Kleiderschrank ausmisten und aufräumen: Weil weniger mehr ist

Das Problem kennen viele: Der Kleiderschrank platzt aus allen Nähten, doch nie hat man etwas Passendes zum Anziehen. Wer seinen Kleiderschrank gründlich ausmistet, hat es hinterher nicht nur leichter bei der Outfitwahl, sondern spart auch Geld und Ressourcen – so besagt es das Capsule-Wardrobe-Prinzip. Dabei sollte der Kleiderschrank maximal 37 Kleidungsstücke beinhalten.

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Kleiderstapel

Wer wird nicht fast täglich vor die Qual der Kleiderwahl gestellt, obwohl Schubladen überquellen und sich die Kleiderstange biegt? Schuld an diesem Desaster sind die immer häufiger wechselnden Kollektionen in den Textilunternehmen, Schnäppchenpreise und Textildiscounter. Besonders Niedrigpreise animieren Käufer zu regelrechten Beutezügen – tatsächlich getragen werden die im Kaufrausch erworbenen Teile aber oftmals nur wenige Male und der Kleiderberg im Schrank wächst weiter an.

Laut einer repräsentativen Erhebung von Greenpeace besitzen Frauen im Schnitt etwa 118 Kleidungsstücke, Männer 73, ohne Strümpfe und Unterwäsche. Ein Drittel der Deutschen hat allerdings mindestens doppelt so viele Teile im Schrank hängen. Außerdem ging aus der Erhebung hervor, dass jedes fünfte Kleidungsstück nie getragen wird.

Kennen Sie schon das Capsule-Wardrobe-Prinzip?

Beim Capsule-Wardrobe-Prinzip wird ein minimalistischer Kleiderschrank mit nur 37 Kleidungsstücken pro Saison angestrebt, inklusive Schuhen. Ausgenommen davon sind Unterwäsche, Socken und Accessoires wie Taschen, Schmuck oder Schals. Die Kleidungsstücke sollten vielseitig einsetzbar sein, sodass man, ohne groß zu überlegen, alle gut miteinander kombinieren kann. Während der drei Monate werden keine neuen Kleidungsstücke hinzugekauft. Lediglich zum Saisonwechsel werden bewusst und wohlüberlegt einzelne Teile nachgekauft.

Im Kleiderschrank befinden sich nur die Kleidungsstücke, die gerade Saison haben. Alle anderen Teile werden so lange in Kartons oder Kisten ausgelagert.

Kleiderschrank ausmisten – so fällt es leichter

Folgende Tipps helfen, das Ausmisten zu vereinfachen:

Bestandsaufnahme
Als erstes ist es sinnvoll, den Kleiderschrank einmal komplett auszuräumen, um sich einen Überblick über die vorhandene Kleidung zu verschaffen. Dann sollte man die einzelnen Teile begutachten: Was trägt man häufig und gerne? Worin fühlt man sich wohl?

Außerdem kann vorab überlegt werden, wie viele Teile man am Ende noch in seinem Kleiderschrank haben möchte? Sollen Accessoires und Sportklamotten von dieser Anzahl ausgeschlossen werden?

Ausmisten
Als nächstes geht es ans Ausmisten. Hierbei kann es helfen die Klamotten in mehrere Stapel zu sortieren:

  1. Kleidungsstücke, die man liebt und gerne regelmäßig trägt
    Diese Teile können anschließend wieder zurück in den Kleiderschrank gehängt werden.
  2. Kleidungsstücke, bei denen man sich unsicher ist
    Trägt man die Teile wirklich noch? Hängt das Herz wirklich so sehr an dem Shirt oder der Hose? Diese Teile können im Anschluss zunächst in einer Kiste verstaut werden. Vermisst man die Kleidungsstücke nach 30 Tagen nicht – weg damit! Am einfachsten ist es, die Kiste ungeöffnet weiter zu geben, etwa zum Second-Hand-Shop oder als Kleiderspende.
  3. Kleidungsstücke, die nicht mehr passen oder die man nicht mehr mag, die aber noch in Ordnung sind
    Auch diese Klamotten können getrost weitergegeben werden.
  4. Kleidungsstücke, die kaputt oder abgetragen sind.
    Hier ist rein gar nichts mehr zu machen, die Kleidung muss entsorgt werden!.

Analysieren & Kombinieren
Wer sich für Mode begeistern kann, dem fällt dieser Punkt wahrscheinlich nicht schwer. Denn nun geht es darum, zu schauen, welche Kleidungsstücke nach dem Ausmisten noch übriggeblieben sind und ob bestimmte Farben, Muster oder Schnitte vorherrschen. So kann man eventuell einen eigenen Stil ausmachen. Lassen sich die übriggebliebenen Teile kombinieren? Dann wird es auch in Zukunft einfacher auf Neuanschaffungen zu verzichten.

Kaufverhalten ändern
Natürlich sollte dann zukünftig auch vorausschauender eingekauft werden. Die Fragen: „Was brauche ich tatsächlich?“, „Gefällt mir das Kleidungsstück wirklich?“ oder „Kaufe ich das Kleidungsstück nur, weil es reduziert ist?“ können dabei helfen.

Steht man bereits in der Anprobe und ist sich mit einem Teil unsicher, kann es helfen, das Kleidungsstück zurück zu hängen und eine Nacht drüber zu schlafen. Geht es einem nicht mehr aus dem Kopf, kann man es auch einen Tag später noch kaufen.

Second-Hand-Läden oder Flohmärkte sind eine gute und günstige Gelegenheit Kleidung zu kaufen.

Kleidung für einen einmaligen Anlass kann manchmal auch bei Freunden oder Verwandten ausgeliehen werden –nachfragen lohnt sich!

Kaputte Reißverschlüsse, eine zu weite Hose oder ein Loch? Kein Problem für die Schneiderei! Für wenig Geld kann man hier manches Kleidungsstück noch retten lassen. (sie)

Stand: Mai 2019