Holzwürmer – Diese natürlichen Hausmittel retten Ihre Möbel

Wenn es Holzwürmer auf Ihre Möbel abgesehen haben, müssen Sie nicht sofort zur Chemiekeule greifen. Eicheln, Zwiebeln oder Essig können zum Beispiel helfen, die Schädlinge wieder los zu werden, und sind zudem noch umweltfreundlich.

AdobeStock_134246372.jpeg

Bohrlöcher vom Holzwurm in Holz

Der Holzwurm ist eigentlich ein Nagekäfer

Mit seinen kleinen Bohrlöchern und den Holzmehlhäufchen hat sicher jeder schon einmal Bekanntschaft gemacht: Die Rede ist vom, als Holzwurm bezeichneten, Holzschädling. Genau genommen handelt es sich hierbei aber um einen Käfer, nämlich den Gewöhnlichen Nagekäfer (Anobium punctatum) und den Hausbock (Hylotrupes bajulus), dessen Larve der eigentliche Holzvielfraß ist. Die Hausbock-Larven schaffen es sogar, aufgrund ihres großen Hungers, ganze Dachstühle zum Einsturz zu bringen.

Besonders häufig kommt der Holzwurm in Möbeln und Gebrauchsgegenständen aus Holz vor, die an Orten mit einer hohen Luftfeuchtigkeit und mäßigen Temperaturen stehen, zum Beispiel in alten Schuppen oder Kellern. Besonders der Hausbock liebt frisches Nadelholz und ist daher ein ungebetener Gast in Dachstühlen oder Holzdecken aus Fichte oder Tanne. Hier macht er auch vor Neubauten nicht Halt.

Generell ist das Alter des verbauten Holzes für die Holzwürmer uninteressant. So steht das neue Holzregal genauso auf dem Speiseplan der Schädlinge, wie ein Jahrhunderte alter Kleiderschrank.

Allerdings befallen Holzwürmer nur totes und verbautes Holz. In freier Natur kommen die Plagegeister deshalb kaum vor, lediglich in trockenem Laub- und Nadelholz oder unter Efeu.

Woran erkennt man, dass der Holzwurm eingezogen ist?

Die Larven des Holzwurms fressen sich durch feuchtes Holz hindurch. Zurück bleiben etwa zwei bis drei Millimeter große Bohrlöcher und kleine Holzmehlhäufchen.

Haben Sie Bohrlöcher im Holz entdeckt, besteht aber noch kein Grund zur Panik. Als erstes sollten Sie klären, ob die Larven überhaupt noch aktiv sind, denn vielleicht sind die Löcher auch schon veraltet und die Holzwürmer längst ausgezogen.

Um herauszufinden, ob es sich um alte oder frische Holzwurmlöcher handelt, gibt es einen einfachen Trick. Hierzu einfach ein dunkelfarbiges Papier unter beziehungsweise neben das befallene Holzmöbelstück legen. Befindet sich nach einigen Tagen mehliger Holzstaub auf dem Papier, sind die Larven noch aktiv.

Die Holzschädlinge sollten immer bekämpft werden, da die Larven andernfalls ganze Möbelstücke, wie Tische und Stühle oder Dachstühle und tragende Balken zerstören kann.

Ganz ohne Chemie – so geht es auch!

Um den Holzwurm wieder los zu werden, ist nicht sofort die Chemiekeule nötig, denn der Plagegeist lässt sich bereits von einfachen, natürlichen Hausmitteln und Tricks beeindrucken und tritt den Rückzug an. Sobald erste Anzeichen eines Befalls sichtbar werden, sollte mit der Bekämpfung begonnen werden.

