Mundnasenschutzmasken: Wie werden sie richtig gereinigt?

Viele nutzen selbst genähte Mundnasenschutzmasken beim Einkauf oder im Bus. Diese Masken dienen als Barriere, eigene Erreger oder Viren nicht zu verteilen. Damit sie ihre Wirkung behalten, müssen sie regelmäßig gereinigt werden. Welche Methode ist gut, welche nicht?

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Mundnasenschutzmasken an Wäscheleine

Das Tragen eines Mundnasenschutzes ist Pflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln, Supermärkten und Geschäften wie Apotheken, Bäckereien und Tankstellen. Dafür werden ganz unterschiedliche Masken eingesetzt – gekaufte oder selbsthergestellte. Durch die Bedeckung von Mund und Nase wird die Ausbreitung von Sekrettröpfchen verringert, über die das Coronavirus übertragen wird. Auf diese Weise werden COVID-19-Infektionen in der Bevölkerung reduziert. Beim Niesen oder Husten ohne den Ellenbogen zu nutzen und ohne Maske können Tröpfchen mit bis zu 180 Kilometer pro Stunde in die Umgebung gelangen.

Wann bzw. wie häufig sind Stoffmasken zu reinigen?

Empfehlenswert ist die tägliche Reinigung der Stoffmaske. Feuchtigkeit ist der ideale Nährboden für Keime. Gerade bei körperlichen Arbeiten, bei denen intensiver geatmet und mehr geschwitzt wird, wird eine Maske schnell feucht und muss häufiger gewechselt werden.

Welche Methoden eignen sich zur Reinigung von selbstgenähten Mundnasenschutzmasken?

Im Internet und anderen Medien werden verschiedene Methoden zur Reinigung von Stoffmasken vorgestellt, doch nicht alle liefern ein zufriedenstellendes Ergebnis. Folgende Methoden werden für die Reinigung von selbst genähten Stoffmasken als empfehlenswert und sicher eingestuft.

  • Waschen mit der Waschmaschine
    Stoffmasken können in der Waschmaschine mit normalem Vollwaschmittel gewaschen werden. Dazu werden die Masken in ein Wäschenetz gegeben und bei mindestens 60 Grad Celsius gewaschen. Bitte kein Eco- oder Sparprogramm nutzen, denn hier ist der Waschvorgang zu kurz und die porentiefe Reinigung nicht garantiert. Außerdem erreichen die Sparprogramme die gewünschte Temperatur in der Regel nicht.
     
  • Auskochen im Kochtopf
    Wer seine Stoffmaske waschen möchte, aber nicht genügend Wäsche für eine 60 Grad-Trommel hat, kann sie im Kochtopf für mindestens fünf Minuten auskochen. Noch einfacher geht es, wenn die Maske in ein hitzebeständiges Gefäß gelegt wird und im Wasserkocher erhitztes Wasser über die Maske gegossen wird und diese darin zehn Minuten liegen bleibt. Vorsicht: Hier besteht Verbrühungsgefahr. Beim Herausnehmen sind die Masken nur an den Gummibändern zu berühren und in einem Handtuch vorsichtig auszupressen. Anschließend werden sie an der Luft getrocknet.
     
  • Bügeln
    Wenn es einmal schnell gehen muss, können die Mundnasenschutzmasken auf der höchsten Stufe mit dem Bügeleisen aufgebügelt werden. Durch die hohen Temperaturen des Dampfes bei 160 bis 220 Grad Celsius werden mögliche vorhandene Viren abgetötet. Wichtig hierbei ist, dass alle Teile der Maske richtig heiß gebügelt werden müssen. Gerade die verdickten Säume und die Nahtstellen dürfen dabei nicht vergessen werden.

Voraussetzung für diese Reinigungsmethoden ist, dass der Stoff die hohen Temperaturen auch aushält.

Medizinische Einweg-Mundnasenschutzmasken – ist hier eine Aufbereitung möglich?

Das Wort „Einweg“ bei der Maskenbezeichnung weist schon darauf hin, dass diese Masken nur einmal nutzbar sind. Die Reinigung mit heißem Wasser oder hoher Bügeltemperatur erwies sich als nicht geeignet. So wurde bei der Kochtopfmethode festgestellt, dass das Wasser ungleichmäßig von der Maske aufgenommen wird. Die Anwendung von Hitze zerstört das Vlies durch den eingebauten Metallbügel, der die Maske sicher auf der Nase befestigen soll. Kaputte Einweg-Mundschutznasenmasken sind zu entsorgen, da sie keinen ausreichenden Schutz mehr bieten.

„No-Gos“ der Reinigung – Hier ist Vorsicht geboten!

Von folgenden Methoden der Reinigung von Stoff- und Einwegmasken ist abzuraten:

  • Masken gehören nicht in die Mikrowelle, wenn sie einen Metallbügel enthalten. Durch den Metallbügel entstehen Funken, wodurch die Maske wie auch das Mikrowellengerät in Brand geraten kann.
     
  • Desinfektionsmittel sind nicht zur Reinigung der Masken geeignet, da an der Maske anhaftendes Desinfektionsmittel zu einer erheblichen Reizung der Schleimhäute führen würde. Zudem besteht für Asthmatiker ein großes Risiko, einen Asthmaanfall zu bekommen.
  • Auch der Backofen eignet sich nicht zur Aufbereitung. Nach Angaben des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ist eine Aufbereitung bei 70 Grad Celsius für 30 Minuten nicht ausreichend, um Viren abzutöten. Deshalb empfiehlt das BfArM das Erhitzen auf 90 Grad Celsius für 90 Minuten. Aufgrund der bei diesen Temperaturen vorhandenen erheblichen Brandgefahr für den Stoff ist diese Methode nicht empfehlenswert. Zudem ist die Vorstellung unappetitlich, dass im Backofen eine möglicherweise mit Krankheitserregern kontaminierte Maske erhitzt wird und danach Pizza und Kuchen gebacken werden.
     
  • Eine Aufbereitung im Gefrierfach ist nicht wirksam, da Coronaviren Frost sehr gut vertragen und somit überleben. Das Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin (BfR) hat herausgefunden, das Viren des Sars-CoV-2 bei minus 20 Grad Celsius zwei Jahre überleben können.

Fazit

Waschen oder Auskochen im Topf sind die wirkungsvollsten Methoden, um COVID-19 Viren abzutöten und die genähten Mundschutznasenmasken mehrfach zu verwenden. (lan-fra)

Stand: Juni 2020