Reinigungstücher – mehr als nur Lappen

Mit welchem Tuch man putzt, ist nicht egal. Das richtige Tuch, mit der richtigen Technik verwendet, spart Zeit und Reinigungsmittel. Durch die Verwendung geeigneter Reinigungshilfsmittel und Geräte - wie waschbare Schwammtücher und Mikrofasertücher, Schwämme und Bürsten sowie Staubsauger - können optimale Reinigungsergebnisse erzielt und Oberflächen geschont werden.

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Reinigungstuch

Schon beim Kauf eines Reinigungstuches sollte man auf eine korrekte Textilkennzeichnung achten. Es sollte Empfehlungen für die Verwendung und Warnhinweise bezüglich der Materialverträglichkeit enthalten und bei 60°C waschbar sein.

Die Reinigungskraft des Tuches hängt von der Beschaffenheit des Materials ab. So sind Fensterleder oder Viskosevliestücher sehr schonend, haben kaum abrasive Wirkung und können auf allen empfindlichen Flächen eingesetzt werden. Baumwolltücher und Mikrofasertücher haben schon eine stärkere Abriebkraft und Bürsten, Pads und Schwämme erreichen die stärkste mechanische Abriebkraft.

Fensterleder und Viskosevliestücher

Fensterleder aus echtem Schafsleder waren vor dem Siegeszug der Mikrofasertücher sehr beliebte Reinigungshilfsmittel, allerdings sind diese echten Fensterleder sehr teuer und bei unsachgemäßer Reinigung und Trocknung hat man auch nicht lange Freude daran. Heute werden die echten Leder zunehmend durch Viskosevliestücher ersetzt. Sie sind wesentlich preiswerter als Fensterleder bei fast identischen Reinigungsfähigkeiten.

Fensterleder oder Viskosevliestücher werden für die Reinigung kratzempfindlicher Oberflächen, zum Beispiel Hochglanzmöbel, verwendet.

Klassische Baumwolltücher

Baumwolltücher eignen sich für die Reinigung fast aller Oberflächen, da sie sehr gut den Schmutz binden und gegenüber Säuren und Laugen sehr stabil sind. Sie sind gut geeignet zum Anfeuchten des Schmutzes, lassen sich gut auswaschen und sind in der Regel lange haltbar und preiswert. Allerdings haben Baumwolltücher den Nachteil, dass sie fusseln können. Nach Gebrauch müssen Spüllappen aus Baumwolle gründlich ausgespült werden und möglichst schnell und gut getrocknet werden, damit Bakterien keine Chance haben, sich in dem feuchtwarmen Milieu zu vermehren.

Mikrofasertücher

Mikrofasertücher finden sich heute in fast jedem Haushalt, weil sie zum einen eine sehr gute Reinigungsleistung bringen und zum anderen dazu beitragen, Reinigungsmittel zu sparen. Mikrofasern werden aus Polyester oder Polyamid hergestellt und sind sehr viel feiner als ein menschliches Haar. 10 000 Meter wiegen weniger als ein Gramm, somit bilden die Faserenden auf dem Mikrofasertuch eine enorm große Oberfläche. Damit können sie viel Schmutz binden und auch in die feinsten Poren der Oberfläche eindringen. Da die Fasern sich elektrostatisch aufladen, wirken sie zusätzlich staubanziehend und eignen sich hervorragend zum Staubwischen, weil sie auch keine Fusseln hinterlassen. Mikrofasertücher sind ideale Putzutensilien, da sie sowohl wasserlöslichen als auch fetthaltigen Schmutz gut aufnehmen und festhalten.

Zudem werden keine zusätzlichen Reinigungsmittel benötigt.

Sie eignen sich sowohl zum Staubwischen als auch zum Säubern von Boden und Keramikoberflächen. Auch zum Fensterputzen sind die Lappen geeignet. 

Die volle Reinigungsleistung erbringen Mikrofasertücher angefeuchtet mit wenig Wasser. Reinigungsmittel vermindern die Wirkung, denn die Tuchoberfläche bindet dann das Reinigungsmittel und nicht den Schmutz. Bei zu nassen Tüchern entsteht ein Aquaplaning-Effekt und das Tuch kann den Schmutz nicht oder nur sehr schlecht entfernen.

Mikrofasertücher gibt es in unterschiedlichen Oberflächenstrukturen von sehr fein und glatt bis stärker strukturiert mit längeren Schlingen. Die feinen Tücher verwendet man für alle harten, glatten Flächen wie Glas, lackierte Möbel, Kunststoff. Stärker strukturierte Mikrofasertücher eignen sich für rauere Oberflächen und entfernen auch stark anhaftenden Schmutz wie Seifenablagerungen und Kalkränder.

