Grabbepflanzung für Herbst, Winter und den nächsten Frühling

Ein gepflegtes Grab sollte mit einer den Jahreszeiten entsprechenden Bepflanzung gestaltet werden. So lange der Boden noch nicht von Schnee bedeckt oder gefroren ist, ist der Herbst eine gute Zeit, um bestehende Grabbepflanzungen zu pflegen und Neuanpflanzungen für Winter und Frühling vorzunehmen. Worauf kommt es dabei an? Welche Pflanzenarten sind geeignet? Welche Gestaltungsmöglichkeiten bestehen?

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Friedhof

Fragen Sie den Gärtner

Friedhofsgärtner sind eine gute erste Anlaufadresse, wenn es um die Auswahl der Pflanzen geht. Sie können Auskunft zu den Licht- und Bodenverhältnissen ebenso erteilen wie zu den mikroklimatischen Bedingungen. Auch zu den Vorschriften der Friedhofssatzung kann man sich bei ihnen erkundigen und seine Auswahl an Pflanzen daran ausrichten. Im Rahmen der Satzung lassen sich selbstverständlich auch individuelle Vorstellungen realisieren, die symbolischen Charakter haben oder auf die ehemaligen Vorlieben des Verstorbenen abgestimmt sind.

Gehölze, Bodendecker und Wechselbepflanzung

Grundsätzlich eignen sich Gehölze gut für die Rahmenbepflanzung. Dabei sollte man jedoch eine zu symmetrische Bepflanzung vermeiden, das macht die zur Verfügung stehende Fläche optisch kleiner. Vermeiden sollte man möglichst auch eine zu monotone Bepflanzung. Günstiger ist die Abwechslung von Laub- und Nadelgehölzen. Immergrüne Gehölze können noch bis zum Beginn der Frostperiode gepflanzt werden.

Bodendecker wie das kleinblättrige Immergrün (Vinca minor) oder der klassische Efeu gedeihen an schattigen oder halbschattigen Standorten gut. Beide neigen jedoch zum „Wuchern“ und müssen im Wuchs regelmäßig eingedämmt werden. Für eher sonnige Plätze eignen sich Fetthennen-Arten (Sedum), Bodendeckerrosen, Phlox, oder auch der duftende Thymian.

Als Wechselbepflanzung für den Herbst  eignen sich Heidekraut (Erika) und verschiedene Gräser. Ende November kann passend zur Weihnachtszeit noch eine Christrose gepflanzt werden. Die Christrose gilt auch als Symbol der Hoffnung.

Mitte bis Ende November können – je nach klimatischen Bedingungen - die abgeräumten Teile des Grabes mit Tannenzweigen abgedeckt werden. Dabei sollten die Zweige in möglichst kleine Stücke geschnitten werden. Zu beachten ist, dass die Abdeckung nicht zu dick und damit zu schwer ist.

Auch Gestecke beziehungsweise Gebinde aus unterschiedlichen Zweigen von Nadelgehölzen, gegebenenfalls in Kombination mit  Trockenblumen oder Gräsern und Zapfen eignen sich für die winterliche Grababdeckung. Je nach Windverhältnissen müssen Grababdeckung und winterliche Deko gut befestigt werden.

Es müssen nicht immer Stiefmütterchen sein

Der Herbst ist auch Vorbereitungszeit für das Frühjahr. Ideale Pflanzen für eine pflegeleichte Grabbepflanzung für den kommenden Frühling sind beispielsweise blühende Stauden. Diese gibt es für sonnige, halbschattige und schattige Standorte. Als Vertreter ihrer Art seien hier beispielhaft Blaukissen, Küchenschelle, Duftveilchen, Tränendes Herz oder Vergissmeinnicht genannt.

Ein Vorteil von Stauden ist, dass sie nicht oft gegossen werden müssen. Einjährige Stauden räumt man im Herbst ab, mehrjährige Stauden werden zurückgeschnitten. Da sie recht Frost-unempfindlich sind, können die unterirdischen Pflanzenteile gut überwintern. Mehrjährige Stauden symbolisieren aufgrund ihrer stetig wiederkehrenden Wachstums- und Blühphasen den Kreislauf des Lebens und eignen sich auch deshalb gut zur Grabbepflanzung. Da das ganze Jahr über Stauden-Saison ist, kann man – solange der Boden nicht gefroren ist - winterharte Stauden gut im Herbst pflanzen. Je nach Witterung kann man sich dann schon im zeitigen Frühjahr über eine farbenfrohe Blütenpracht freuen.

Wie sollten Grabbepflanzungen gepflegt werden?

Bevor die Frostperiode beginnt, aber auch an frostfreien Tagen des Winters, sollten während längerer regenarmer Zeiten immergrüne Pflanzen ausreichend und zumindest alle zwei Wochen gegossen werden. Stark wachsende Bepflanzungen müssen regelmäßig zurückgeschnitten werden, will man Ärger mit der Friedhofsverwaltung oder den Betreuern angrenzender Gräber vermeiden. Hierfür bieten sich ebenfalls frostfreie Perioden im Herbst und im Winter an. Im Frühjahr sollten dann beizeiten die Bodenabdeckungen entfernt werden, um den Pflanzen genügend Licht und Luft zum Wachsen und zur Blütenbildung zu geben.

Je nachdem, wie groß die Grabpflanzen sind, kann die Belastung durch starken Schneefall zum Abbrechen einzelner Zweige führen. Deshalb sollten dann diese Pflanzen vorsichtshalber sanft abgekehrt werden.

Stand: April 2019