  • Extreme Temperaturen: Wenn Holzwürmer eins nicht mögen, dann ist das starke Hitze oder Kälte. Dieses Wissen können Sie sich bei der Holzwurmbekämpfung zunutze machen. Wenn möglich, stellen Sie also befallene Möbel im Sommer in die pralle Sonne. Kleinere Möbel können auch ins in der Sonne geparkte Auto gestellt werden. Das Ganze funktioniert natürlich auch an trockenen, kalten Wintertagen. Allerdings sollte es mindestens zehn Grad Minus kalt sein. Sind kleinere Gegenstände von Holzwurm betroffen, können Sie diese auch in die Gefriertruhe oder für etwa eine Stunde bei 55 Grad Celsius in den Ofen legen.
  • Eicheln: Noch lieber als Ihre Holzmöbel mögen die Plagegeister Eicheln. Diesem Geruch können Sie einfach nicht wiederstehen. Platzieren Sie daher einige Eicheln um die Bohrlöcher herum. Nach einiger Zeit werden die Larven das Holz verlassen, um sich in die Eicheln zu bohren. Dann können Sie die Eicheln zusammen mit den Larven zurück nach draußen bringen. Am besten legen Sie solange Eicheln nach, bis Sie keine neuen Bohrlöcher mehr finden.
  • Essig und Essigessenz: Essig ist ja bekanntlich ein vielseitig einsetzbares Hausmittel. Auch für die Holzwurmbekämpfung leistet er große Dienste. Einfach etwas Essig oder Essigessenz in einer Spritze aufziehen und in die Bohrlöcher spritzen.
  • Zwiebeln: Ist der Schädlingsbefall erst gering, können Sie das befallene Holz mit einer aufgeschnittenen Zwiebel einreiben. Bei stärkeren Befall ist diese Methode jedoch nicht ausreichend genug
  • Salmiakgeist: Salmiakgeist ist auch bekannt als Ammoniakwasser oder Ammoniaklösung. Hierzu eine Schale mit Salmiakgeist auf das Möbelstück stellen und dieses dann luftdicht mit Folie und Klebeband einpacken, sodass sich die Dämpfe des Salmiakgeistes auf und im Holz verteilen können. Nach einigen Tagen sollten die Larven abgetötet sein. Aber Vorsicht: Da Salmiakgeist die Schleimhäute reizen kann, sollte man das Einatmen vermeiden und die Räume bei Anwendung gut lüften. Auch Gummihandschuhe und lange Kleidung sind sinnvoll, um einen Hautkontakt zu vermeiden. Außerdem können sich manche Hölzer wie Eiche oder Buche durch die Ammoniaklösung verfärben.

Allerdings: Diese Methoden eignen sich natürlich alle nur für Möbelstücke und kleinere Holzgegenstände. Sind tatsächlich der Dachstuhl, Holdecken oder tragende Holzbalken befallen, muss auf jeden Fall ein fachmännischer Schädlingsbekämpfer her!

Wenn nichts mehr hilft…

… kann man immer noch härtere Geschütze auffahren, wie etwa die Holzwurmbekämpfung bei kleineren Holzgegenständen mit Isopropanol-Alkohol oder bei größeren Möbeln "Holzwurmtod" oder Holzwurmspray.

In der Regel ist der Holzwurm aber relativ leicht mit den Hausmitteln zu bekämpfen. Fast ärgerlicher ist die Behandlung von den angefressenen oder gar zerstörten Holzgegenständen. Hier ist im schlimmsten Fall sogar ein Restaurator oder eine Schreinerei gefragt. Ein kräftiger Druck mit dem Daumen auf die von den Larven durchbohren Stellen kann Aufschluss darüber geben, wie schwerwiegend der Schaden ist. Gibt das Holz an der zerfressenen Stelle nach, führt kein Weg am Fachmann vorbei. Auch bei sehr wertvollen Möbel ist der Rat eines Experten unumgänglich.

Damit es gar nicht erst so weit kommt: Holzwurmbefall vorbeugen

Einer der häufigsten Gründe für einen Holzwurmbefall ist ein zu feuchtes Raumklima. Darum sollten Wohnungen regelmäßig am Tag gelüftet werden. Auch feuchte Böden und Wände, etwa durch Kondenswasser, kann den Befall befördern.

Möbel, die in Wohnungen stehen, die dauerhaft beheizt sind, sind relativ selten von den Nagekäfern betroffen. Lediglich durch Holzgegenstände, die aus Kellern, Schuppen, Dachböden und Garagen in die Wohnung gebracht werden, kann der Holzwurm hier eingeschleppt werden. Wer Holzmöbel in kälteren Außenbereichen einlagert, sollte darauf achten, dass das Holz nie direkt auf dem Boden steht. Stattdessen ausreichend Balken und Pfähle unter das Möbelstück legen.

Auch kann ein wasserdichter Holzschutz-Lack die Gegenstände vor Feuchtigkeit schützen. Nicht zuletzt helfen chemische Präparate wie „Holzwurmtod“ auch präventiv gegen den Befall. Allerdings sind derlei Präparate nicht gerade umweltfreundlich. (Sie)

Stand: August 2019