Es gibt auch Nachteile von Mikrofasertüchern, die nicht zu vernachlässigen sind.

Mikrofasertücher müssen immer sortenrein gewaschen werden, denn sie nehmen bedingt durch ihre Oberflächenstruktur nicht nur den Schmutz bei der Reinigung gut auf, sondern auch den Abrieb der anderen Textilien, die mitgewaschen werden. Da man aber nur mit Mikrofasertüchern im Privathaushalt kaum eine ganze Maschine füllen kann, empfiehlt es sich, die Mikrofasertücher in ein Wäschesäckchen zu füllen, so können sie mit anderer Wäsche zusammen gewaschen werden. Beachtet man diese Waschempfehlung nicht, setzen sich die Mikrofasern der Tücher mit der Zeit zu und verlieren ihre Reinigungswirkung. Sie können durch die so aufgeraute Oberfläche sogar Schleifschäden bis hin zu Kratzern an empfindlichen Materialien wie Silber, Kupfer, Aluminium, Hochglanzlacken oder High-Tech-Beschichtungen anrichten.

Mikrofasertücher haben keine so hohe Feuchtigkeitsaufnahmefähigkeit wie Baumwolle. Sie können zwar mit einem Mikrofasertuch mit der richtigen Falttechnik sehr viel Schmutz aufnehmen, dieser lässt sich aber in klarem Wasser nur schlecht bis gar nicht ausspülen, deshalb sind die Tücher bereits nach kurzem Gebrauch reif für die Waschmaschine.

Bei Holzoberflächen, die geölt sind, entfernen die Tücher das Öl und somit die Schutzschicht. 

Schwammtücher und Padschwämme

Schwammtücher bestehen aus einem synthetischen, weichen und porösen Material, häufig mit geriffelter oder gewaffelter Oberfläche. Sie eignen sich besonders gut für die Reinigung von Geschirr und von Küchenoberflächen. Nach Gebrauch sollten sie gut ausgespült und getrocknet werden.

Padschwämme bestehen in der Regel aus Kunststoff oder Viskose und haben ein aufgeklebtes Pad aus Polyester oder Polyamid. Diese Schwämme gibt es in unterschiedlichen Größen und Härtegraden. An der Farbe kann man den Härtegrad der Scheuerauflage erkennen: je heller die Auflage, desto milder die Scheuerwirkung, je dunkler, desto abrasiver. Wichtig ist es, die Schwämme immer im nassen Zustand zu verwenden, dann reinigen sie schonender.

Eine weiße oder blaue Auflage bedeutet, dass der Schwamm relativ kratzfrei wirkt, dies sind die typischen Badputz- oder Geschirrschwämme. Grüne Pads sind die typischen Topfschwämme, damit können grobe Verkrustungen gut entfernt werden. Schwarze Pads sind die abrasivsten Padschwämme, die nur für unempfindliche Flächen, wie rohes Holz oder Steine verwendet werden sollten. Eine gute Alternative sind Stahlwolle oder verseifte Stahlschwämmchen. Stahlwolle dient der mechanischen Entfernung hartnäckiger Verschmutzungen. Häufig wird sie zur Beseitigung von angebrannten Speiseresten verwendet. Stahlwolle bietet Mikroorganismen keine Chance, sich zu vermehren, wenn sie nach Gebrauch gut ausgespült und getrocknet wird.

Schwämme und Schwammtücher müssen regelmäßig bei 60°C mit einem bleichmittelhaltigen Vollwaschmittel in der Waschmaschine gewaschen werden, denn durch ihre poröse Struktur können sich Mikroorganismen im feuchtwarmen Milieu sehr schnell vermehren.

Haushaltsschwämmchen gibt es schon ganz billig zu kaufen, aber die preiswerten Schwämme lassen sich in der Regel nur ein- bis zweimal verwenden und dann können sie weggeworfen werden, da sie eine Wäsche in der Maschine nicht überstehen. Es lohnt sich also im Sinne der Nachhaltigkeit und Müllvermeidung beim Kauf auf eine ordentliche Qualität zu achten.

Gewusst wie:

Wer auch bei den Reinigungstextilien Wert auf Nachhaltigkeit legt, kann sich Putz- und Spüllappen aus alten Handtüchern oder T-Shirts selbstherstellen.
 

Verfasser: DHB-Netzwerk Haushalt, Landesverband Hessen e.V.

Stand: Oktober 2021