfür sollte noch eine Hand hochkant in die Trommel passen, wobei die Wäsche dabei locker in der Trommel liegt und nicht durch die Hand runter gedrückt werden sollte.

Bei schonenderen Waschgängen, wie etwa Fein- oder Wollwäsche, sollte die Füllmenge der Waschmaschinentrommel allerdings geringer sein, damit die Textilien nicht so stark aneinander reiben.

Jede Textilie braucht ihr eigenes Waschmittel

Die Wahl des geeigneten Waschmittels ist abhängig vom Waschprogramm, der Temperatur, dem Material und der Farbe der Wäsche.

Voll- oder Universalwaschmittel sind in erster Linie für alle weißen und stark verschmutzten Textilien geeignet. Da in diesen Waschmitteln Bleichmittel und weitere optische Aufheller enthalten sind, sollten sie nicht für die Wäsche von empfindlichen Stoffen verwendet werden. Sie entfernen Flecken gründlich und beugen das Vergilben weißer Wäsche vor. Verwenden kann man Voll- oder Universalwaschmittel bei 30 bis 95 Grad.

Color-/Buntwaschmittel sollten für farbige Kleidung verwendet werden. Denn diese Waschmittel enthalten im Vergleich zu Voll- oder Universalwaschmittel keine bleichenden Substanzen. Stattdessen pflegen sie Farben und Fasern und verhindern, dass sich die Farbe aus den Textilien löst und auf anderen Kleidungsstücken wieder absetzt. Ähnlich wie beim Vollwaschmittel sollten die Buntwaschmittel aber nur für weniger empfindliche Kleidungsstücke und bis 60 Grad verwendet werden.

Einen hundertprozentigen Schutz vor Verfärbungen gibt es trotzdem nicht. Am besten Kleidungsstücke vor dem Waschgang gut nach Farben sortieren.

Feinwaschmittel wirken ähnlich wie Buntwaschmittel und enthalten ebenfalls weder Bleichmittel noch andere aufhellende Substanzen. Sie finden ihren Einsatz zwischen 20 und 40 Grad. Das Besondere am Feinwaschmittel ist, dass es einen feinporigen Schaum bildet, der sich in der Waschmaschine um die Textilien legt und diese so vor der Beanspruchung und den Bewegungen der Maschine schützt. Zusätzlich hat das Feinwaschmittel einen niedrigen textilschonenden pH-Wert.

Wollwaschmittel sollte unbedingt zum Einsatz kommen, wenn Sie Wolle waschen. Da Wolle dem menschlichen Haar sehr ähnelt, ist Wollwaschmittel auch in seiner Zusammensetzung einem Shampoo ähnlich.

Die richtige Dosierung des Waschmittels schont Umwelt und Geldbeutel

Die Größe der Waschtrommel spielt neben Verschmutzungsgrad der Wäsche, örtlicher Wasserhärte und Wäschemenge eine Rolle bei der Dosierung des Waschmittels. Denn wird hierauf sorgfältig geachtet, kann man Geld sparen, Schäden an der Wäsche und der Maschine verhindern und gleichzeitig die Umwelt schonen. Auf dem Etikett der Waschmittelverpackungen finden Sie eine Tabelle, auf der Sie ablesen können, wie viel Waschmittel Sie benötigen, abhängig vom Härtegrad des Wassers und dem Verschmutzungsgrad der Wäsche. Dabei beziehen sich die Angaben auf die Wäsche im trockenen Zustand. Den Härtegrad des Wassers in Ihrer Region können Sie bei Ihrem Wasserversorger in Erfahrung bringen.

Verschmutzungsgrad

  • Leicht verschmutzt: Kleidungsstücke ohne erkennbare Verschmutzungen oder Flecken, die Körpergeruch angenommen haben: leichte Sommer- und Sportbekleidung (wenige Stunden getragen), T-Shirts, Hemden, Blusen (maximal einen Tag getragen) etc.
  • Normal verschmutzt: Wäsche mit leichten Verschmutzungen und wenige leichte Flecken: T-Shirts, Hemden, Blusen (mehrfach getragen oder durchgeschwitzt), Unterwäsche, Handtücher, Bettwäsche (bis zu eine Woche benutzt) etc.
  • Stark verschmutzt: Wäsche mit deutlichen Verschmutzungen: Geschirrhandtücher, Babylätzchen, Kinderkleidung, Berufskleidung.
  • Sehr stark verschmutzt: Wäsche mit einem derartigen Verschmutzungsgrad kommt in unseren Haushalt kaum vor, deswegen ist es nicht ratsam, das Waschmittel noch höher zu dosieren.

Tipp: Werden Flecken vor dem Waschgang vorbehandelt, kann eine geringere Waschmittelmenge eingesetzt werden. Hierfür kann die Wäsche beispielsweise eingeweicht oder mit Fleckensalz, Gallseife oder einem Spray bearbeitet werden.

Waschprogramme und Eigenschaften Tabelle

Stand: April 2019